RAMpocalypse: We need to talk about pricing ... again

  • Danke für die ausführliche Erklärung und die offene Kommunikation über die anstehenden Änderungen. Dass bestehende Verträge nicht ebenfalls verteuert werden, ist erfreulich. Gleichzeitig macht die Ankündigung für mich deutlich, wie ernst die Lage inzwischen ist. Deshalb würde mich neben der Sicht von netcup ausdrücklich auch die Einschätzung der Community interessieren.

    Bei den Root Servern (RS) sprechen wir laut Ankündigung von Preissteigerungen zwischen 70 und 110 %, teilweise verbunden mit weniger Speicher. Solche Änderungen betreffen nicht nur die nächste Bestellung, sondern auch die langfristige Planung von Projekten und Unternehmen.

    Wie soll sich die europäische Hostingbranche entwickeln, wenn neue Infrastruktur in dieser Größenordnung teurer wird? Und wie lange können Kunden solche Preise noch mittragen?

    Gerade die Höhe dieser Erhöhungen zeigt für mich, warum eine breitere Diskussion notwendig ist. Es geht nicht mehr nur darum, ob ein einzelner Tarif noch bezahlbar bleibt.

    Wenn Infrastrukturkosten erheblich steigen, können neue Dienste ausbleiben oder bestehende Angebote für deren Nutzer teurer werden. Die Folgen reichen damit möglicherweise weit über die unmittelbaren Hostingkunden hinaus.

    Deshalb halte ich auch mehr Transparenz innerhalb der Hardwarelieferkette für wichtig.

    Netcup erklärt, dass die tatsächlichen Einkaufspreise aufgrund bestehender Verträge nicht veröffentlicht werden dürfen. Aber muss das dauerhaft so bleiben?

    Könnten die Lieferanten einer Offenlegung ihrer Namen und tatsächlichen Preisentwicklungen zustimmen? Und wäre es nicht sinnvoll, bei künftigen Beschaffungsverträgen entsprechende Transparenzmöglichkeiten ausdrücklich vorzusehen?

    Gerade bei angekündigten RS-Erhöhungen von bis zu 110 % ist „das erlauben unsere Verträge nicht“ für mich keine zufriedenstellende Antwort auf die Transparenzfrage. Ich möchte verstehen, ob die Branche hier überhaupt Verhandlungsspielraum besitzt.

    Falls einzelne Konditionen vertraulich bleiben müssen, wäre vielleicht zumindest eine gemeinsame Darstellung der Beschaffungskostenentwicklung durch mehrere Provider möglich.

    Und wenn selbst das kaum umsetzbar ist, wäre das für mich ein zusätzlicher Grund, die Rahmenbedingungen auf EU-Ebene zu hinterfragen.

    Welche Verantwortung tragen die Speicherhersteller und die großen Abnehmer aus dem KI-Bereich? Reichen die bisherigen Wettbewerbsregeln aus? Und sollte untersucht werden, ob bestimmte Marktakteure stärker an den wirtschaftlichen Folgen beteiligt werden müssten?

    Für mich zeigt diese Entwicklung jedenfalls nicht, dass „der Markt“ das Problem von allein regelt.

    Mich würde deshalb interessieren, ob netcup und die Community es für angebracht halten, gemeinsam auf europäischer Ebene aktiv zu werden.

    Gerade weil die Preissteigerungen so erheblich ausfallen, finde ich es wichtig, jetzt über Transparenz und mögliche Veränderungen zu sprechen – nicht erst dann, wenn weitere Projekte wirtschaftlich nicht mehr tragbar sind.

    Gruß

    Ich stehe für FIDO2, FOSS und strenges Copyleft – mit Offenheit über AGPL hinaus, Förderung freier Software und steuerlichen Nachteilen für proprietäre Abhängigkeiten.

  • auch die langfristige Planung von Projekten und Unternehmen.

    Ja, das sollte sie auch. Aber auf eine andere Art als du denkst. Es sollte überdacht werden, ob jeder kleine oder mittlerwe Webauftritt einen eigenen Server braucht und ob man für jede Frisörseite ein riesen CMS braucht. Früher hatte ich (und nicht nur ich) genau EINEN Server im Internet. Dieser hatte 253 IP Adressen und hat mehrere hundert Kunden bedient. Nicht nur mit Webseiten, sondern auch mit Email und Dateiaustausch. Nur die Gigabyteweise künstlich erzeugten Videos für jeden Fxxz, die nichtmal echte Menschen zeigen, fehlten.

