RAMpocalypse: We need to talk about pricing ... again

  • Andere Anbieter, oder jedenfalls der dunkelblaue Mitbewerber, gehen klammheimlich andere Wege. Wenn das jetzt keine vorübergehende Störung ist, dann sind da die vCores der "alten" VPS Linux jetzt nur noch mit ca 60% des ursprünglichen Werts am Start. Gemessen gestern Abend und gerade eben vor wenigen Minuten nochmals. Single Core nur noch ca 1450 im GB6. Mein VPS 1000 G12 ist jedenfalls mittlerweile bei der Single Core Leistung deutlich besser als die dunkelblaue Kiste, die ich bisher immer eher für ihre CPU-Leistung gelobt habe. Da verliere ich dann den Wechsel auf einen VPS Lite 3 bei einer eventuellen Preiserhöhung des Bestandsvertrags nur noch wenig an Leistung.

    Somit bin ich dann doch - nicht zum ersten Mal - vom blauen Anbieter enttäuscht. Wenigstens eine Benachrichtigung der Kunden hätte ich mir schon erwartet. Zumindest das läuft hier bei netcup deutlich besser.

  • Neue Fabriken wurden nur sehr konservativ ans Netz gebracht um einen Abfall der Preise zu vermeiden.

    Das ist die kurzsichtige (operative, bestenfalls taktische) westliche Sicht. Weil sich nicht nur die Chiphersteller sondern auch deren Kunden festgelegt haben, auf Jahre hinaus Preise zu verlangen, die mit den eigentlichen Produktionskosten nichts mehr zu tun haben, ist eine Lücke entstanden, die langfristig (strategisch) denkende Länder für sich nutzen werden. Das ist genug Zeit, um den Markt von unten aufzurollen. Stellt euch schon mal darauf ein, RAM bei Aliexpress zu bestellen, das kein Fake sondern Original Made-in-China ist.

  • Das ist die kurzsichtige (operative, bestenfalls taktische) westliche Sicht. Weil sich nicht nur die Chiphersteller sondern auch deren Kunden festgelegt haben, auf Jahre hinaus Preise zu verlangen, die mit den eigentlichen Produktionskosten nichts mehr zu tun haben, ist eine Lücke entstanden, die langfristig (strategisch) denkende Länder für sich nutzen werden. Das ist genug Zeit, um den Markt von unten aufzurollen. Stellt euch schon mal darauf ein, RAM bei Aliexpress zu bestellen, das kein Fake sondern Original Made-in-China ist.

    CXMT macht genau das gleiche wie die anderen großen, schau dir die entsprechenden Pressemeldungen an..

    CXMT hat über 10 Jahre gebraucht um auch nur in die Nähe der großen drei zu kommen, wenn du solange auf eine Lösung warten willst, dann ist das okay. Aber es wird nicht morgen ein neuer Hersteller aus China heraus fallen und den Markt aufräumen..

  • Ihr seid alle Falsch. In China werden gerade mit den längst gebauten, neuen Chipfabriken neue, billige KI Rechenzentren gebaut, die ein 500stel der Westlichen kosten und am Ende den KI Weltmarkt auf einen Schlag übernehmen.

    :)

    Hm, wo ist der Verschwörungstheorie Tag?

  • Evtl. Mischkalkulation? Reduktion auch an einigen anderen kostenintensiven Stellen um die Preisrerhöhung nicht noch stärker ausfallen zu lassen.

    Jein, das hat stumpf mit der Kundendichte auf den Servern zu tun.

    In der Regel hat der Host ja nicht weniger RAM oder Disk, er ist in der Anschaffung nur viel teurer und muss daher mehr Kunden aufnehmen. Wenn man dann die core Zahl nicht auch mit runterzieht, passt die Balance nicht mehr.

  • Wurde aber eigentlich verneint:

    Naja, ich denke da gehts ums Verhältnis, nicht um eine feste Zahl.

    Wenn ein Paket weniger RAM hat, bleibt der eingesparte Teil ja nicht einfach frei, sondern steht für andere/mehr Pakete zur Verfügung.

    Ich interpretiere die Aussage mal eher dahingehend, das eben nicht zusätzlich überbucht wird ;)

  • Soweit mir bekannt ist, wurden die virtuellen Komponenten eines vServers bislang bis zum 15-Fachen überbucht. Das war zumindest noch vor einigen Monaten der Fall. Aufgrund der gestiegenen Hardwarekosten könnten Anbieter inzwischen dazu übergehen, Ressourcen bis zum 30-Fachen oder noch stärker zu überbuchen, damit sich solche Produkte weiterhin wirtschaftlich betreiben lassen.

