Das ist ja schräcklich!! Ein "potential unwanted program"! Ein Beispiel, wieso sowas so oft vorkommt: https://github.com/jensyt/imurmurhash-js/issues/1 (seit 6 Jahren unresolved). ClamAV installiert man nur, wenn man das ständige Fehlalarmgeheule von Windows-Desktop-Firewalls vermisst. Virenscanner, ganz besonders kostenlose, sind Compliancetheater. Absolut jeder kompetente Angreifer sorgt dafür, dass keine aktuelle Virenscannerversion sein Ding erkennt. Als Admin kann man sie nicht nicht installieren, weil man dann dran ist, wenn was passiert, aber jeder vernünftige Admin weiß, dass das CYA ist, damit die Versicherung bezahlt und nicht der Admin mit seinem Job.
Die ewige Grundsatzdiskussion zu Virenscannern. Sicher sorgt jeder Entwickler von Malware erst einmal dafuer, dass sein Payload nicht detektiert wird, was aber nicht heisst, dass er nicht im Nachhinein erkannt wird und darum geht es doch. Der ClamAV ist voellig ausreichend dafuer um festzustellen, ob man ein Problem hat oder nicht und natuerlich kann man auch jederzeit auf eine Enterprise Loesung zurueckgreifen, wo die Erkennung natuerlich spuerbar "anders" ist. Das Spiel bleibt jedoch das gleiche, i. d. R. wird erst im Nachhinein detektiert.
AVs waren noch nie ein Allheilmittel und wurden zurecht immer als Schlangenoel verteufelt. Ich wuerde aber nie so weit gehen und generell einem Linux User vom Einsatz eines AV abraten, zumal ich ja explizit auf die ausschliesslichen Kommandozeilen Tools unter Linux verwiesen hatte um regelmaessig das zu entfernen, was das Microslop Oekosystem wieder angespuelt hat. Der ClamAV ist fuer Endanwender voellig ausreichend fuer diese Aufgabe und hilft sogar dem unbedarften User festzustellen, ob sein Wordpress ungebetene Gaeste im Dateisystem beherbergt oder einfach nur um sein Backup / Archiv sauber zu halten.
Heutzutage geht es schon lange nicht mehr nur um Versicherungen, gerade die ganzen Zertifizierungen, die man haben muss, um ueberhaupt Auftraege aus der Industrie oder von bestimmten Branchen annehmen zu duerfen und vorgeschriebenen Managementsysteme was Prozesse, Changes und Handbuecher angeht und die in den meisten Firmen, nur auf dem Papier existieren und dessen Inhalt fast niemand kennt, weil es nur um das Stueck Papier an der Wand geht und die 5.000 EUR die man dafuer zahlen muss.
Man kann dazu stehen, wie man will. Organisationen die ernsthaft ihre Prozesse leben, leiden nicht an dieser peinlichen, dysfunktionalen, toxischen, reaktionaeren Fuehrungs- und Firmenkultur, wie man sie heute noch in vielen Behoerden und Familienunternehmen antrifft. Die meisten Fuehrungskraefte stehen mit ihrer IT derart auf Kriegsfuss, weil sie es nicht verstehen und es auch nicht verstehen wollen, allem voran die Fraktion der Juristen und BWLer. Da ist die (Selbst)Zufriedenheit darueber, wieder einmal Geld gespart zu haben -- nicht selten auf Kosten der Belegschaft oder direkt beim Mitarbeiter -- einfach wichtiger. Schade, dass wir in Deutschland kein Unternehmensstrafrecht kennen, wie in anderen europaeischen Laendern, wo der Chef auch wirklich mit dem Privatvermoegen haftet, wenn er mal wieder grob fahrlaessig gehandelt hat. Ich kenne genug Firmen die bis heute ohne Firewall, ohne AV und mit tonnenweise EOL Software arbeiten und die haben nichts zu befuerchten... und ueber die ggf. drohenden, laecherlich niedrigen Bussgelder lachen die nur und winken ab.