    Ja, auch die Anbindungen waren schmaler, aber wir sind von den bisher ultrabilligen Servern viel zu verwöhnt.

    Und wie lange können Kunden solche Preise noch mittragen?

    99% der Webanwendungen sind ein Luxusgut und im Grunde völlig unnötig. Der Fensterputzer braucht kein online Mangementsystem mit weltweitem Zugriff.

    Deshalb halte ich auch mehr Transparenz innerhalb der Hardwarelieferkette für wichtig.

    Das würde den Gedanken der Privatwirtschaft völlig zerstören.

    Preisliche Transparenz ist bei öffentlichen Geldern notwendig. In der Privatwirtschaft zerstört sie Existenzen und schürt Neid und Mißgunst.

    "Wieso kriegt DER das 3 Cent billiger als ich? Das bezahl ich nicht..."

    Und wäre es nicht sinnvoll, bei künftigen Beschaffungsverträgen entsprechende Transparenzmöglichkeiten ausdrücklich vorzusehen?

    Im Öffentlichen Sektor und bei "lebenswichtigen" Sachen (wie zb den Öl und Spritpreisen) auf jeden Fall. Genauso, wie dann eine Übergewinnabschöpfung.

    So war zb die Privatisierung der Bahn, oder der Stromversorgung ohne genaue staatliche Preisdeckel und Kontrollen genauso ein Unding, wie die vielerorts bereits erfolgte Privatisierung der Wasserversorgung.

    Das hat nur zu unglaublichen Übergwinnen der privaten Versorger geführt und zu so vor Geld strotzenden Lobbyverbänden, dass dieser der Politik die entsprechenden Gesetze diktieren.

    Ich möchte verstehen, ob die Branche hier überhaupt Verhandlungsspielraum besitzt.

    Dann musst du dich zu einem Teil der Branche machen und entsprechende Preisverhandlungen führen.

    ein zusätzlicher Grund, die Rahmenbedingungen auf EU-Ebene zu hinterfragen.

    Jede, jede, wirklich JEDE "EU Hinterfragung" bedeutet am Ende einen Nachteil und Zusatzkosten für den einzelnen Bürger, weil die schlussendlichen Entscheidungen auch von der Lobby diktiert werden.

    ob netcup und die Community es für angebracht halten, gemeinsam auf europäischer Ebene aktiv zu werden.

    Für mich ein eindeutiges "auf gar keinen Fall". Dabei kommt nur wieder eine vollkommene Überregulierung an der absolut falschesten Stelle raus.

  • Starkes Statement! Ich finde es gut dass hier sehr offen mit der aktuellen Marktsituation umgegangen wird. Dennoch muss ich ehrlich sagen, sollte sich die naechste Preiserhoehung (falls eine kommt) auch auf Bestandskunden auswirken, bin ich hier leider von netcup weg. Ich bin knappe 2 Jahre sehr zufriedener Kunde bei netcup und die Server haben immer gute Dienste geleistet. Dennoch sollte irgendwo bei jedem eine preisliche Schmerzgrenze vorhanden sein. Ich danke euch aber sehr, dass ihr die Preise fuer die Bestandskunden vorerst nicht anhebt, das schaetze ich sehr.

    Ein anderes Thema: Da sich hier mittlerweile mitunter auch die ganzen Leute melden, die gerne die Server gegen Krypto weiter tauschen oder verhandeln wollen, sollte die Moderation eventuell aufpassen, was hier im Forum passiert. Es kann nicht sein, dass wir auf Deutsch gesagt von so vielen (vermutlich Chinesen) mittlerweile "verarscht" werden, die uns hier anscheinend scammen wollen. Das Gleiche gilt fuer diese "automatischen Bots", die die ganzen Server Transfer Codes wegscrapen (aka Scalper). Die Tauschboerse muss eventuell (mehr/besser?) abgesichert werden, aber die meisten Leute, die hier sind, werden eh nicht auf irgendeinen Krams von diesen Leuten reinfallen. (Hoffe ich zum mindest?)

