Frage zur Leistungsnutzung bei einem Root-Server

  • Im netcup-Kontext verstehe ich RS als Server mit dedizierten Ressourcen.

    Ja, aber ein "dedizierter Server" ist es trotzdem nicht. Dieser Begriff ist meiner Ansicht nach unmissverständlich echtem Blech zugeordnet. ;)

    VPS/RS bei netcup sind alles "virtuelle Server", egal wie sie die Marketing-Abteilung nennt. Denn Du hast keinen vollständigen Zugriff auf die Hardware, das Hostsystem steht (hoffentlich :D) nicht unter der Kontrolle des Kunden.

    "Wer nur noch Enten sieht, hat die Kontrolle über seine Server verloren." (Netzentenfund)

  • tab ich denke das mit Massen E-Mails der Mißbrauch des Servers für Fragwürdige Zwecke gemeint ist zur rechtlichen Absicherung. Da liegt ja nützlich und nicht nützlich im Sinne des Betrachters, aber nicht der Junk Einstufung wenn 100.000 Empfänger Junk markieren.

    Ich würde das auch so sehen, aber es steht in den AGB halt ganz konkret so drin. Da steht nichts von Spam, da steht nur "massenhafter Versand von Emails". Jetzt könnte man streiten, was massenhaft ist, aber da kann ich mich an eine alte Aussage erinnern, wonach Massenmails prinzipiell bei 2 beginnen. Also nach den Buchstaben der AGB dürfte man das so nicht machen, deswegen könnte eine Konkretisierung nicht schaden, damit man weiss, woran man ist. Ich sehe in deiner Verwendung und auch in der von fisi erst einmal überhaupt keinen Grund zur Beanstandung, trotzdem trifft "massenhafter Versand von Emails" auf beide - und wahrscheinlich viele andere - Fälle zu, solange nicht klar ist, was damit gemeint ist. Das steht in den AGB genauso konkret drin wie das Mining. Kann das dann auch trotzdem betrieben werden, solange sich keiner beschwert? ;)

  • Momentan habe ich einige RS4000 gekauft und teste sie gerade. Ich bin in der wissenschaftlichen Forschung tätig und muss komplexe Algorithmen simulieren und ausführen, was eine langfristige und intensive CPU-Berechnung erfordert.

    Damit bist Du aus meiner Sicht durchaus ein Traumkunde für netcup.

    Deine RS-Server darfst Du natürlich auf 100% fahren. Wär' ja nochmal schöner wenn man einen Rootserver nur mit angezogener Handbremse nutzen dürfte.

    Durch Deine wissenschaftlichen Berechnungen hat netcup auch keinen Abuse-Ärger mit Mailspam, Tor-Exit-Nodes oder sonstigem Müll zu befürchten. Unter Umständen brauchst Du nichtmal großen Traffic (der ja aktuell immer mehr beschränkt wird - bei neuen Serverangeboten).

    Rein praktisch unterschiedet sich die Rechenlast durch deine Simulationen wohl auch nicht von irgendwelchen aufwändigen SQL-Datenbank-Konvertierungen oder sonstigen rechenintensiven Anwendungen.

    Sollte netcup Keyaccount-Manager beschäftigen, würde es sich bei "langfristigen Berechnungen" durchaus anbieten Dich zu kontaktieren und Dir eine individuelle Lösung anzubieten. Eine Kündigung oder Beschränkung Deiner Dienste wäre kontraproduktiv, weil Du dann (notwendige wissenschaftliche Aufgaben) zum nächsten Anbieter wechseln würdest...

    Die AGB mit dem Zitat "dies gilt nicht bei dedizierten und virtuellen Servern" schließen sämtliche Server (VPS, RS, ...) explizit vom Verbot der Intensivnutzung aus. Da Du nur RS nutzt gibt es keinerlei Einschränkungen gemäß AGB zu erwarten. Bei VPS dürfte die Leistung (hoffentlich) gerecht zwischen den Kunden aufgeteilt werden.

