Netcup IPs im Praxiseinsatz: Nutzung für privates Browsing und Business-Anwendungen

  • Einer meiner RS dient auch als VPN-Server.

    Zum einen gehen dort mehrere S2S-Tunnel hin, d.h. es vernetzt so die privaten Netze eigener Standorte und ich hab so auch Zugriff auf das VLAN, um meine anderen RS zu erreichen und muss nicht über die Public Interfaces.

    Zum anderen habe ich, nachdem ein Apple-IOS-Update wieder den Zugriff über meinen heimischen Bintec-Router zerschossen hat, derzeit darüber auch eine VPN-Einwahl und auch das Surfen ist darüber dann für den IP-Adressbereich der VPN-Einwahl-IPs möglich.

    Das führt dann dazu, dass bei aktiviertem VPN z.B. Youtube mich als Bot sieht und ich mich anmelden soll. Schalte ich das VPN aus funktioniert alles wieder normal.

    Problem sind Geolocation-DBs, die das entsprechend ASN dem RZ zuordnen. Man kann versuchen, das manuell zu ändern (bei irgendeinem gab es ein Formular) und einen speziellen Eintrag für den Standort der IP zu setzen. Das hat bei einem der Anbieter auch geklappt, bei Youtube aber nichts geändert.

    Irgendwie wäre es für solche Anwendungen gut, auch spezifisch IP-Adressen zu bekommen, die als Access in Geo-IP registriert sind. Natürlich kann das zu Einschränkungen beim direkten Email-Versand führen, aber man kann nicht alles haben.

  • Ich habe seit Jahren irgendwie nur mit psychologen zutun und deren tolle TI-Anbindung durfte ich auch von Anfang an Administrieren :D

    Selbstständigkeit mit IT-Support ne handvoll Kunden und auch beruflich in einer Universität, wo die dann Weiterbildung machen, damit se mal ne Praxis eröffnen können.

    Deswegen sind Erfahrungen ultra wichtig für mich. Aktuell benutze ich seit ner Woche auch meine VPS-IP und habe keinerlei Probleme.

  • Ich nutze 3 Windows Terminal Server. Über entsprechende Linux Gateways werden die ausgehenden IPv4 und IPv6 Adressen genutzt. Seit einigen Jahren problemlos. Es gibt einige wenige Streaming Dienste, wo die IP geblockt wird. Ja, ab und zu mal kommt auch ein Captcha.

  • Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht, hast du dann nur vereinzelt das Problem bei YouToube gehabt oder musst du bei jedem Video ein Captcha lösen? Ich hatte damals sowas wie NordVPN genutzt und da war es teilweise bei jeder aktualisierung der Internetseite so, dass direkt ein neues Captcha eingegeben werden muss. Ich gehe mal davon aus, dass das bei RZ-Ips nicht so schlimm ist.

    Wahrscheinlich kommen die meisten Probleme nur deshalb zustande wegen der Problematik, dass ASNs von Rechenzentren pauschal als weniger Vertrauenswürdig eingestuft werden? Sind deine IPs auf irgendeiner Blackliste, wahrscheinlich nicht?


    Wenn es nur ein "ASN wird nicht vertraut Problem ist", dann funktionieren ja auch NAT-Setups problemlos und ich kann mir die exklusive IP je Kunde sparen.

  • Gerade bei YouTube kommt eigentlich nie eine Captcha Abfrage, wenn du angemeldet bist.

    Generell kann man mit einem entsprechenden Konstrukt und Routing viel beeinflussen. Ich nutze z.B einen NC VPS als SIP Server mit verschiedenen Telekom Nummern. Eine Registrierung ist dabei nur aus dem Telekom Netz möglich. Mit dem entsprechenden routing ist das aber auch mit einem VPS in einem RZ möglich. Eventuell hilft dir das bei deinem Konstrukt weiter.

    Einmal editiert, zuletzt von Hille (27. April 2026 um 13:11)

  • Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht, hast du dann nur vereinzelt das Problem bei YouToube gehabt oder musst du bei jedem Video ein Captcha lösen?

    Wahrscheinlich kommen die meisten Probleme nur deshalb zustande wegen der Problematik, dass ASNs von Rechenzentren pauschal als weniger Vertrauenswürdig eingestuft werden? Sind deine IPs auf irgendeiner Blackliste, wahrscheinlich nicht?


    Wenn es nur ein "ASN wird nicht vertraut Problem ist", dann funktionieren ja auch NAT-Setups problemlos und ich kann mir die exklusive IP je Kunde sparen.

    NAT funktioniert problemlos.

    Was YouTube haben will ist ein Login, kein Captcha.

    Meine IPs sind soweit ich weiß nicht auf einer Blacklist und zumindest meiner VIP vertraut auch die Telekom als legitimer Email-Sender.

