Freistaat Annesburg, 1899
Fernab vom langen Arm Washingtons, dort wo staubige Pfade den Horizont zerschneiden und das Land nach Freiheit duftet, erhebt sich der Freistaat Annesburg – ein Ort, der sich nicht den Gesetzen Amerikas beugt, sondern seinen eigenen folgt.
Hier leben Menschen, die wissen, dass Freiheit nicht im Gesetzbuch steht, sondern im Herzen. Darum gelten im Freistaat Regeln, die jenseits der Staatsgrenzen längst verboten wären:
Der Handel mit Natives und anderen Ureinwohnern ist nicht nur geduldet, sondern hochgeachtet. Mit ihnen verbindet die Einwohner Annesburgs ein Band aus Respekt, Tauschhandel und gemeinsamer Geschichte. Ihr Schutz ist Pflicht, ihr Wort Gewicht, und ihre Freundschaft ein Gut, kostbarer als Gold.
Auch der Verkauf von Moonschein, Kräutern und allerlei Rauschmitteln wird hier nicht verfolgt. Jeder Mann und jede Frau trägt Verantwortung für das eigene Tun – und niemand im Freistaat nimmt sich das Recht heraus, anderen vorzuschreiben, welche Flasche sie heben oder welches Kraut sie rauchen dürfen.
Doch wo Freiheit wächst, da zieht auch der Schatten herauf. Jenseits der Grenzen scheint Washington seine Flagge zu schwenken, und mit ihr jene, die sich Patrioten nennen.
Sie kommen mit dem Anspruch, Ordnung zu bringen – doch in Wahrheit wollen sie das freie Land in Ketten legen. Für die Bewohner Annesburgs steht fest:
Die Patrioten sind der Feind.
Nicht wegen ihrer Herkunft, sondern wegen ihres Anspruchs, über freie Menschen zu herrschen.
Und so stehen die Männer und Frauen des Freistaats zusammen.
Schmiede, Jäger, Trapper, Farmer, Revolverhelden – vereint in dem Willen, ihr Land und seine Bewohner zu schützen. Schulter an Schulter trotzen sie jenen, die meinen, im Namen der Nation über Recht und Leben entscheiden zu dürfen.