    Des Weiteren zum Thema Tauschboerse:
    Es waere eventuell schoen, wenn wir das Thema Politik aus dem Forum rauslassen koennten und eventuell gerade gegen diese "Bots / Scalper" vorgehen koennten, die hier Bilder von Kim aus Nordkorea oder Xi aus China haben und da ist es voellig egal, ob es originale oder veraenderte "Meme-Bilder" sind. Was genau hat der ganze Krams hier in einem Tech/IT Forum zu suchen? Das ist mir besonders ins Auge gesprungen, nachdem ich immer wieder die Tauschboerse beobachtet hatte, um zu sehen, was die Leute hier eigentlich abziehen. Ich finde das nicht ok.

    Normalerweise antworte ich hier nicht gerne, da von einigen Mitgliedern doch gerne mal ein sehr rauer Ton an den Tag gelegt wird. Dennoch habe ich mich entschieden, mich erneut im Forum zu registrieren, um endlich einmal meine Meinung zu aeussern und ehrlich zu sagen, was ich von der aktuellen Situation halte.

    Einmal editiert, zuletzt von sudoNoSleep (23. September 2026 um 12:18) aus folgendem Grund: Fehlerkorrekturen

  • Für mich ein eindeutiges "auf gar keinen Fall". Dabei kommt nur wieder eine vollkommene Überregulierung an der absolut falschesten Stelle raus.

    Im Ergebnis hätten die europäischen Hoster mehr Auflagen und Kosten durch die Regulierung durch die EU, die ihrerseits auf die maßgeblichen Preistreiber genau gar keinen Einfluss hat.

  • Das Problem, das du dabei haben wirst: Wo willst du hin?
    Bei anderen Providern sieht es mit den Preisen nicht besser aus.

    Korrekt, da muss ich mich dann umschauen. Entweder den kleinsten und guenstigsten VPS den ich finden kann mit ner IPv4 fuer nen Wireguard Tunnel, damit ich meinen Mailserver nach Hause ziehen kann, oder ich muss in den Business Tarif meines ISP's wechseln um eine feste IPv4 zu bekommen. Bis jetzt ist der Preis fuer meinen RS 1000 G11 Ultra ja noch in Ordnung. :)

  • Das Problem, das du dabei haben wirst: Wo willst du hin?
    Bei anderen Providern sieht es mit den Preisen nicht besser aus.

    es gibt noch welche, wo du z.b. vertraglich für 1 monat, 1 jahr oder 2 jahre (frei wählbar) 6 kerne und 16gb ram für nur 10€ im monat bekommst.

    du wirst bei anderen abstriche ziehen müssen, angefangen mit der community und der möglichkeit deinen server zu tauschen ... so etwas habe ich noch bei keinem anbieter außer hier gesehen und erfahren.

    also für mich wäre aktuell noch kein wechsel eine option. als erstes werde ich hier inaktiv, wenn mit den ganzen bots und wahrscheinlichen betrugsversuchen (welche schon angesprochen wurden) sich nichts ändern sollte. bei einer erhöhung für bestandsverträge würde ich dann wohlmöglich auch weiterziehen - wer suchet der findet

  • Wie soll sich die europäische Hostingbranche entwickeln, wenn neue Infrastruktur in dieser Größenordnung teurer wird? Und wie lange können Kunden solche Preise noch mittragen?

    Allerdings ist das kein reines problem der europäischen Hosting Branche, sondern das ist ein globales problem. AI verursacht eine Verknappung auf dem globalen Markt, da die Nachfrage für den AI Sektor die derzeitigen Produktionskapazitäten signifikant übersteigt. Neue Fertigungskapazitäten sind auch nicht von heute auf morgen aufgebaut.

    Mit den steigenden Öl preisen durch internationale Konflikten, wird zukünftig auch der Transport von Waren um die Welt teurer werden, was sich dann natürlich auch auf globale Beschaffungspreise von Hardware auswirken wird.

    CPU's kommen aus Taiwan. Flash Speicher und DRAM Bausteine Aus Taiwan, China und Südkorea. Mainboards, Netzwerkkarten etc. wir dann auch alles in China produziert. Ich glaube es gibt die ein oder andere Fabrik für NVME auf den Philippinen oder in Malaysia (dort werden dann die Flash speicher aus z.b. Südkorea) dann zur vollwertigen NVMe zusammen gesetzt.