    Dafür wirkt mein F2B langsam. Die ersten IPs haben sich für 2 Wochen Sperre qualifiziert… irgendeinen User hat das jedenfalls bisher nicht betroffen…

  • ... Ich hatte damals sowas wie NordVPN genutzt und da war es teilweise bei jeder aktualisierung der Internetseite so, dass direkt ein neues Captcha eingegeben werden muss. Ich gehe mal davon aus, dass das bei RZ-Ips nicht so schlimm ist...

    Die VPN-IP-Ranges sind Datacenter-IPs :)

    Und du siehst ja auch die "durchwachsenen" Erfahrungen hier im Thread...was heute geht, muss morgen schon nicht mehr so sein.

    Da ist bei Datacenter-IPs immer eine Art Glückssache, wenn man bei einem "Wald und Wiesen"-Hoster wie Netcup ist (nicht falsch verstehen).

    Geh mal mit 800 Leuten über Cloudflare per Zero Trust über deren Proxy-IPs ins Internet....da blockt nicht mal Netflix oder RTL+ :)
    War jetzt ein Extrem-Beispiel mit Cloudflare, aber da wird schon global durchaus unterschieden "von wem" da "was" und "wie" kommt.

    Mit etwas Glück geht alles.Wenn man Pech hat, landet man irgendwann auf irgendwelchen Blocklisten und dann ist *doof". Dann ärgert man sich mit Reihenweise Captchas und Co. ab oder darf bei <setze bekannte Webseite ein> nicht mehr mitmachen.

    Im Fazit unterliegst du bei Netcup dem selben "Behaviour" wie die VPN-Anbieter...alles kann, nix muss.

  • Ich nutze meinen kleinen RS seid jahren als Gateway und habe damit keine Probleme.
    Dazu noch ein eigener DNS FIlter damit die Werbung verschwindet. Selbst auf arbeit surfe ich darüber weil bei uns lokal Spotify CDN blockiert ist - soll es nicht sein - wird es aber irgendwo und niemand will Zeit opfern um diesen Fehler zu finden.

    Reddit funktioniert nicht, der rest geht problemlos.

  • Ja, das klingt plausibel, aber technisch gesehen sollte es, bei gleichen Voraussetzungen, eigentlich keinen Unterschied machen, ob ich nun Datacenter IP A (Netcup) oder Datacenter IP B (Netcup) benutze, wenn wir davon ausgehen, dass beide von Netcup stammen und keine IP auf irgendeiner Blacklist stehen.

    In Bezug auf die IP-Adressen können die Dienste (Webseiten) nur feststellen, wem die IP gehört (Netcup) und auf welchen Blacklisten die Adresse gelistet ist.

    Die weiteren Faktoren müssten dann das Verhalten erklären (Captchaanfragen). Das sind dann wohl Analysen vom Userverhalten z.B. kommen 100 gleichzeitige Anfragen von der IP zu meinem Dienst (Youtoube, google etc) oder welcher Browser wird genutzt, welche History etc.

    Da die Userseite ist bei meinem Konzept eignetlich unproblematisch ist, da nur Businesskunden und keine Downloader, Cracker etc. wie es beispielsweise bei NordVPN der Fall ist, sollte ich mein Konzept so umsetzen können. Wenn ich falsch liege, kläre mich auf.

  • Ja, das klingt plausibel, aber technisch gesehen sollte es, bei gleichen Voraussetzungen, eigentlich keinen Unterschied machen, ob ich nun Datacenter IP A (Netcup) oder Datacenter IP B (Netcup) benutze, wenn wir davon ausgehen, dass beide von Netcup stammen und keine IP auf irgendeiner Blacklist stehen.

    In Bezug auf die IP-Adressen können die Dienste (Webseiten) nur feststellen, wem die IP gehört (Netcup) und auf welchen Blacklisten die Adresse gelistet ist.

    Technisch wird es immer spannend, wenn GeoIP-Datenbanken die Ip-Adresse "anreichern". Kannst das ja mal mit einer Deiner IPs ausprobieren.

    GeoIP databases demo | MaxMind

    Es gibt das sehr generelle Einträge für viele IP-Adressen, ich konnte auch auch für "meine" VPN-IP-Adresse einen speziellen Eintrag /32 setzen lassen.
    Leider gibt es relativ viele solcher Datenbanken und das hat für YT nicht gereicht.
    Manchmal betreiben große Website-Betreiber eigene GeoIP-Datenbanken und manchmal haut auch einfach ein Website-Betreiber große Netzsegmente in seine persönliche Blockliste wenn ihn irgendwelche Bots aus diesem großen Segment heraus zu sehr geärgert haben.

    Ich war es nun 25 Jahre gewohnt, in einem Umfeld praktisch ohne Privatnutzer im RZ zu agieren, mit sehr großen Nachbarn.
    Das ist schon definitiv anders... Auch wesentlich weniger Scans auf Sicherheitslücken und kannte das Bot-Problem bisher so nicht. Ich war aber auch für meine Netzsegmente als Besitzer eingetragen, nicht der Provider. Das klappt natürlich so mit den Einzel-IPs bei Netcup nicht.

