Danke für die ausführliche Erklärung und die offene Kommunikation über die anstehenden Änderungen. Dass bestehende Verträge nicht ebenfalls verteuert werden, ist erfreulich. Gleichzeitig macht die Ankündigung für mich deutlich, wie ernst die Lage inzwischen ist. Deshalb würde mich neben der Sicht von netcup ausdrücklich auch die Einschätzung der Community interessieren.
Bei den Root Servern (RS) sprechen wir laut Ankündigung von Preissteigerungen zwischen 70 und 110 %, teilweise verbunden mit weniger Speicher. Solche Änderungen betreffen nicht nur die nächste Bestellung, sondern auch die langfristige Planung von Projekten und Unternehmen.
Wie soll sich die europäische Hostingbranche entwickeln, wenn neue Infrastruktur in dieser Größenordnung teurer wird? Und wie lange können Kunden solche Preise noch mittragen?
Gerade die Höhe dieser Erhöhungen zeigt für mich, warum eine breitere Diskussion notwendig ist. Es geht nicht mehr nur darum, ob ein einzelner Tarif noch bezahlbar bleibt.
Wenn Infrastrukturkosten erheblich steigen, können neue Dienste ausbleiben oder bestehende Angebote für deren Nutzer teurer werden. Die Folgen reichen damit möglicherweise weit über die unmittelbaren Hostingkunden hinaus.
Deshalb halte ich auch mehr Transparenz innerhalb der Hardwarelieferkette für wichtig.
Netcup erklärt, dass die tatsächlichen Einkaufspreise aufgrund bestehender Verträge nicht veröffentlicht werden dürfen. Aber muss das dauerhaft so bleiben?
Könnten die Lieferanten einer Offenlegung ihrer Namen und tatsächlichen Preisentwicklungen zustimmen? Und wäre es nicht sinnvoll, bei künftigen Beschaffungsverträgen entsprechende Transparenzmöglichkeiten ausdrücklich vorzusehen?
Gerade bei angekündigten RS-Erhöhungen von bis zu 110 % ist „das erlauben unsere Verträge nicht“ für mich keine zufriedenstellende Antwort auf die Transparenzfrage. Ich möchte verstehen, ob die Branche hier überhaupt Verhandlungsspielraum besitzt.
Falls einzelne Konditionen vertraulich bleiben müssen, wäre vielleicht zumindest eine gemeinsame Darstellung der Beschaffungskostenentwicklung durch mehrere Provider möglich.
Und wenn selbst das kaum umsetzbar ist, wäre das für mich ein zusätzlicher Grund, die Rahmenbedingungen auf EU-Ebene zu hinterfragen.
Welche Verantwortung tragen die Speicherhersteller und die großen Abnehmer aus dem KI-Bereich? Reichen die bisherigen Wettbewerbsregeln aus? Und sollte untersucht werden, ob bestimmte Marktakteure stärker an den wirtschaftlichen Folgen beteiligt werden müssten?
Für mich zeigt diese Entwicklung jedenfalls nicht, dass „der Markt“ das Problem von allein regelt.
Mich würde deshalb interessieren, ob netcup und die Community es für angebracht halten, gemeinsam auf europäischer Ebene aktiv zu werden.
Gerade weil die Preissteigerungen so erheblich ausfallen, finde ich es wichtig, jetzt über Transparenz und mögliche Veränderungen zu sprechen – nicht erst dann, wenn weitere Projekte wirtschaftlich nicht mehr tragbar sind.
Gruß