  • .Woher hast du denn diese Zahl? :/

    Aus der hohlen Hand.

    Das kann man überhaupt nicht so flach betrachten, da unterschiedliche Ressourcen eben auch ganz verschieden überbucht werden können oder nicht. Kein mir bekannter seriöser Provider würde zB RAM um Faktor 15 überbuchen. Viele schrecken schon vor Faktor 2 zurück, trotz Möglichkeiten wie KSM oder ballooning.

    Bei CPU cores sieht das ganz anders aus, da werden ja gern schon threads als dedizierte vCores verkauft ;) oder für shared cores wird eben deutlich stärker mit echter Auslastung und live migration zwischen Clustern gearbeitet ohne auf die physische Anzahl zu schauen. Da können dann durchaus höhere Faktoren bei rauskommen, ohne das das gleich schlechte Performance bedeutet.

    Generell denke ich, das man kkar unterscheiden sollte zwische Providern die geclusterte Systeme betreiben und den typischen lowend Unternehmungen, wo eben einzelne Dedis in kleinst VMs zerlegt werden usw.

    Einmal editiert, zuletzt von Falzo (26. September 2026 um 11:29)

  • Zumindest bei den ARM-Servern, die es jetzt ja wieder neu zu bestellen gibt, sehe ich die neuen Produkte mehr oder weniger komplett entkoppelt von den bestehenden Altverträgen. Man konnte schon sehr lange keine neuen ARM-Server mehr bestellen, also waren die vorhandenen Nodes wohl wirklich ausgebucht.

    Ich gehe davon aus, dass die neuen ARM Server also mehr oder weniger komplett auf neu angeschaffter Hardware laufen. Damit hat man natürlich die Möglichkeit, die neue Produktreihe komplett neu zu planen und durchzurechnen, sowohl technisch als auch kaufmännisch. Hier hat man sich dann, m.E. aus guten Gründen, dafür entschieden, etwas mehr Gewicht auf den unteren Teil der Produktpalette zu legen. Sieht man ja schon an der Existenz des VPS 500 ARM G12.5, sowas gab es bei G11 nur sehr gelegentlich bei Aktionen, aber nicht als reguläres Produkt.

    Die kleinen Produkte hatten in der alten (G11) Produktpalette wesentlich weniger RAM pro vCore als die größeren, haben also anteilsmäßig mehr Cores "verbraucht" als RAM. Wenn man nun damit rechnet, dass man eher mehr kleinere Produkte verkaufen wird, was mir angesichts der drastisch höheren Preise im Vergleich zu G11 realistisch erscheint, dann wird man zu dem Schluss kommen, dass dann eher die vCores nicht reichen werden als das RAM, wenn man (z.B.) weiterhin 6 vCores mit 8 GB RAM verkauft.

    Würde man den VPS 1000 ARM G12.5 weiterhin mit 6 vCores ausstatten wollen, dann müsste man also die vCores stärker überbuchen als bisher bei G11.

    Die Aussage, die einzelnen vCores eben nicht stärker überbuchen zu wollen bedingt also - zumindest aus meiner Sicht - geradezu die im Vergleich zu G11 "eingesparten" vCores, sofern man damit rechnet, dass die kleineren (und damit eher erschwinglichen) Produkte der Produktreihe eher noch gefragter sein werden als bei G11. Obendrauf kommt aus Marketingsicht natürlich dann noch, dass so der Preisanstieg im Vergleich zu den entsprechenden G11 Produkten geringer ausfallen kann.

  • .Woher hast du denn diese Zahl? :/

    Diese pauschale Angabe hatte ich mal vor sehr vielen Jahren im Internet in der Red Hat Dokumentation gelesen.

    Wenn man das aber näher untersuchen möchte, so kann man sich im Zeitalter der KI / AI über Google mit Hilfe folgendem Prompt dabei sehr gut unterstützen lassen.

    Code
    Ich möchte auf meinem Server virtuelle Server betreiben, die ich auch an Kunden weitervermieten möchte. Was wird so Providern empfohlen als Überbuchungsfaktor und welche Komponenten lassen sich denn stark überbuchen? Nenne mir zu deiner Empfehlung auch Quellen.
  • Wurde aber eigentlich verneint:

    Nicht unbedingt. Es ist ja keine absolute Anzahl. Bei weniger Cores pro User passen mehr User drauf, ohne die anderen mehr zu belasten.

    Ich habe das so verstanden, dass man nicht höher überbucht als vorher...

    Hm, ich sollte vielleicht nicht so spontan antworten. steht ja schon in #71 :)

    Einmal editiert, zuletzt von ASS (26. September 2026 um 17:39)