    Die einzelnen Komponenten müssen bis zum fertigen Produkt viele tausende KM transportiert werden und dann nochmal viele tausende km bis zum Kunden. bei steigenden Logistikkosten wird das also auch nochmal ein Kostentreiber für alles an elektronischen Geräten sein. Sei es der Server im Rechenzentrum, das neue Notebook oder das Seniorenhandy für die Großeltern.

    Wir (als Gesellschaft) stehen vor herausfordernden Zeiten!

    Mit freundlichen Grüßen
    Kai Stenders
    netcup Team
    Operations

  • Ja, das sollte sie auch. Aber auf eine andere Art als du denkst. Es sollte überdacht werden, ob jeder kleine oder mittlerwe Webauftritt einen eigenen Server braucht und ob man für jede Frisörseite ein riesen CMS braucht. Früher hatte ich (und nicht nur ich) genau EINEN Server im Internet. Dieser hatte 253 IP Adressen und hat mehrere hundert Kunden bedient. Nicht nur mit Webseiten, sondern auch mit Email und Dateiaustausch. Nur die Gigabyteweise künstlich erzeugten Videos für jeden Fxxz, die nichtmal echte Menschen zeigen, fehlten.

    Ich würde hier nicht pauschal von unnötiger Infrastruktur ausgehen. Für viele kleinere Betriebe ist ein CMS keine übertriebene Luxuslösung, sondern schlicht der praktikable Standard. Nicht jeder kann sich eine individuell entwickelte Webseite aus wenigen Komponenten erstellen und anschließend dauerhaft pflegen lassen.

    Natürlich kann man darüber diskutieren, ob jeder Dienst einen eigenen Server benötigt. Aber gerade Nutzer, die mehrere Anwendungen auf einer Maschine zusammenfassen und ihre Ressourcen bewusst einsetzen, sollten wir nicht mit Leuten gleichsetzen, die Hardware horten oder Systeme unnötig überdimensionieren.

    Vor allem geht mein ursprünglicher Beitrag über Webhosting hinaus. Auch jemand, der seinen bestehenden PC aufrüsten oder eine defekte SSD ersetzen möchte, ist von den Speicherpreisen betroffen. Diese Käufer können wir schlecht auf eine schlankere Webseite verweisen.

    Das würde den Gedanken der Privatwirtschaft völlig zerstören.

    Preisliche Transparenz ist bei öffentlichen Geldern notwendig. In der Privatwirtschaft zerstört sie Existenzen und schürt Neid und Mißgunst.

    Warum soll Transparenz gleich Neid und Missgunst bedeuten? Wir sollten als Markt doch mit unterschiedlichen Konditionen umgehen können, ohne daraus einen Schulhofstreit zu machen.

    Ich erwarte nicht, dass netcup einzelne Einkaufspreise veröffentlicht. Aber Hersteller sollten ihre Kosten- und Preisentwicklung gegenüber zuständigen Stellen nachvollziehbar erklären können. Zusammengefasste Informationen wären auch für Händler, Mitbewerber, Kunden und Politik interessant.

    Dabei würde ich nicht einfach gelten lassen, dass KI-Unternehmen mehr bezahlen und sich deshalb künftig alles nur noch an ihnen orientiert. Der allgemeine Markt besteht schließlich nicht ausschließlich aus Großkunden mit riesigen Budgets. Warum sollte deren Zahlungsbereitschaft allein bestimmen, was RAM und SSDs für alle anderen kosten?

    Im Ergebnis hätten die europäischen Hoster mehr Auflagen und Kosten durch die Regulierung durch die EU, die ihrerseits auf die

    Genau das möchte ich eigentlich vermeiden. Mein Gedanke ist nicht, europäischen Hostern zusätzliche Auflagen und Kosten aufzubürden, während sich an der vorgelagerten Lieferkette nichts ändert.

    Ich würde vielmehr dort ansetzen wollen, wo Speicherchips, RAM-Module und SSDs auf den europäischen Markt gelangen. Ob diese Produkte in Taiwan, China, Südkorea oder anderswo hergestellt wurden, wäre für diesen Ansatz zunächst zweitrangig. Entscheidend wäre, unter welchen Bedingungen sie hier angeboten und verkauft werden.

