Frage zu Windows Lizenzen

  • Aber nochmal zurück zur Lizenz… Ich glaube, dass auch viele Firmen nicht zu 100% korrekt lizenziert haben. Hauptsache du hast mal überhaupt eine Lizenz…

    Wir hatten mehrere Windows Desktop VMs (VPS) in der Cloud laufen (für Thinclients) und jede mit Win10pro lizenziert (130-150euro pro VM).

    Da kam dann mal eine "Rüge" von MS: Warum wir das mit den Desktop Lizenzen gemacht haben, dass gibt es im Server Bereich viel günstiger -

  • Echt jetzt? Man kann über Microsoft als Unternehmen und seine Lizenzgebaren im Speziellen denken, was man möchte, aber solche Aussagen lassen mich nur den Kopf über Euer Rechtsempfinden schütteln:

    Ich glaube, was SirMitti meinte, ist, dass viele Firmen in dem sich ständig veränderten Wust an Lizenzbedingungen aus Unwissenheit Fehler machen. Da steckt in den allermeisten Fällen kein Vorsatz dahinter. Das zumindest deckt sich mit meiner Erfahrung als IT-Dienstleister.

    Stirbt der Elternprozess, während das Kind noch als Zombie herumsteht, wird das Kind an PID 1 weitergereicht.

  • Ich selbst betreibe mehrere Windows Instanzen in der Cloud, mit der eigenen Windows Firewall ohne zusätzlichem Schutz. Alle Ports zu außer der Open VPN Server der direkt am Windows ist. Zu dem verbinde ich Mich, dann gehts direkt mit RDP auf die Maschine.

    Ich würde sonst eventuell eine mini Maschine als Firewall nutzen und dann eben rüber routen ins VLAN - weil kein Problem.

    Für diejenigen, die sich nach dem Grund fragen: Haben ca 200 Kunden mit MS Exchange Postfächern, wo ich ab und an mit Outlook was runter oder rauf laden muss. Haben jetzt mal bei einem Schwung der Kunden auf Thunderbird migrieren probiert, mit dem Ergebnis, dass alle der („Test-„) Kunden gekündigt haben.

    Aber nochmal zurück zur Lizenz… Ich glaube, dass auch viele Firmen nicht zu 100% korrekt lizenziert haben. Hauptsache du hast mal überhaupt eine Lizenz...

    Tatsächlich ist das wohl was die Lizenzen angeht der pragmatische Weg, wenn man als Privatmensch etwas aufzusetzen versucht, aber niemand so richtig weiß, was man da für Cals braucht. Ich habe ja jetzt viele Erwägungen und durchaus verständliche Anmerkungen gelesen, aber bisher weiß ich trotzdem noch nicht, wie jetzt der richtige Weg wäre, wenn man ihn beschreiten will. Und ich glaube mittlerweile, dass das gar nicht so viele wissen, denn irgendwie dreht es sich ja nur um Sachen, die mir nicht weiterhelfen, wenn ich das auf eine richtige und praktikabele Weise bewusst tun möchte.

    Dass die Leute schon Probleme damit haben auf Thunderbird zu wechseln, verstehe ich zwar auch nicht, aber es gibt ja durchaus gute Gründe, warum man einen MS-Server fahren will und das tun ja auch zuhauf Leute. Und wenn ich dann als Privatperson auch OEM-Lizenzen erwerbe, hat Microsaft wohl auch wenig Probleme damit, weil ich kein Unternehmen bin und sie so ein paar Euros dafür sehen.

  • Tatsächlich ist das wohl was die Lizenzen angeht der pragmatische Weg, wenn man als Privatmensch etwas aufzusetzen versucht, aber niemand so richtig weiß, was man da für Cals braucht.

