Netcup selbst "Opfer" einer Mailing-List geworden?

  • Ich habe gerade eine eMail erhalten (siehe Anhang). Ich gehe davon aus, dass jemand gerade wieder massenweise diese Listing-Bombs verwendet, um Leute zu schikanieren. Scheinbar ist netcup diesmal selbst darauf reingefallen und hat geantwortet. Als Hoster würde ich mir gut überlegen, ob es sinnvoll ist, automatisch auf Listen zu antworten. Denn das kann - wie in dem Fall hier jetzt - schnell missbraucht werden.

    Noch jemand mit der Problematik? Die Spam-eMail wurde von meinem eMail-Server korrekt einsortiert, aber eine Netcup eMail geht natürlich durch :> genauso die vielen anderen die automatisiert auf sowas antworten.

    Würde mich interessieren wie andere mit sowas umgehen... die spam emails kommen praktisch immer von google via List.

  • slackito: Bitte in derartigen Fällen die (hinreichend) vollständigen Header in Textform zitieren (ggf. mit notwendiger Anonymisierung des Empfängers). Ich kann nicht erkennen, dass Netcup hier geantwortet hätte – der Absender im linken Screenshot sieht doch sehr obskur aus.

    VServer IOPS Comparison Sheet: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1w38zM0Bwbd4VdDCQoi1buo2I-zpwg8e0wVzFGSPh3iE


  • Ganze Header geht nicht, ist zu gross. Die eMail von Netcup ist - so wie ich das sehe - absolut legit. Das Problem ist, dass die netcup.de eMail-Adresse in eine Spam-List von google aufgenommen wurde. Jetzt hat der Spammer die Spam-eMails rausgehauen, und - in meinen Augen - schlecht konfigurierte Systeme antworten auch automatisiert auf Listen. Und genau diese Antwort habe ich erhalten - und die sind praktisch nicht filterbar.

  • Das kommt über einen Exploit des Jira-Systems von Netcup.

    D.h. öffentliches Supportformular ausfüllen, Ticket wird erstellt, Automatisches Reply...

    Der Spammer gibt als Betreff die Werbebotschaft ein, dazu als Empfänger eine Maillinglistenadresse.
    Schon bekommt jeder, den man in die Mailingliste (hier irgendwas bei Google) aufgenommen hat eine legitime Email von Netcup.

    Die Mail stammt dann tatsächlich authentisch von Netcup, deswegen DKIM etc. korrekt.

    Schnellste sinnvolle Lösung: Formular nur via CCP zugänglich machen, am Besten dann schon mit allen wesentlichen Daten versehen.
    Vermutlich einzig sinnvolle Lösung, wenn es öffentlich bleiben soll: Versandbestätigung im Browser anzeigen, keine Bestätigungsmail.
    Ansonsten viel Glück beim Formularspam-Blocken.

    Ansonsten bekomme ich gerade eine Idee, was gerade im Ticketsystem abgeht und der Support überlastet ist.

    Edited 3 times, last by darkstar: Verständlichkeit optimiert. (August 4, 2026 at 3:04 PM).

  • Hatte mich eben schon erschrocken außerplanmäßig eine Netcup-Mail zu haben, bis ich gemerkt habe, dass es wieder diese lästigen Google Groups Spamverteiler sind, wo man dann so schön den Kampf der Auto-Antworten in der Inbox hat.

  • Im Anhang der gesamte Log.


    darkstar eine Idee was man als Betreiber eines eMail-Systems dagegen tun kann - so wie ich nun? Vermute nichts...? Pauschal alle google Listen zu blockieren wäre eine radikale Lösung, aber das ist problematisch, denn es gibt - leider - immer mehr Firmen und co. die diese Seuche verwenden. Und die will man dann ja nicht blocken... :/

  • Das kommt über einen Exploit des Jira-Systems von Netcup.

    Diese Methode gibt es, ist es aber in diesem Fall nicht. Man kann der Email entnehmen, dass es eine automatische Antwort auf eine "Supportanfrage" an die Support-Emailadresse ist und keine Versandbestätigung eines Webformulars. Das ist "Backscatter". Die Antwort geht an eine Mailinglistenadresse, die sie dann an alle anderen Opfer dieses Spammers verteilt. Solche Out-of-office replies und andere automatische Antworten bekommt man ständig, wenn man die Google Listen nicht sperrt. Die Mailingliste ist aber eigentlich nur als Verteilmechanismus für die ursprüngliche Spamnachricht gedacht.