    Dabei könnte man über Transparenzpflichten gegenüber Herstellern und Importeuren sowie mögliche weitere Marktregeln sprechen. Ob und wie solche Instrumente rechtlich umsetzbar wären, müsste natürlich geprüft werden. Aber gerade weil europäische Hoster die Entscheidungen der Speicherhersteller kaum beeinflussen können, möchte ich nicht ausschließlich bei den Hostern ansetzen.

    Allerdings ist das kein reines problem der europäischen Hosting Branche, sondern das ist ein globales problem. AI verursacht eine Verknappung auf dem globalen Markt, da die Nachfrage für den AI Sektor die derzeitigen Produktionskapazitäten signifikant übersteigt. Neue Fertigungskapazitäten sind auch nicht von heute auf morgen aufgebaut.

    Mit den steigenden Öl preisen durch internationale Konflikten, wird zukünftig auch der Transport von Waren um die Welt teurer werden, was sich dann natürlich auch auf globale Beschaffungspreise von Hardware auswirken wird.

    CPU's kommen aus Taiwan. Flash Speicher und DRAM Bausteine Aus Taiwan, China und Südkorea. Mainboards, Netzwerkkarten etc. wir dann auch alles in China produziert. Ich glaube es gibt die ein oder andere Fabrik für NVME auf den Philippinen oder in Malaysia (dort werden dann die Flash speicher aus z.b. Südkorea) dann zur vollwertigen NVMe zusammen gesetzt.

    Die von dir beschriebene globale Lieferkette ist mir durchaus bewusst. Neue Fabriken entstehen nicht über Nacht. Aber vielleicht sollten wir langsam überlegen, ob wir diese Kette an bestimmten Stellen aufbrechen oder ihr ein paar verbindliche Schlösser anlegen müssen.

    Die EU legt bereits fest, unter welchen Bedingungen Produkte auf unseren Markt gelangen dürfen. Warum sollten wir also nicht auch bei RAM und SSDs genauer hinschauen und vor allem die vorgelagerten Hersteller einbeziehen, statt netcup zusätzlich zu belasten?

    Denn wie soll sich jemand mit einem moderaten Einkommen langfristig noch einen vernünftigen PC oder hier bei netcup einen Server leisten können, wenn die Preise immer weiter steigen?

    Eine Preisangabe sollte schließlich eine nachvollziehbare Zahl sein. Das Unendlichkeitszeichen ∞ mag in der Mathematik sinnvoll sein – als gefühltes Preisschild für einen PC oder Server wäre es ziemlich absurd.

    Ich stehe für FIDO2, FOSS und strenges Copyleft – mit Offenheit über AGPL hinaus, Förderung freier Software und steuerlichen Nachteilen für proprietäre Abhängigkeiten.

  • Der allgemeine Markt besteht schließlich nicht ausschließlich aus Großkunden mit riesigen Budgets. Warum sollte deren Zahlungsbereitschaft allein bestimmen, was RAM und SSDs für alle anderen kosten?

    Weil so Wirtschaft funktioniert?!! Wenn die KI-Buden große Teile der gesamten Weltmarktproduktion aufkaufen bleibt ja viel zu wenig Angebot für viel zu hohe Nachfrage übrig.

    Schön finde ich das sicher auch nicht. Und klar wird sich da massiv daran bereichert. Aber niemand der damit sein Geld verdient und nicht kompletter Idealist ist würde ein Produkt zu einem Bruchteil des Preises an Privatkunden verkaufen, wenn er für ein vielfaches davon teurer an einen - noch dazu einzelnen - Großabnehmer verkaufen kann...

