Denkanstoß - Mailserver mit Mailcow oder andere lösung?

  • Hallo zusammen,

    ich stehe vor einer Entscheidung bezüglich der Verwaltung meiner E-Mail-Dienste und hoffe auf eure Ratschläge.

    Ausgangssituation:

    • Server: Ich betreibe einen Rootserver, auf dem mehrere Domains gehostet sind.
    • Aktuelle E-Mail-Lösung: Für einige dieser Domains nutze ich derzeit das Webhosting meines Anbieters, welches auch E-Mail-Dienste umfasst.

    Optionen:

    1. Weiterhin Webhosting für E-Mails nutzen
    2. Eigenen Mailserver mit Mailcow betreiben

    Herausforderungen bei Mailcow:

    Ich habe versucht, Mailcow zu implementieren, bin jedoch auf folgende Probleme gestoßen:

    • Docker Remapping: Ich nutze Docker mit Benutzer-Remapping, wodurch Mailcow Schwierigkeiten hat, auf die Docker-Socket (/var/run/docker.sock) zuzugreifen.
    • Sicherheitsbedenken: Um Mailcow den erforderlichen Zugriff zu ermöglichen, müsste ich meinem remap-User erweiterte Berechtigungen erteilen, was das Sicherheitskonzept untergräbt.

    Frage an euch:

    • Erfahrungen: Hat jemand ähnliche Probleme mit Mailcow und Docker Remapping gemeistert?
    • Alternativen: Gibt es andere Mailserver-Lösungen, die weniger komplex in der Einrichtung sind und gut mit Docker harmonieren?
    • Empfehlungen: Würdet ihr in meiner Situation eher beim Webhosting für E-Mails bleiben oder den Schritt zum eigenen Mailserver wagen?

    Ich freue mich auf eure Meinungen und Erfahrungen zu diesem Thema.

    Vielen Dank im Voraus!

    Der oben geschriebene Beitrag ist meine persönliche Meinung/Interpretation!
    Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB .

  • Außer es gibt einen triftigen Grund einen eigenen Mailserver zu betreiben.

    Nein, eigentlich nicht. Ich bevorzuge das theoretisch auch. Weiß nur nicht ob ich auf lange Sicht das Webhosting behalte.
    Aber tendenziell gibt es in der Tat aktuell keine Not.

    Wenn ich das Webhosting behalte, dann müsste ich die smtp Daten am Ende nur in WordPress eintragen, dann sollte es in der Theorie funktionieren.

    Der oben geschriebene Beitrag ist meine persönliche Meinung/Interpretation!
    Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB .

  • meines Anbieters,

    Die Frage wäre, welcher das ist. Ich mag netcup, und habe sehr viele meiner Produkte der Branche hier, aber bei E-Mails suche ich noch nach "dem perfekten Anbieter"...

    [RS] 2000 G11 | 3x 1000 G12 Pro | 2x Vincent van Bot | Piccolo | Piccolo ARMore
    [VPS] 1000 G9 | 500 G11s | mikro G11s | 4x nano G11s | 4x piko G11s
    [WH] 8000 SE | 4000 SE | 2000 SE | 2x Spezial

  • Herausforderungen bei Mailcow:

    Ich habe versucht, Mailcow zu implementieren, bin jedoch auf folgende Probleme gestoßen:

    Docker Remapping: Ich nutze Docker mit Benutzer-Remapping, wodurch Mailcow Schwierigkeiten hat, auf die Docker-Socket (/var/run/docker.sock) zuzugreifen.
    Sicherheitsbedenken: Um Mailcow den erforderlichen Zugriff zu ermöglichen, müsste ich meinem remap-User erweiterte Berechtigungen erteilen, was das Sicherheitskonzept untergräbt.

    Wenn Docker / Mailcow dein Sicherheitskonzept untergräbt, ist das nicht die passende Lösung für dich. Docker hat ja eigentlich auch andere Ziele als Sicherheit - wenn man schon einen Socket benötigt um mit einem Root-Daemon zu quatschen der weitreichende Befugnisse auf dem System hat.

    Hier wäre podman o.Ä. interessanter, das funktioniert aber nicht mit mailcow.

