RAMpocalypse: We need to talk about pricing

  • Auch ohne Zeitskala weiß man als ITler, dass die Preisexplosion ca Okt/Nov 2025 angefangen hat. Und offensichtlich befinden wir uns gerade am Ende der Kurve.

    RS 2000 G12 Pro BW25 (8C EPYC 9645, 16GB, 1TB) | RS 500 G12 BW25 (2C EPYC 9645, 4GB, 128GB) | RS Cyber Quack (1C,2GB,40GB)

  • Also ehrlich gesagt zweifel ich doch etwas daran, dass diese Preiserhöhung in dieser Art und Weise durch den Absatz in den AGBs abgedeckt ist - aber ich bin kein Jurist.

    Der Absatz in den AGBs ist dafür m.E. zu unspezifisch und deckt ggf. anfallende Index - Anpassungen ab, aber keine fast 19% Erhöhung. Aus meiner Sicht müsste für eine derartige Erhöhung explizit die Zustimmung eingeholt werden und kann nicht durch Zustimmungsfiktion (= schweigen/nicht kündigen ist Zustimmung) wirksam werden. Stimmt der Kunde nicht zu, steht es netcup natürlich frei vom Kündigungsrecht gebrauch zu machen.

    Auch die Fristen und Co. sind sehr seltsam gewählt, laut Mail kann man sein Sonderkündigungsrecht 3 Monate nach Erhalt der Mail ausüben, die neuen Preise gelten aber schon nach 1,5 Monaten.

    Der nächste Punkt der einen weiteren Nachgeschmack bei der Sache hinterlässt: Die einzige Information über die geplante Erhöhung ist eine eher unscheinbare E-Mail, keine Information im CCP/SCP/etc. Dort gibts auch keine Möglichkeit von seinem Sonderkündigungsrecht gebrauch zu machen, dafür muss man explizit den Link und die Tokens in der Mail nutzen - spricht jetzt nicht für die groß angekündigte Transparenz.

    Hat schon wer vom Sonderkündigungsrecht über den Link gebrauch gemacht? Wird man zusätzlich zu den Angaben auch zum Login ins CCP oder Bestätigung per E-Mail/2FA aufgefordert oder wird da einfach jegliche Sicherheit ausgehebelt?

    Edited once, last by pat93 (April 3, 2026 at 12:59 PM).

  • Also ehrlich gesagt zweifel ich doch etwas daran, dass diese Preiserhöhung in dieser Art und Weise durch den Absatz in den AGBs abgedeckt ist - aber ich bin kein Jurist.

    1. Wie bei jeder auf Dauer erbrachten Dienstleistung können sich auch bei den von netcup bereitgestellten Leistungen die Kosten durch Änderungen der rechtlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge ändern (etwa durch Erhöhung der Energie- und Telekommunikationskosten). netcup behält sich daher das Recht vor, die Preise zu Beginn eines neuen Abrechnungszeitraums mit einer Änderungsfrist von sechs Wochen zu ändern. Der Kunde ist zur außerordentlichen Kündigung zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Preisänderung berechtigt. Macht der Kunde hiervon nicht innerhalb von vier Wochen nach Zugang der Mitteilung Gebrauch, gilt die Änderung als genehmigt; hierauf wird netcup den Kunden ausdrücklich hinweisen.


    a) Die Frist von 6 Wochen wurde eingehalten

    b) Jedem Kunden wurde, für jedes seiner Produkte, ein außerordentliches Kündigungsrecht zugesprochen

    c) Die Preiserhöhung betrifft erst die nächste Abrechnungsperiode nach der Frist


    Ich bin zwar auch kein Jurist, aber das ist da doch schon sehr eindeutig formuliert. Alles was du zu deinem Sonderkündigungsrecht wissen musst, steht in der entsprechenden Mail von Netcup...

  • Wie immer gilt in solchen Fällen - wo kein Kläger da kein Richter. Bevor jemand sich da rechtlich wehrt wird er einfach kündigen und netcup verlassen.

    Urteile zu dem Thema gibt es ja genügend, klar sind auch diese immer abhängig vom Gericht und Richter.

    Wenn ich Beispielsweise folgenden Auszug von hier nehme:

    Quote

    Nicht ermöglicht werden soll durch eine Preisanpassungsklausel indes, „über die Abwälzung konkreter Kostensteigerungen hinaus den zunächst vereinbarten Preis ohne Begrenzung anzuheben und so nicht nur eine Gewinnschmälerung zu vermeiden, sondern einen zusätzlichen Gewinn zu erzielen“, vgl. BGH, Urteil vom 11. Oktober 2007 – III ZR 63/07. Preisänderungsklauseln sind daher nur soweit zulässig, als sie tatsächlich lediglich die Weitergabe von Kostensteigerungen an den Vertragspartner ermöglichen.

    Für die Wirksamkeit einer Preisanpassungsklauseln ist nach Rechtsprechung des BGH also grundsätzlich erforderlich, dass
    1. die Preiserhöhung von Kostenerhöhungen abhängig gemacht wird,
    2. die einzelne Kostenelemente offengelegt werden,
    3. die Gewichtung der Kostenelemente offengelegt wird.
    Für den Unternehmer stellen diese Voraussetzungen durchaus nicht unerhebliche Hürden dar, bedeuten sie doch vor allem: dem Kunden muss durch die Offenlegung der eigenen Kostenelemente und ihrer Gewichtung bei der Kalkulation des Gesamtpreises weitreichende Transparenz gewährt werden – insbesondere werden aus Letzterem auch Rückschlüsse auf die Gewinnmarge zu ziehen sein.