    SUCHE Mini-Web-/Mailhosting: https://forum.netcup.de/thread/21928

  • es gibt noch welche, wo du z.b. vertraglich für 1 monat, 1 jahr oder 2 jahre (frei wählbar) 6 kerne und 16gb ram für nur 10€ im monat bekommst.

    du wirst bei anderen abstriche ziehen müssen, angefangen mit der community und der möglichkeit deinen server zu tauschen ... so etwas habe ich noch bei keinem anbieter außer hier gesehen und erfahren.

    also für mich wäre aktuell noch kein wechsel eine option. als erstes werde ich hier inaktiv, wenn mit den ganzen bots und wahrscheinlichen betrugsversuchen (welche schon angesprochen wurden) sich nichts ändern sollte. bei einer erhöhung für bestandsverträge würde ich dann wohlmöglich auch weiterziehen - wer suchet der findet

    Es fällt mir schwer, an diesen Preis für eine aktuelle Bestellung zu glauben. 6 Kerne sind für jeden Preis freilich immer möglich, notfalls macht man aus einem Core eben 6 vCores. Speicher auch, gibt es dann halt nur 20 oder 30 GB. Beim RAM wird es aber schwierig, da kann ich mich jedenfalls bei netcup nicht an ein solches Angebot erinnern, auch nicht aus der Zeit vor der AI-Geschichte. Trotzdem habe ich derzeit - noch - einen solchen VPS, den man allerdings mittlerweile nicht mehr zu diesen Konditionen bekommt, sondern jenseits der 30€. Und er kann laut AGB auch jederzeit teurer werden.

    Ab einer gewissen Schmerzgrenze werde ich sicher auch "weiterziehen". Ich rechne aber damit, dass es, wenn es tatsächlich zu einer weiteren Erhöhung der Preise von Bestandsverträgen bei netcup kommt, dafür eh zu spät sein wird, weil es auch anderswo nichts günstiges mehr geben wird. Die können sich ihre Cores, RAM usw. auch nicht selbst schnitzen. Da ziehe ich dann also eher weiter zu einem anderen Hobby

  • Daher meine Frage:

    Gilt das Upgrade RS 1000 G12 → RS 2000 G12 auch für einen RS 1000 G12 ip iv 12M MNZ in Manassas?

    Falls ja: Ist es möglicherweise ein Problem mit der Tarifzuordnung im CCP oder liegt aktuell eine Einschränkung für MNZ vor?

    Vielen Dank!

    Hallo Leo Lam

    hier hat es sich tatsächlich um ein kleines Problem bei den Einstellungen dieses Produkts gehandelt.
    Das wurde in der Zwischenzeit behoben, ein Upgrade sollte nun auch in deinem Fall möglich sein.
    Du kannst es gerne erneut versuchen.

    Vielen Dank für deine Geduld!

    Liebe Grüße
    Sarah & das netcup-Team

  • Erstmal viele Dank an alle, die hier schon so fleißig geantwortet und geschrieben haben.

    Bei den Root Servern (RS) sprechen wir laut Ankündigung von Preissteigerungen zwischen 70 und 110 %, teilweise verbunden mit weniger Speicher. Solche Änderungen betreffen nicht nur die nächste Bestellung, sondern auch die langfristige Planung von Projekten und Unternehmen.

    Wie soll sich die europäische Hostingbranche entwickeln, wenn neue Infrastruktur in dieser Größenordnung teurer wird? Und wie lange können Kunden solche Preise noch mittragen?

    Eine sehr wertvolle Diskussion.

    Wir beschäftigen und intern die ganze Zeit damit. Anfang des Jahres dachten wir, dass es vielleicht noch 2027 wieder runtergehen wird oder vielleicht, dass eine Bubble platzt. Wenn wir damals gewusst hätten, dass es nur noch weiter nach oben geht, dann hätten wir noch mehr Hardware eingekauft.

    Wir von unserer Seite haben versucht so lange wie möglich die Preise unten zu halten - in der Hoffnung, dass die Nachbeschaffung wieder zu geringeren Preisen möglich wird. Das absolute Gegenteil ist passiert.

    Außerdem gibt es ja auch einen Austausch in der Branche auf einschlägigen Events oder auch direkt,. Da gab es die Optimisten, die sagen es wird spätestens diesen Sommer wieder besser und die Pessimisten, die dachten es wird 20x so teuer. Schlussendlich sitzen wir (Cloud- und Infrastrukturanbieter) alle im selben Boot: Jeder versucht günstig die Hardware zu beschaffen.

    Irgendwann ist das letzte Lager ausgeräumt, der letzte DDR4 und die letzte SSD verbaut und man muss nachbeschaffen. Das betrifft alle, weil keiner unlimitiert Hardware gebunkert hat.

