IP-V6 ist doof!

  • IPv6-only Server sind auf absehbare Zeit akademisches Spielzeug, Nerdpuzzles, Proof-of-Concepts oder wie auch immer

    Ein sehr teures noch dazu. Allein die Manpower die Rechenzentren sparen könnten, wenn sie sich nicht mit v6 rumplagen müssten.

    Aber das wollen die Fanboys ja nicht wahrhaben.

  • Bei der lila Pest hast du einen extra APN für dynamic IP ohne v6.

    Bei der blauen Pest zahlst du einmalig 60€ damit der APN freigeschalten wird.

    Bei der roten Pest keine Ahnung. :D

    Bei "Lila" also Telekom gibt es derzeit folgende, "reguläre" APN für Privatkunden.

    internet.v6.telekom (Standard)

    Hier wird 464XLAT angewendet, IPv6-only mit Umsetzung auf IPv4 (kein CGNAT, aber selber Effekt)

    internet.telekom (Legacy)

    Dual-Stack mit CGNAT IPv4 und IPv6

    internet.t-d1.de

    IPv4-only mit Public IPv4 (Dynamisch)

    Wird offiziell nicht kommuniziert, gibt es seit der Jahrtausendwende.

    -> den meintest du oder?

  • Ohne v6 könnten Server geschätzt 30% billiger sein, weil das gesamte Routing etc. weniger teuer wäre.

    Eine aus der Luft gegriffene Behauptung ohne Fakten. Aber du machst die Administration von Netzwerkinfrastruktur bestimmt von Beruf :)

    Biete dir aber gerne (ernst gemeinte) Hilfe bei Fragen / Unklarheiten zu IPv6 an :thumbup:

  • Nein, das war nicht gemeint.

    Am Ende des Tages gibt es führ die Einführung von IPv6 exakt einen Grund, IPv4 Runout und die damit verbundenen Kosten.
    Seit 2019 hat die RIPE keine IPv4 Blöcke mehr die sie an LIRs in der RIPE Region vergeben kann und damit bleiben neuen Unternehmen wenige Möglichkeiten, IPv6 only, IPv4 kaufen ($20 bis $30 pro IP aktuell) oder mieten oder auf der Warteliste auf ein mageres /24 warten (stand heute wartet die LIR auf Platz 1 seit 526 Tagen autsch), diese IP Blöcke waren auch vorher schon in Benutzung wenn ich Pech habe sind da Netze drin die auf irgendwelchen Blacklists stehen. Die Unternehmen die sich etabliert haben können sich das leisten, für neue ist das ein signifikantes Investment.

    Und daneben gibt es auch ein paar nette Nebeneffekte von IPv6, durch die großen Blockgrößen kann ich je nach Struktur einfach ein /48 oder gar /32 announcen und damit 65k bzw 4 Mrd Kunden mit einem /64 (ja verschwendung mMn aber naja ist halt die default allocation size) versorgen. Damit spare ich mir den Aufwand häufig neue Aggregate anzulegen. Und da ich ja als LIR ohne Probleme ein /29 kriege muss ich auch nicht regelmäßig hingehen und und schauen wo ich neue IP Blöcke herbekomme (was im Falle IPv4 halt teuer ist).

    Auch schöner Nebeneffekt im Moment sind Konvergenzzeiten im Routing, wenn mein Router halt diverse Full Table parsen muss um die besten Routen zu finden brauch er bei >1M Routen pro Full Table halt einfach länger als für ~230k Routen bei IPv6. Und das verkürzt die Recovery Zeit nach einem Ausfall oder wie viele Minuten mein Router brauch wenn er eine Konfigurationsänderung im Routing verarbeiten muss.

    Also mit den Worten von Gert Döring

    Zitat
    have you enabled IPv6 on something today...?
  • Indeed. Seit Mitte der 80er.

    Das erklärt einiges.

    Ich dachte mir schon, dass es eigentlich eine "versteckte" Beleidigung sein sollte.

    Für mich persönlich ist das keine „verstecke“ Beleidigung, sondern eine offensichtliche Altersdiskriminierung.

    [RS] 2000 G11 | 3x 1000 G12 Pro | 2x Vincent van Bot | Piccolo | Piccolo ARMore
    [VPS] 1000 G9 | 500 G11s | mikro G11s | 4x nano G11s | 4x piko G11s
    [WH] 8000 SE | 4000 SE | 2000 SE | 2x Spezial

  • Ich finde es wichtig, hier zu differenzieren: Kritik an der Einstellung „Das haben wir schon immer so gemacht“ ist absolut berechtigt.

    Der Kommentar „Das erklärt einiges.“ wirkt in diesem Kontext leider sehr pauschalisierend. Er erweckt den Eindruck, als würde man ASS seine fachliche Meinung nur deshalb absprechen, weil er seit den 80er-Jahren in der Branche tätig ist.

    Damit wird indirekt unterstellt, dass langjährige Erfahrung automatisch mit Stillstand gleichzusetzen sei. Natürlich gibt es Fälle, in denen dies so ist, aber eine so lange Branchenzugehörigkeit sollte nicht pauschal als Argument genutzt werden, um eine Ansicht abzuwerten. Das wirkt auf mich eher wie eine unfaire Herabwürdigung aufgrund des Alters als wie sachliche Kritik.

    [RS] 2000 G11 | 3x 1000 G12 Pro | 2x Vincent van Bot | Piccolo | Piccolo ARMore
    [VPS] 1000 G9 | 500 G11s | mikro G11s | 4x nano G11s | 4x piko G11s
    [WH] 8000 SE | 4000 SE | 2000 SE | 2x Spezial

    Einmal editiert, zuletzt von Bud (22. Januar 2026 um 10:19)

  • Nach einer "IPv6 muss man eben erst mal lernen, das wird schon" Phase gehe ich wieder zu IPv4-only über. Mit dem Lernen ist auch die Erkenntnis gekommen, was mit IPv6 alles nicht stimmt, und dass einiges davon unabänderliche Designfehler sind, die nie verschwinden werden. IPv6 kommt nur noch zum Einsatz, wo es im Einzelfall einen konkreten Grund dafür gibt. Das ist nicht oft der Fall. Ohne IPv6 funktioniert es auf Dauer besser.

    Wenn du zum Bleistift eine Webseite oder RestAPI hinter Cloudflare betreibst, dann reicht eine IPv6 vollkommen aus

    Das ist ironischerweise der Hauptgrund, warum IPv6 immer überflüssiger wird. Das ganze Internet verschwindet hinter der Cloud, weil Ende-zu-Ende Konnektivität nirgendwo zuverlässig funktioniert. Mit IPv6 ist dann eben kein CGNAT im Weg sondern eine Firewall. Für die Cloud gibt es genug Adressen, besonders weil so viel über HTTP abgewickelt wird. Wie viele Adressen hat und braucht Cloudflare? Darüber ist ein großer Teil von allem erreichbar, was im Internet gemacht wird.