    Die Formulierung in den AGB gefällt mir nicht, denn wie die anderen bereits geschrieben haben gibt es bei netcup keine dedizierten Server zu mieten sondern nur virtuelle mit dedizierte zugewiesenen Ressourcen.

    Die gesamte Formulierung scheint mir eher rein formal-juristisch zu sein, um notfalls außerordentliche Kündigungen aussprechen zu können.

    Selbst bei Webhosting greift die Formulierung nur teilweise, denn auch dort ist ja die Ausführungsdauer von Skripten und der Speicher technisch begrenzt. Andererseits ist das Webhosting im Vergleich zu VPS vergleichsweise günstig, so dass ich es durchaus verstehen könnte wenn netcup übermäßige Webhosting-Skript-Powerusern einen Riegel vorschiebt. Aber auch hier gibt es sicher eine angemessene Duldung, z.B. wenn größere PHP-Anwendungen installiert, konvertiert oder sonstwie für einen begrenzten Zeitraum Leistung brauchen.

  • Ja, aber ein "dedizierter Server" ist es trotzdem nicht. Dieser Begriff ist meiner Ansicht nach unmissverständlich echtem Blech zugeordnet. ;)

    Um eventuell potentielle Kunden gleich anzuzeigen, dass das nur VM´s (VPS und RS) sind wäre es eventuell sinnvoll, wenn Netcup deren Produktreihe RS analog zu deren VPS einfach in VPDS (Virtuell Private Dedicated Server) umbenennen würde. So würden eventuell potentielle Kunden gleich erkennen können, dass es sich hier zwar um VM´s handelt, aber halt im Gegensatz zur VPS-Serie mit dediziert zugewiesenen Ressourcen.

  • Die Formulierung in den AGB gefällt mir nicht, denn wie die anderen bereits geschrieben haben gibt es bei netcup keine dedizierten Server zu mieten

    Dedizierte Server für den professionellen Einsatz

    Ein Problem für Hostingunternehmen überall, nicht nur für Netcup, ist, dass das Preisgefüge auf einer Mischkalkulation beruht(e), die nur funktioniert, wenn Kunden ihre gemieteten Ressourcen nicht dauerhaft auslasten. Seit der Cryptoschwemme gibt es etliche parasitäre Systeme, die Ressourcen zu Geld machen, die sie über die Teilnehmer billig beziehen, für die es sich wiederum nur lohnt, wenn sie die Ressourcen unter Wert bekommen.

    Warum sind SSDs teuer? Weil es Cryptosysteme gibt, bei denen du dafür belohnt wirst, wenn du nachweislich SSD-Speicher belegst. Warum ist CPU-Leistung teuer? Weil es Cryptosysteme gibt, bei denen du dafür belohnt wirst, wenn du nachweislich CPU-Leistung verbrätst.Warum sind "Grafik"-karten teuer geworden? Weil man damit Cryptomining betreiben kann. Jetzt kommt auch noch "AI" dazu. Und so weiter. Es gibt auch Cryptosysteme, wo du explizit Ressourcen zur Verfügung stellst, die als "Web 3.0" an andere vermietet werden - und dabei natürlich voll ausgelastet werden. Warum sind Reseller-Systeme teurer als Endkundenprodukte? Weil man bei Resellern von einer höheren Auslastung ausgeht. Aber diese Cryptojünger machen das mit Endkundenprodukten und ruinieren damit die Mischkalkulation. Die hosten das nicht in den diversen Clouds, denn dort wird man für jeden CPU-Takt und jedes übertragene Byte zur Kasse gebeten. Damit lohnt sich das nicht.

    "Crypto" ist Arbitrage der übelsten Sorte, denn da werden ganze Produktklassen unbrauchbar gemacht, die nur funktionieren, wenn sich die Nutzer anständig verhalten und nicht alles schrabben, was sie kriegen können, wie sprichwörtliche Heuschrecken, die über ein All-you-can-eat Buffet herfallen.