  • Was habe ich noch für Optionen um die Problematik zu minimieren?

    Ich könnte ein eigenes Klasse-C-Netz (24 subnetz) mieten und dann zusätzlich dedizierte Hardware. Das würde das Problem wahrscheinlich minimieren, wobei auch die Adressen auf irgendwelchen Listen stehen könnten, sind ja gebraucht, aber private Adressen theoretisch auch.

    Kennst du gute rootserver Anbieter, welche ein eigenes Netz zulassen und idealerweise in Deutschland angesiedelt sind?

    Ein dezentrales setup bedeutet deutlich höhere Hardwarekosten und höherer Administrationsaufwand sowie je nach Produkt auch höhere Lizenzkosten.

    Nicht zu unterschätzen ist auch die höhere Ausfallwahrscheinlichkeit. Ein schlanker openwrt Router läuft auch zuverlässiger.

  • Beim roten H mietest du ein /24 für ungefähr 520€ im Monat plus 720€ setup.

    Wenn du hier als selfmade SASE-Anbieter starten willst, da solltest du lieber auf mehrere Rechenzentren setzen.

    | VPS: 28 | vCPU: 75 | Memory: 104 GB | Disk: 4012 GB |

  • Ich dachte eher an leasing eines 24er Netzes für 100-150 Euro rum, jedoch muss der Anbieter eigenes Routing akzeptieren.

    Aber da bin ich eigentlich auch noch weit entfernt, erst einmal klein anfangen. Ich denke bis 25 Standorte probiere ich es zunächst einmal mit einer ipv4 Adresse und kann ja schnell ne alternative zubuchen evtl. jedem Standard noch eine feste IPv6.

    Einige wenige Captchas sind eigentlich auch egal.

  • Was genau ist den jetzt dein Problem ? Hier wurden doch Möglichkeiten genannt, um deine Probleme / Fragen zu lösen.

    Mögliche Konzepte um die eingangs beschriebene Problematik zu minimieren. Ein dezentrales Konzept als Lösung kommt für mich nicht in Frage, wenn sinnvolle Alternativen existieren. Trotzdem darf ich zu Beginn nicht auf die falsche Architektur setzen, denn im schlimmsten Fall müsste ich bei z.B. 100 Kunden die Geräte tauschen. Daher kann man noch gut über die ip probematik diskutieren.

    Zur minimierung der Problematik insgesamt würde es wahrscheinlich auch schon helfen, wenn man sich ein ganzes 24er Netz anmietet mit guter Reputation, da ja scheinbar häufiger in irgendwelchen Datenbanken pauschal größere Netzbereiche eingetragen werden.

  • Zur minimierung der Problematik insgesamt würde es wahrscheinlich auch schon helfen, wenn man sich ein ganzes 24er Netz anmietet mit guter Reputation, da ja scheinbar häufiger in irgendwelchen Datenbanken pauschal größere Netzbereiche eingetragen werden.

    Nein, du kannst ja streng genommen nicht garantieren, dass deine Kunden/User nicht Unfug machen oder sich eine Malware eintreten und dann die Reputation der ganzen Range schädigen. Wenn, dann willst du eine Verteilung auf verschiedene Ranges haben, die ausser dir als Subunternehmer keinerlei Beziehung zueinander haben.

    | VPS: 28 | vCPU: 75 | Memory: 104 GB | Disk: 4012 GB |

  • In gewissen Grenzen schon, denn ich verwalte ja auch noch die Clients, heißt Patchmanagement und zusätzliche, leistungsstarke Endpoint Protection mit zentralem Management. Die Software wird auch entsprechend so eingestellt, dass beispielsweise nur bestimmte Programme ins Internet kommunizieren dürfen, sogenanntes Applikationswhitelisting.

    Mehrere Netzbereiche sind auch möglich, interessant wäre noch, wie man Repututation wiederherstellen kann. Klar kann ich irgendwo Anträge stellen, aber es gibt ja scheinbar unendlich viele Listen und noch die Anbieter selbst, die irgendwelche IP-Adressen blocken.

    Ich könnte mir vorstellen, dass man da bei riesigen Unternehmen wie z.B. youtoube kaum Chancen hat, allein schon der Aufwand einen Ansprechpartner zu finden.

  • Kennst du gute rootserver Anbieter, welche ein eigenes Netz zulassen und idealerweise in Deutschland angesiedelt sind?

    Datenwald bietet das an, aber wohl nur gegen einen Obolus (bekommt man vielleicht wegverhandelt?). Bei den für Hosting brennenden Franzosen geht es sogar kostenfrei und Standorte in DE haben die auch. Wenn es dir jetzt rein um die physische Location geht wahrscheinlich in jeder Hinsicht günstiger als Datenwald.