    Könnte ich das durchaus auf netcup umlegen. Die Kostensteigerung für bestehende Server beträgt sicherlich nicht 19%. Das Hardwareersatz ggf. notwendig ist ja, aber nicht in dem Ausmaß.

    Durch die Preisanpassung bei Bestandskunden werden m.E. nicht nur die Kostensteigerungen abgedeckt sondern auch die Marge erhöht, sodass die Preise für Neukunden nicht so stark in die Höhe gehen müssen - das wurde ja auch mehr oder weniger zugegeben und damit wäre die Preisanpassung in dieser Höhe aus meiner Sicht nicht zulässig.

  • Kurze Frage zu Sales/Aktionen da dies vermutlich auch in der aktuellen Lage schwierig ist - gibt es denn eine Oster Aktion? Ich hab immer gerne nach den Eiern Ausschau gehalten die letzten Jahre :).
    Und tatsächlich bräuchten wir auch zeitnah ein neuen Root-Server. Uns würde schon helfen wenn es z.B. den Preis von 12 Monate für monatliche Laufzeit und in DE gibt o.ä. Angebote - oder kommt da jetzt nichts mehr zu Ostern?

  • bestehende laufende Verträge kann man doch nicht einfach ändern! Ihr macht mit uns genau das gleiche wie der Lieferant mit euch gemacht hat ! Absolute schweinerei hier

  • bestehende laufende Verträge kann man doch nicht einfach ändern! Ihr macht mit uns genau das gleiche wie der Lieferant mit euch gemacht hat ! Absolute schweinerei hier

    Genau das Gleiche? Es wurde dir also dein Webhosting oder dein Server per sofort abgeschaltet und dir angeboten diese Leistung zum mehr als doppelten Preis auch weiterhin zu erbringen?

    Mein jährliche Zahlung für meinen Webhosting-Vertrag war vor einer Woche mal wieder fällig. Zu den alten Konditionen, weil vor 1.5.2026. Der läuft jetzt erst einmal ein Jahr lang zum alten Preis weiter. Ebenso einer meiner VPS piko.

    Man könnte sich allenfalls darüber streiten, dass die Zahlungsperiode als Kriterium hergenommen wid und nicht die Mindestlaufzeit des Vertrags. Das wäre allerdings in vielen Fällen - so auch in meinen obigen Verträgen - zum Nachteil des Kunden, da hier die Mindestlaufzeit nach dem ersten Jahr nur noch ein Monat ist. Da hätte ich also praktisch ab ca Ende Mai bereits den neuen Preis bezahlen müssen. Aber natürlich habe ich auch Verträge, wo es nicht so gut aussieht, mit Zahlung monatlich oder alle drei Monate.

    Ich bin von den höheren Preisen auch nicht begeistert. Es ist mir aber wesentlich angenehmer, wenn ich selbst entscheiden kann, welche Verträge ich zum höheren Preis weiterlaufen lasse und welche ich kündige, als dass mir alternativ mittelfristig alle Verträge wegen Insolvenz um die Ohren fliegen.

  • Es ist ein Thema ohne Ende und die Geschäftsleitung und die ganzen Fansboy sind ein grosses Problem davon. Das Problem ist nicht die Preiserhöhung, sondern wie Ihr damit umgeht!

    Ja, Netcup hat auch nach der Preiserhöhung ein gutes Preisleistungsverhältnis. Darum werde ich wohl bleiben, weil ich keinen Bock auf die Arbeit für einen Wechsel habe. Somit hat Netcup das Ziel erreicht.

    Aber, Netcup als die Allerheiligen und Besten zu huldigen und die entsprechenden Kommentare zu liken hilften wirklich niemanden. Das nervt frustrierte Nutzer nur. An die Fanboy: Zu sagen alles ist super und normal, probiert es doch mit einer Botschaft, um die Leute in der aktuellen Situation abzuholen.

    Netcup für die Transparenz zu danken ist der grösste Schwachsinn, den es gibt. Leider dachte ich auch sie wären transparent. Jeder macht Fehler aber ihr glaubt auch, dass Lügen in Ordnung sind. Früher gabe es die lebenslange Preisgarantie, jetzt ist es nur noch Best price garantie. Und warum? Weil sogar Netcup gemerkt hat, dass es Schwachsinn ist. Habe ich meinen Vertrage zu den alten Konditionen abgeschlossen? Ja. Nützt mir das irgendetwas? Nein. Jetzt kommen alle, in den AGB aber blabla. Verschohnt mich bitte mit eurem Gelaber.

    Wenn ich einen solchen Aufpreis bezahle und fast gleichviel, wie Neukunden mehr bezahlen muss, erwarte ich auch per sofort eine Leistungsteigerung. Das müssten dann sicher mindestens 10% Mehrleistung sein. Diese sogenante Mischrechnung hat einfach keine Grundlage.

    Die Ausreden der Geschäftsleitung auf mögliche Preissenkungen sagen schon alles. Wie es auch bei den Strompreisen nicht passiert ist, werden die Preise nie mehr sinken. Das ehrlich anzusprechen passiert nicht.