    Einmal editiert, zuletzt von NaN (25. Mai 2024 um 15:15)

  • tab es steht nicht konkret darin, du versuchst es zu konkretisieren, aber weißt es nicht besser.

    Konkret steht da gar nichts.

    Ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern, Mailinglisten, 20000 Kunden und nem gut laufendem Shop ist da eine ganz andere Hausnummer als "mein kleiner rootserver".

    Wenn der Admin dann entscheidet einen Rootserver für Shop und Mails aufzusetzen ist das für mich nach der AGB legitim.

  • Der Link hilft hier nicht weiter.

    Der führt zur Werbung für eine andere Firma "Anexia" die wiederum eigene AGB hat.

    "Die dedizierten Server von Anexia sind für kritische Business-Anwendungen ausgelegt, die eine hohe Verfügbarkeit benötigen...

    Im November 2016 haben netcup und Anexia ihre Partnerschaft besiegelt."

    Ich bleibe dabei: Aktuell gibt es bei netcup keine dedizierten Server zu mieten sondern ausschließlich virtuelle Server mit dediziert zugewiesenen Ressourcen.

    Selbst beim teuersten managed PS 8000 G9.5 bekommt man vom verbauten AMD EPYC™ 7702 nur 14 der tatsächlich verfügbaren 64 Kerne.

    Darum gefällt mir auch die Formulierung in den netcup-AGB nicht.

    Wobei ich nicht weiß ob netcup früher mal echte dedizierte Server vermietet hat. In diesem Fall wäre das eine gerechfertigte Altlast in den AGB für die Bestandskunden. In diesem Falls stellt sich aber die Frage ob diese Blechkunden nicht irgendwann zu Anexia vertraglich zwangsumgezogen werden.

  • Ich bleibe dabei: Aktuell gibt es bei netcup keine dedizierten Server zu mieten sondern ausschließlich virtuelle Server mit dediziert zugewiesenen Ressourcen. […]

    Wobei ich nicht weiß ob netcup früher mal echte dedizierte Server vermietet hat. In diesem Fall wäre das eine gerechfertigte Altlast in den AGB für die Bestandskunden. […]

    Die gab es früher (B2B) aber tatsächlich, vor der Übernahme durch Anexia. ;)

    Ich bin jetzt aber zu faul extra dafür die Wayback Machine zu quälen…

    "Wer nur noch Enten sieht, hat die Kontrolle über seine Server verloren." (Netzentenfund)

  • Das Zauberwort nennt sich Hardware Virtualisierung. Seitdem es das in HW gibt, sind es technisch getrennte Root Systeme.

    Deswegen gibt es Vserver und dedizierte virtuelle Rootserver.

    Meine das so vor Jahren gelesen zu haben.

  • Na so langsam wird das hier Whataboutism und gehört für die philosphische Fortführung in den Smalltalk-Bereich.

    @yuruoye hat seine Antwort bereits bekommen:

    Basierend auf den AGB und in Hinblick auf betriebswirtschaftliches Handeln samt Kundenbindung ist aus meiner Sicht keine Einschränkung bei voller Nutzung der bezahlten und garantierten Leistung seiner RS 4000 Server zu befürchten.

    Du kannst bedenkenlos 100% Systemlast bei voller Speicherausnutzung fahren und auch ruhig direkt in die Trafficgrenze reinarbeiten.

    You get what you pay for and what's defined in your contract!

    RS 4000 mit 12 dedizierten exklusiv durch Dich nutzbaren Kernen, 32 GB DDR5 ECC RAM, 1 TB NVMe (ohne TB-written-Beschränkung), 2,5 GBit/s bzw. 300 MBit/s nach 3 TB / 24 h und eine Verfügbarkeit von 99,9% im Jahresmittel. => nicht mehr aber auch nicht weniger ! :)

    Übrigens finde ich es toll, dass Du für die wissenschaftliche Aufgabe einen deutschen Anbieter mit 100% Ökostrom, Wertschöpfung und Beschäftigung von Personal in Deutschland / Österreich gewählt hast und nicht ins Ausland gehst! :thumbup:

    Die AGB erlauben explizit das Betreiben von Serverdiensten mit besonders hoher Rechenlast für alle Server.