    Evtl. funktioniert hier auch Docker in Docker (dind), auf Grund der Geschwindigkeit habe ich aber bereits alle dind Dienste durch podman / buildah ausgetauscht, lediglich AppArmor braucht eine Annotiation und dann funktioniert das zumindest problemlos (falls AppArmor eingesetzt wird).

    Da bleibt dir nur die Möglichkeit die E-Mail Dienste selber zu zu betreiben. (postfix, dovecot, rspamd, Datenbanken)

    Es gibt noch andere All-in-One Lösungen (bzw. close to AiO), deren Qualität ich aber nicht beurteilen kann.

    - https://maddy.email/ - AiO solution written in Golang, kann Milter wie bspw. rspamd gut integrieren

    - https://wildduck.email/ - MDA mit Integration für ZoneMTA und Haraka, für die node.js Laufzeitumgebung. AiO Dockerized: https://github.com/nodemailer/wildduck-dockerized

    Das einzige, was hier den Docker Socket benötigt, ist Traefik als TLS Proxy für die IMAP, SMTP und Webmailer Ports. Das könnte in dein Sicherheitskonzept passen, ist aber ansonsten IMHO auch umkonfigurierbar für einen anderen TLS Proxy. Guck dir hier einfach die compose Datei einmal an.


    Würdet ihr in meiner Situation eher beim Webhosting für E-Mails bleiben oder den Schritt zum eigenen Mailserver wagen?

    Wenn du beim Webhosting keine Probleme hast und das Preis Leistungsverhältnis passt, würde ich einfach dabei bleiben.

    Wenn du basteln möchtest und Lust auf das Abenteuer E-Mail Server für unwichtige E-Mail Adressen hast: wage den Sprung.

  • ...aber bei E-Mails suche ich noch nach "dem perfekten Anbieter"...

    Ich habe (neben netcup) mehrere auspobiert und eigentlich sind alle davon brauchbar:

    2&2, strota, mailbox.org, goneo

    Letztlich bin ich aber haupsächlich bei denen geblieben, die mir schon seit langem meine wichtigen eMails zuverlässig zustellen und das ist strota (Die m.E. zu oft ungerechtfertigterweise gebasht werden)

    Die Zuverlässigkeit teste ich übrigens regelmäßig per skript an Testadressen, die ich bei den üblichen Verdächtigen und andern angelegt habe:

    outlook, hotmail, o365, gmail, t-online, gmx, web.de, strota, 2&2 und netcup ^^

  • Strota und goneo sind für mich raus, da ich leider keine Domain extern einbinden kann, bzw. es nicht reicht die MX-Einträge etc. entsprechend zu ändern – und das nervt. Wer sich beschwert, das dies bei netcup kompliziert wäre (erst alle Einträge übernehmen, und nach „Akzeptanz“ abändern), soll es mal dort versuchen... Wobei bei letzterem ein Ticket zu dem Thema läuft, aber ich gehe mal von einer negativen Nachricht aus.

    mailbox.org mag für den privaten Gebrauch erschwinglich sein, aber sobald es Richtung Verein und somit um ~60 E-Mail-Konten geht, ist dies einfach nicht finanzierbar... Wir reden hier dann immerhin von 180 € / Monat bzw. 2.160 € / Jahr.

    Mir ist schon bewusst, das jemand, der eine gewisse Leistung möchte (hohe Zustellbarkeit) nicht davon zurückschrecken sollte dementsprechend zu bezahlen. Aber gerade als Verein muss man sehen, wo man bleibt...

    2&2 werde ich mir mal anschauen, aber letztendlich werde ich dann wohl doch bei SP landen...

    [RS] 2000 G11 | 3x 1000 G12 Pro | 2x Vincent van Bot | Piccolo | Piccolo ARMore
    [VPS] 1000 G9 | 500 G11s | mikro G11s | 4x nano G11s | 4x piko G11s
    [WH] 8000 SE | 4000 SE | 2000 SE | 2x Spezial

  • aber bei goneo nutze ich domains, die bei netcup liegen.

    Aber nur wenn man den NS komplett zu goneo änder, richtig?