    Wir auf unserer Seite haben nicht mal die gesamten Kosten weitergegeben und bewusst auf Marge verzichtet, um es irgendwie verträglicher zu machen. Wobei man ganz ehrlich sagen muss: 110% ist ein Aufschlag, der nicht sehr verträglich ist, wenn man das aus der eigenen Tasche zahlen muss.

    Deshalb halte ich auch mehr Transparenz innerhalb der Hardwarelieferkette für wichtig.

    Die Transparenz ist eh da - ich hab die Börsepreise gepostet. Dort seht ihr, was der Speicher am Markt kostet. Verdienen tun da dran alle, die den Speicher herstellen - und das sind drei großen Anbieter für Speicher. Selbst die großen Hyperscaler kaufen jetzt zu diesem Preis zu.

    Also es würde dir auch die Offenlegung sämtlicher Kosten nichts bringen, weil sie ohnehin mehr oder weniger transparent sind. Man hat hier fast keine Schankungen - im Großeinkauf spricht man im Anbietervergleich von Schwankungen unter 1%.

    Und wenn selbst das kaum umsetzbar ist, wäre das für mich ein zusätzlicher Grund, die Rahmenbedingungen auf EU-Ebene zu hinterfragen.

    Genau das tun wir seit etwa zwei Jahren. Ich setze mich da im Rahmen der CISPE mit einigen anderen Anbietern aus Europa dafür ein, dass die Rahmenbedingungen besser werden und die europäische Cloud- und Infrastruktur Branche eine Stimme bekommt. Das gelingt bei fairen Regulierungen (oder Deregulierungen), bei Lizenz- und Wettbewerbskämpfen und vielem mehr sehr gut. Nur hier sind wir in keiner Wettbewerbssituation - wir sind hier in der beinharten Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Solange die Anfrage so anhält (und das tut sie) und das Angebot gering ist (das bleibt es, weil Fabriken nicht so schnell gebaut werden können), wird der Preis oben bleiben.

    Für mich zeigt diese Entwicklung jedenfalls nicht, dass „der Markt“ das Problem von allein regelt.

    Das ist Marktwirschaft - sehr nüchtern betrachtet. Oft ist es super, weil es Innovation und gute Preise fördert, aber es hat eben auch Schattenseiten - wie wir es jetzt gerade sehen.


    Was kann man jetzt dagegen machen?

    Es wurde eh schon teilweise geschrieben und da spreche ich gegen unser Geschäft, aber ganz ehrlich: Mehrere Services auf einem Server, Software speicherärmer programmieren (Microsoft Windows hat mit den neuen Patches grad genau das gemacht btw), Logrotation (ist so offensichtlich, machen aber wenige), etc.

    Es ist ein bisschen wir in den 80er und 90ern, wo man sich ganz genau überlegt hat, wie viel RAM eine Variable benötigt :)

  • Und ich hab erst meinen VPS gekündigt, weil überdimensioniert. Die Tage ausgelaufen.
    Tja, den hätte ich auch behalten können 🥲


    Und dann habe ich jetzt tagelang hin und herüberlegt. Viel verglichen und überlegt, ob es sich lohnt auf den Black Friday zu warten.

    Aber da wird man wohl auch keine Kracher erwarten können.

    Dann werde ich mir wohl einen Lite klinken. Andere Anbieter sind eher teuerer, statt günstiger. Und bisher war ich auch immer 100% zufrieden.

  • Und ich hab erst meinen VPS gekündigt, weil überdimensioniert. Die Tage ausgelaufen.
    Tja, den hätte ich auch behalten können 🥲


    Und dann habe ich jetzt tagelang hin und herüberlegt. Viel verglichen und überlegt, ob es sich lohnt auf den Black Friday zu warten.

    Aber da wird man wohl auch keine Kracher erwarten können.

    Dann werde ich mir wohl einen Lite klinken. Andere Anbieter sind eher teuerer, statt günstiger. Und bisher war ich auch immer 100% zufrieden.

    Schon in März wurde offen kommuniziert, dass es für VPS sowie RS keine Angebote mehr geben wird (Angefangen mit einer Osteraktion). Es macht einfach keinen Sinn, solche Angebot noch raus zu hauen während man über knappe Ressourcen klagt und die Preise für Kunden deswegen erhöhen muss