    Edited once, last by NaN (August 4, 2026 at 3:22 PM).

  • NaN genau so. Die Frage ist jetzt für mich nur, was kann ich dagegen tun? Ausser alle google-List sperren. Mich würde da brennend interessieren wie andere eMail-Hoster damit umgehen...

    Eigentlich kann man wohl seine E-Mail-Adresse komplett bei google groups vom Hinzufügen solcher Listen sperren, braucht dafür aber einen Google Account mit dieser.

    Hab ich mal versucht, aber Google will mich keinen Account damit erstellen lassen, weil sie vor Jahren mal als Backup-Adresse in meinem tatsächlichen Account eingetragen war.

  • Was wäre denn ein sinnvolles Filtermerkmal, um ohne Rücksicht auf Verluste alle Google Groups Mails rauszufiltern? Auf die Existenz des Headers X-Google-Group-Id prüfen?

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    Edited once, last by Dean (August 4, 2026 at 3:58 PM).

  • Diese Methode gibt es, ist es aber in diesem Fall nicht. Man kann der Email entnehmen, dass es eine automatische Antwort auf eine "Supportanfrage" an die Support-Emailadresse ist und keine Versandbestätigung eines Webformulars. Das ist "Backscatter".

    Ich hatte, als ich geantwortet habe, nur den Anfang des Headers aus der Mail von slackito, nicht den kompletten aus dem Log.
    Im letzteren sehe ich auch kein netcup mehr...

  • Es ist eigentlich eine riesen Schweinerei was Google da treibt. Es darf nicht möglich sein, dass irgendwer wildfremdes Gruppen/Listen erstellt, dann dort wild eMail-Adressen hinzufügt, ohne dass die irgendwas davon mitbekommen und dann an die Gruppen eMails raushaut. In meinen Augen ist das ein absoluter DSGVO-Verstoss. Blos wie/wer will dagegen vorgehen?

    Was ich mir in jedem Fall von Netcup wünschen würde ist, nicht auf solche Listen automatisch zu antworten. Weil genau diese Antworten sind es, die durchgehen. Und irgendwann landen die halt auch im Spam - obwohl die Sender sonst legitim wären.

    Werde mal den EDÖB sowie die irische Datenschutzbehörde informieren. Aber ich vermute, der EDÖB wird sagen "Juckt uns nicht, ist EU-Zeug" und die 2-Mann-Datenschutzbude in Irland wird erst in 17 Jahren die eMail lesen, weil die vorher die millionen anderer eMails lesen :>

  • Sie sind ja von der EU kürzlich "bestraft" worden in anderer Sache. Leider aus Angst vor Trump und seinen "Zöllen" nicht annähernd so hart, wie es eigentlich angemessen gewesen wäre. Man müsste sie echt mal mit ihrem eigenen Geraffel so drankriegen, dass sie mal ne Weile offline sind. Vielleicht befrage ich mal Googles KI dazu, die sollte sich eigentlich bei Google auskennen. :evil:

  • alle google Listen zu blockieren wäre eine radikale Lösung, aber das ist problematisch, denn es gibt - leider - immer mehr Firmen und co. die diese Seuche verwenden.

    Aha?

    Ist es nicht so, dass Google diesen Dienst eingestellt hat und es nurnoch bestehende listen gibt (denen man aber weiter wild adressen zufügen kann)?

    Ich glaube sowas gelesen zu haben als ich das letzte mal nach einem Filter der google listen schaute.

    Nur umgesetzt hab ichs noch nicht und natürlich auch gerade 2 dieser Mails im Fach...

  • Ist es nicht so, dass Google diesen Dienst eingestellt hat

    Nein. Da werden weiterhin neue Listen erstellt und kurz darauf wieder entfernt (der unsubscribe Link ist meist bereits ungültig wenn man die Mails zu Gesicht bekommt), nur die Auto-Antworten reagieren bereits bevor die Liste durch ist und vom Ersteller wieder gelöscht wird.