    [RS] 2000 G11 | 3x 1000 G12 Pro | 2x Vincent van Bot | Piccolo | Piccolo ARMore
    [VPS] 1000 G9 | 500 G11s | mikro G11s | 4x nano G11s | 4x piko G11s
    [WH] 8000 SE | 4000 SE | 2000 SE | 2x Spezial

  • Überblick verloren.

    Und genau deswegen versuche ich aktuell alles etwas zu sortieren. Da ich aktuell kein DNSSEC benötige und die Domains bei netcup im Angebot sehr günstig bekomme, bleiben die hier.

    Aktuell haben wir im Verein unsere Postfächer immer noch Strota, inkl. der Domain, weil sie eben dort liegen muss. Aber die DNS-Verwaltung ist einfach zu eingeschränkt.

    [RS] 2000 G11 | 3x 1000 G12 Pro | 2x Vincent van Bot | Piccolo | Piccolo ARMore
    [VPS] 1000 G9 | 500 G11s | mikro G11s | 4x nano G11s | 4x piko G11s
    [WH] 8000 SE | 4000 SE | 2000 SE | 2x Spezial

  • Aktuell haben wir im Verein unsere Postfächer immer noch Strota, inkl. der Domain, weil sie eben dort liegen muss. Aber die DNS-Verwaltung ist einfach zu eingeschränkt.

    Meine wichtigen liegen auch dort und werden wahrscheinlich auch dort bleiben.

    Da die nur eMail können müssen (und auf einen Server zeigen), kann ich das mir der DNS verkraften, zumal ich die nicht ständig ändern muss.

    Nochmal nachgehakt: Wer ist SP?

  • Wenn du beim Webhosting keine Probleme hast und das Preis Leistungsverhältnis passt, würde ich einfach dabei bleiben.

    Wenn du basteln möchtest und Lust auf das Abenteuer E-Mail Server für unwichtige E-Mail Adressen hast: wage den Sprung.

    Die Kurzform:

    Das würde ich zu 100% unterschreiben mit besonderem Hinweis auf das - nicht unwichtige - Wort "unwichtige" im letzten Satz :) . Also die wichtigen erst mal da lassen, wo sie sind und auch erwiesenermaßen funktionieren.

    Ich kenne deine genauen Verwendungszwecke nicht. Was ich aus deinem Eingangsbeitrag rauslese ist

    • Du bist sicherheitsbewusst.
    • Du benutzt die Mail auch zum Versand per Wordpress.
    • Kosten spielen durchaus eine Rolle, was (längerfristig) der Hauptgrund dafür sein mag, dass du die Maildienste selbst mit auf deinem Server haben möchtest.
    • Dein Webhosting leistet in puncto Mail alles, was du derzeit benötigst.
    • Du suchst eine Fertiglösung und willst nicht alles selbst klassisch per Postfix, Dovecot, rspamd etc aufbauen.

    Wirklich wichtige Maildienste lasse ich mir von Anbietern bereitstellen, die sich damit auch wirklich auskennen. Daraus ergibt sich dann auch die Zuverlässigkeit der Zustellung. Bei diesem Punkt spielt die technische "Perfektion" (TLS, SPF, DKIM, DMARC, DNSSEC, DANE, MTS-STS, ARC und wie sie alle heissen) zwar durchaus eine wichtige Rolle, aber die wichtigste Rolle spielt die gute Reputation des SMTP-Servers. Die kann man sich auch mit einem eigenen Mailserver erarbeiten, wenn man genügend Mails (>100 pro Tag ohne große Mailspikes mit niedrigem (oder keinem) Spam-Anteil versendet und die Anfangshürden bei den großen Anbietern wie MS & Co meistert. Das ist ziemlich aufwändig, aber sicher auch kein Hexenwerk. Es dauert aber auch eine ganze Zeit und der Kampf um die Zustellbarkeit hört nie wirklich auf.

    Die SMTP-Server eines guten Mailanbieters leisten das alles für dich. Und notfalls beheben deren Mitarbeiter gelegentlich auftretende Zustellungsprobleme. Das müsstest du bei einer Eigenlösung selbst machen. Öfter als es z.B. mir lieb ist und gern auch dann, wenn ich eigentlich keine Zeit dafür habe.