    Ich sehe ehrlich gesagt nur zwei Wege, davon nur einer wirklich sinnvoll:

    • Entweder Du mietest einen VPS „pur“ und sorgst selber für die Lizenzen: Wahrscheinlich eine DC-Lizenz nach virtuellen Cores (da Du die Physik nicht kennst und Essential nur für OEMs ist) plus x CALs je nach Nutzeranzahl (das Lizensierungs-Dokument von MS kennst Du ja bestimmt): Das dürfte finanziell jeden privaten Rahmen sprengen.
    • Oder Du mietest Dir einen VPS inkl. Windows-Lizenz durch den Hoster - dann suchst Du bei netcup aber vergebens.
  • Glaubt hier wirklich jemand, dass Microsoft es verbieten kann, Windows 11 Desktop auf einer VM zu installieren, mit einer frei gekauften Windows 11 Lizenz zu aktivieren, und darauf irgendwelche Serversoftware laufen zu lassen? Betankt ihr eure Autos auch nur bei Vertragstankstellen des Herstellers? Natürlich müsste man wie bei Druckern und Nachbautinte damit rechnen, dass der Hersteller sein Produkt sabotiert und in der unerwünschten Betriebsumgebung nicht mehr lauffähig macht, so wie Microsoft es ja auch für PCs mit "zu alten" CPUs oder ohne TPM macht. Aber dass sich hier seitenweise darüber ausgelassen wird, was Microsoft meint, Windowsbenutzern vorschreiben zu können, macht mich echt fassungslos. Etwas weniger Unterwürfigkeit, bitte!

  • Glaubt hier wirklich jemand, dass Microsoft es verbieten kann, Windows 11 Desktop auf einer VM zu installieren, mit einer frei gekauften Windows 11 Lizenz zu aktivieren, und darauf irgendwelche Serversoftware laufen zu lassen?

    Meinst Du verbieten oder verhindern?

    Lizenzen unterliegen Lizenzbedingungen, und wer diese verletzt, begeht erst einmal Vertragsbruch. Dazu mag es dann Gerichtsverfahren und -entscheidungen geben, die anders regulieren (siehe OEM-Lizenzen auf "Fremdhardware"), aber das erfordert eine genaue Einzelfallbetrachtung.

    Die Diskussion um Raubkopien war schon immer kontrovers und das Schuldbewusstsein eher unterentwickelt - meistens bei Personen, die ihren Lebensunterhalt nicht mit Software verdienen.

    Leider wird es etwas schwierig, wenn getroffene Vereinbarungen nur als grobe Idee verstanden werden - Trumpesk sozusagen. Aber ich schweife schon wieder ab...

    Jeder muss diese Entscheidungen für sich abwägen, aber öffentlich zu Lizenzverletzungen aufzurufen, finde ich uncool.

  • Das ist FUD, ganz Microsoft-typisch. Der Link reicht ja offensichtlich nicht, also hier als Zitat der wesentlichen Stelle:

    Sofern Sie die Lizenz im Einzelhandel kaufen, geht es den Konzern nach dem deutschen Urheberrecht nichts an, auf welchem PC Sie sie einsetzen. Sie dürfen sie als rechtmäßiger Besitzer auf einem beliebigen Gerät einsetzen. Es ist also egal, ob es sich dabei um echte Hardware oder um eine virtuelle Maschine handelt. Die Edition spielt ebenfalls keine Rolle, Sie dürfen also sehr wohl auch Windows Home in einer VM installieren.

    Auch was Microsoft auf den Bildschirm schreibt, nachdem die Lizenz erworben wurde, muss einen in diesem Land überhaupt nicht interessieren. Niemand ruft hier öffentlich zu Lizenzverletzungen auf. Es sind keine Lizenzverletzungen, s.o.. Benutzer bange machen, indem man ihnen ihre Rechte ausredet, ist nicht nett.

  • Niemand ruft hier öffentlich zu Lizenzverletzungen auf. Es sind keine Lizenzverletzungen, s.o.. Benutzer bange machen, indem man ihnen ihre Rechte ausredet, ist nicht nett.

    Du vergleichst Äpfel mit Birnen, ging es hier doch um den Betrieb auf (virtuellen) Servern mit Client-Zugriffen, nicht um eine Einzelplatznutzung: Der Heise-Artikel bezieht sich auf letzteres.

