Windows 10 als Server - Erfahrungen?

  • Hallo zusammen.


    Ich betreibe nun seit gut 15 Jahren Server auf Linuxbasis, und kann damit, glaube ich, gut umgehen.
    Bei einem Spiel stehe ich allerdings vor einem Problem:

    DCS (Digital Combat Simulator) gibt's nur als Anwendung für Windows. Einen expliziten Dedicated Server gibt es nicht, eine Linuxversion schon garnicht :-(


    Nun frage ich micht, ob man eine normale Windows 10 (OEM?) Version nehmen kann, und diese sicher auf einem Server mit öffentlicher IPv4 verwenden kann.

    Kann man ein Windows System ohne Router guten Gewissens direkt verwenden, oder kann man dann die Minuten bis zum ersten Hack an einer Hand abzählen?


    Alternativ gibt es ja bei Ebay günstige Windows Server 2016 Versionen. Sind diese sicherer als Windows 10?

    Der Server soll nur als Gameserver dienen. FTP, HTTP, etc. wird nicht benötigt...


    Was sagt eure Erfahrung?

    Gruß,

    Dirk

  • Hallo Dirk,


    grundsätzlich kannst du auch ein normales Windows 10 problemlos direkt im Netz betreiben.

    Allerdings nicht mit den Standardeinstellungen. Besonders bei der Firewall solltest du nachjustieren.

    Außerdem würde ich dir empfehlen, den RDP Port zu ändern. (Geht über die Registry)


    Hier habe ich vor kurzem die Unterschiede zwischen den diversen Windows Versionen zusammengefasst: https://forum.netcup.de/sonsti…A4ngste-thema/#post103144


    Außerdem solltest du beachten, dass die neuesten Windows Upgrades manchmal Probleme mit KVM, dem Virtualisierungssystem, welches netcup einsetzt, machen. Deshalb würde ich dir raten, zumindest eine Pro Version zu verwenden und die Feature-Upgrades für mind. 6 Monate zurückzustellen.


    Allerdings kann gerade das mind. alle 1,5 Jahre erforderliche Upgrade auf einem Server nervig werden. Deshalb würde ich dir eher zu einer Windows Server Version raten.


    Ich möchte dich jedoch darauf hinweisen, dass die auf eBay angebotenen Lizenzen oft nicht legal sind.

    Die Keys funktionieren zwar (sollten sie dies nicht, werden sie meist problemlos getauscht), aber das heißt nicht, dass sie legal verwendet werden.

    Falls du also einem kommerziellen Interesse nachgehst, solltest du dir überlegen, dir lieber doch eine Lizenz zuzulegen, wo nicht der Preis schon verratet, dass damit etwas nicht stimmen kann.


    Jedoch noch ein Hinweis: Ich betreibe bei netcup nur Linux-Systeme. Konkrete Erfahrung, wie gut/sicher Windows auf dem vServern von netcup läuft, kann ich dir leider nicht bieten.

  • Hätte ich diese Anforderung würde ich - auch wenn Netcup dies in seinem Forum hier vermutlich nicht gerne hört - zu einem anderen Anbieter raten. Der Hersteller von Windows kann in seinem hauseigenen Cloud-Dienst eine Installierbarkeit mittels weniger Mausklicks anbieten, die Betriebssystem-Lizenz ist im Compute-Preis gleich inklusive und eine Firewall vor der Maschine ist auch schon mit dabei.

  • janxb - die Foren-Regeln (die ich jetzt ad-hoc hier nirgends finden konnte?) untersagen meines Wissens das Diskutieren von Konkurenz-Angeboten hier in diesem Forum. Dass das ein mehrfaches des Preises von Netcup kostet ist korrekt, allerdings nicht 3-stellig, eine Single-Core-VM geht sich auch um ca. 40-50 Euro pro Monat aus, und wie gesagt, da ist die Lizenzierung mit dabei - und eine korrekt lizenzierte Windows Server VM kostet mindestens einen höheren dreistelligen Einmal-Betrag, wenn Client-Access-Lizenzen noch dazukommen auch deutlich vierstellig. Das relativiert dann die laufenden Kosten doch wieder erheblich.

  • gunnarh Wenn es um eine Windows Server Lizenz geht, bin ich ganz bei dir. Dort werden so hohe Preise aufgerufen, dass man tatsächlich über solche "all-inclusive" Angebote nachdenken kann. In diesem Thread ging es allerdings um Windows 10, wo die Kosten doch deutlich niedriger sind.


    Alles in Allem kann man (unabhängig vom Cloudanbieter) sagen, dass ich solche Anbieter eigentlich meide, da diese oft nicht das günstigste Angebot haben. Es sollte aber natürlich trotzdem jedes Mal individuell verglichen werden.



    Um noch etwas zum eigentlichen Thema beizusteuern: Auch ich habe bei netcup ein Windows 10 als Remote Workstation laufen. Bis jetzt habe ich noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Zum Thema günstige Lizenz von eBay: Meine Windows Server 2016 Lizenz für 10€ (!) ließ sich nach einer Neuinstallation nicht mehr aktivieren, solch verlockende Angebote also immer mit Vorsicht genießen.. ;)

  • Die Aktivierbarkeit der Lizenz als Indikator für Legalität zu betrachten ist nicht zweckmäßig.

    Hier ein Artikel eines Microsoft Österreich Verantwortlichen zu diesem Thema: https://windowsblog.at/2016/09…tsch-original-um-390-eur/


    Mir ist übrigens keine Möglichkeit bekannt, wie man ein Windows 10 in einer VM eines IaaS Anbieters korrekt lizenziert betreiben könnte. Konkret verstößt man da nämlich gegen die PUR (Product Use Rights) (siehe https://www.microsoft.com/en-u…roduct-licensing/products) die in Bezug auf Desktop-Betriebssysteme folgendes besagen:

    Zitat

    Der Kunde ist je erworbener Lizenz berechtigt, eine Kopie der Software auf einem Lizenzierten Gerät oder innerhalb eines lokalen virtuellen Hardwaresystems auf einem Lizenzierten Gerät zu installieren.

    Die Lizenz in einer VM in einem Rechenzentrum zu installieren ist nicht "lokal virtuell". Und auch die anderen Spielarten die erläutert werden (Remote-Verwendung, typische VDI Szenarien) sind meines erachtens in dieser Konstellation nicht erfüllt. Studentenlizenzen schließen übrigens gar keine Virtualisierungsrechte mit ein (siehe Anhang H). Meiner Auffassung nach wäre die einzig korrekte Lizenzierungsmöglichkeit ein Microsoft Services Provider License Agreement (SPLA) - das müsste aber der Service-Provider (in diesem Fall Netcup) anbieten.

  • Microsofts Lizenzen sind die Krux mit Microsoft. Das ist alles ein Dschungel mit nur wenigen Upgrade-Pfaden. Kein Wunder, wenn Leute damit nichts mehr zu tun haben wollen.

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