    Dies schließt sowohl virtuelle Server ein (also VPS sowie RS) als auch dedizierte Server!

    (Durch die separate Nennung von dedizierten Servern und virtuellen Servern muss davon ausgegangen werden, dass mit dedizierten Servern in den AGB Hardware, also "Blech" gemeint ist, denn andernfalls hätte ja die Nennung von "virtuellen Servern" oder kurz "Servern" ausgereicht).

    Diskussionen hinsichtlich Mischkalkulation greifen nicht und sind wohl eher die Hoffnung von VPS-Besitzern die auf schnelle Server hoffen (was ja auch zutrifft wenn die anderen Kunden auf dem Host alle im Idle vor sich hin dümplen.)

    Ich kann mir nicht ernsthaft vorstellen dass Netcup virtuelle Rootserver mit dediziert zugewiesenen Ressourcen vermietet und insgeheim damit rechnet, dass die Kunden diese zugesicherte Leistung nicht voll nutzen - mit der Spekulation, dass man auf den Hostsystemen dieser Rootserver mit dediziert zugewiesenen Ressourcen ein Overprovisioning machen kann um mehr Kohle zu scheffeln.

    Es wäre für mich nicht verwerflich (sondern aus Effizienzgründen / Umweltgründen sogar lobenswert) wenn auf so einem RS Host noch ein paar kleine VPS liegen. Wenn allerdings alle RS 100% ihrer vertraglich zugesicherten Leistung dauerhaft nutzen ist es Aufgabe von netcup die trägen VPS auf ein anderes System umzuziehen. Das geht dann jedoch nicht zu Lasten der RS-Kunden!

    2 Mal editiert, zuletzt von Win98SE4ever (25. Mai 2024 um 19:33) aus folgendem Grund: Tippfehler korrigiert

  • Hallo zusammen,

    sowohl unsere VPS als auch unsere Root-Server fallen unter "virtuelle Server" gemäß unseren AGB, so dass die zur Verfügung stehende Leistung des Systems im Rahmen des gebuchten Tarifs zu 100% genutzt werden darf. Natürlich sind die anderen in den AGB genannten Bedingungen dabei weiterhin zu beachten (z.B. das Verbot des Betriebs von Mining-Diensten).

    netcup hat in der Vergangenheit auch dedizierte Server selbst vertrieben, weswegen diese eine gesonderte Erwähnung in unseren AGB finden.

  • Interessant. Bei mir, auf dem RS wurde die avidemux instanz regelmäßig gekillt, wenn ich über mehrere Tage av1 encodet habe, dabei wurde die Berechnung sogar nur auf 1-2 Kerne maximal gelegt.

    Kannst du bitte mal beschreiben, wie sie dir die Ressourcenhungrige Anwendung gekillt haben? Denn auf den betroffenen RS bzw. VM können die Admins ja nur über dem Wirt auf betroffenen RS bzw. VM ohne Zugangsdaten nur über den Befehl "virsh enter VM-Name" drauf und als Nutzer Root, also als dein Nutzer Root agieren.

  • Kannst du bitte mal beschreiben, wie sie dir die Ressourcenhungrige Anwendung gekillt haben? Denn auf den betroffenen RS bzw. VM können die Admins ja nur über dem Wirt auf betroffenen RS bzw. VM ohne Zugangsdaten nur über den Befehl "virsh enter VM-Name" drauf und als Nutzer Root, also als dein Nutzer Root agieren.

    Genau deswegen sollte man möglichst viele Funktionen des qemu agents blacklisten, so kann der Host nur noch Restart und Shutdown

  • Halte es auch für unwahrscheinlich dass Netcup aktiv Prozesse killt und höre das zum ersten mal.. da wäre es im Ernstfall viel leichter die ganze VM zu stoppen als nach irgendwelchen Prozessen auf Usersystemen zu suchen. Auch fragwürdig ob sie überhaupt derart eingreifen dürften?!