    Mein Kompromiss, der bei dir aber wahrscheinlich eher nicht passen wird:

    Ich überlasse die Mails der wichtigsten Domain komplett der grünen Mailbox aus Berlin. Sowohl Postfächer als auch Versand. Für diese Postfächer reicht mir der normale Standardtarif.

    Nachteil: Ich bin auf ein Postfach beschränkt und muss mir für die einzelnen Mails selbst entsprechende Filter einrichten.

    Vorteil: Ich kümmere mich um nichts und es funktioniert einfach.

    Die Domain bleibt dabei wo sie ist, ich muss nur ein paar DNS-Einträge (SPF, DKIM, MX) machen, die für die sonstige Nutzung der Domain (Web) keine Auswirkungen haben. Ein paar weitere Dienste, die ich eher selten nutze (Videokonferenzen mit begrenzter Teilnehmerzahl (maximal 10?), sind auch noch mit drin.

    Bei den nächstwichtigen Domains versende ich nur über deren SMTP-Server und hoste die Postfächer auf meinem Server mit Keyhelp, was eine komplette Mail-Lösung bereits mitbringt. Ist also kein Aufwand für mich, solange ich nicht den Server wechsle.

    Die eher unwichtigen Domains mit Postfächern hoste ich auch auf diesem Server und versende hier auch direkt über den Server.

    Das hat alles Vor- und Nachteile, die Nutzung der SMTP-Server kostet mich eben 2,50€/Monat, aber das ist ja noch überschaubar und erspart mir halt eine Menge Zeit und Arbeit.

    Mails aus irgendwelchen Web-Anwendungen verschicke ich sowieso grundsätzlich nur per SMTP. Wenn eine Webanwendung das nicht kann, dann nutze ich sie eben nicht.

  • Als Alternative zu einem klassisch "standalone"-Mailserver kann man im übrigen auch Plesk oder Keyhelp nehmen.

    Da hat man Mailserver und Webserver in einem.

    Und noch ein Tip, falls du doch auf einen eigenen Mailserver setzt:

    Nimm eine failover-IP. Dann kannst du damit umziehen, wenn du mal den Server wechselst und musst mit der Reputation nicht wieder ganz von vorne anfangen.

  • Wobei bei letzterem ein Ticket zu dem Thema läuft, aber ich gehe mal von einer negativen Nachricht aus.

    Falls es diesbezüglich Neuigkleiten gibt, würde ich mich sehr über ein Update freuen. Habe bei g auch ein Mailpaketchen für Bekannte und mir missfällt der erzwungene NS ebenfalls. Aber evtl. besteht ja doch noch Hoffnung. :)

  • Als Alternative zu einem klassisch "standalone"-Mailserver kann man im übrigen auch Plesk oder Keyhelp nehmen.

    Da hat man Mailserver und Webserver in einem.

    Und noch ein Tip, falls du doch auf einen eigenen Mailserver setzt:

    Nimm eine failover-IP. Dann kannst du damit umziehen, wenn du mal den Server wechselst und musst mit der Reputation nicht wieder ganz von vorne anfangen.

    Kann ich voll nachvollziehen, meine unwichtigen Mailadressen laufen alle auf einem Keyhelp-Server. Allerdings im Kontext des Eingangspostings gehe ich davon aus, dass das eher nicht die gewünschte Lösung ist. Ich weiss zumindest nicht, ob eins der beiden Panels auch in einem Docker-Container laufen würde. Denke aber eher nicht. Zu 99,99% auf der nach oben offenen Skala :D .

  • Ich gehe davon aus, dass hier die Profis aus Feldkirchen gemeint sind, die u.a. mit Servern ihr Geld verdienen. Zumindest wurden diese mir auch schon mal empfohlen.

    Ich fand das Adminpanel allerdings sehr unübersichtlich (auch wenn's deutlich schlimmere gibt :D). Plesk ist da wesentlich übersichtlicher.

    Aber Geschmäcker sind verschieden. :)