    Aber ich bin hier nicht die Lizenz-Polizei und will es auch gar nicht sein. Ich habe nur ein Problem, wenn man Vertragsbedingungen nach Gutdünken ignoriert als gäbe es keine Unterlassungsalternative...

    Mögliche Optionen habe ich oben genannt, damit ist von mir auch alles gesagt.

  • Es geht hier um Computer, auf denen ein Betriebssystem installiert wird. Darauf bezieht sich der Heise Artikel und auch darauf, dass es nicht von Belang ist, was für Computer das sind. Ich habe hier einen Computer mit Windows 11 Professional stehen. Echte Hardware. Glaubst du, ich lasse mir von Microsoft vorschreiben, wofür ich den einsetze? Glaubst du, ich müsste das? Und genausowenig hat Microsoft auch zum Einsatz von Windows 11 Professional auf einer Netcup VM zu sagen.

  • Ich sehe ehrlich gesagt nur zwei Wege, davon nur einer wirklich sinnvoll:

    • Entweder Du mietest einen VPS „pur“ und sorgst selber für die Lizenzen: Wahrscheinlich eine DC-Lizenz nach virtuellen Cores (da Du die Physik nicht kennst und Essential nur für OEMs ist) plus x CALs je nach Nutzeranzahl (das Lizensierungs-Dokument von MS kennst Du ja bestimmt): Das dürfte finanziell jeden privaten Rahmen sprengen.
    • Oder Du mietest Dir einen VPS inkl. Windows-Lizenz durch den Hoster - dann suchst Du bei netcup aber vergebens.

    Danke, das ist mal eine Info, mit der ich als Windows Server-Lizenz-DAU etwas anfangen kann und mir hilft das besser abzuschätzen.

  • Glaubst du, ich lasse mir von Microsoft vorschreiben, wofür ich den einsetze? Glaubst du, ich müsste das? Und genausowenig hat Microsoft auch zum Einsatz von Windows 11 Professional auf einer Netcup VM zu sagen.

    Die Einschätzung halte ich für optimistisch.

    Darauf bezieht sich der Heise Artikel und auch darauf, dass es nicht von Belang ist, was für Computer das sind.

    Falsch, das sagt der Heise Artikel eben nicht in dieser Deutlichkeit, denn der Anwendungsfall des Artikels ist lediglich eine VM auf einem Desktop PC. Auf Cloud Nutzung gehen sie nicht ein. Nur weil sie das nicht ausschließen, heißt es nicht automatisch, dass es möglich ist.

    Wie gesagt, kann alles sein, dass die Gerichte das so sehen, wie du. Aber gefestigte Rechtsprechung gibt es aktuell nicht dazu. Da bleibt ein Risiko. Ob man das eingehen will, sollte jeder für sich entscheiden.

  • [...] eben nicht in dieser Deutlichkeit [...] nicht ausschließen [...] nicht automatisch [...] möglich [...] kann alles sein [...] gefestigte Rechtsprechung gibt es aktuell nicht dazu [...] ein Risiko [...]

    Ihr solltet euch was schämen. Fear, Uncertainty, Doubt.

    Der Anwendungsfall ist in der Anfrage beschrieben: "Ich betreibe Windows in einer virtuellen Maschine (VM)." Da steht nichts davon, wo der Host dieser virtuellen Maschine ist, und der Heise Artikel macht diesbezüglich auch keinerlei Einschränkung.

  • Du darfst Windows 10/11 Desktop in einer VM installieren und dann dort wie ein Desktop nutzen.

    Aber du darfst - egal ob virtualisiert oder physisch - das Ding halt nicht als Server nutzen, um Remote Zugriffe durch Clients gestatten, um dort breitgestellte Services zu nutzen.

    Also keine Zweckentfremdung als Server.

    D.h. Malermeister Humpel muss lizenzrechtlich sein Warenwirtschaftssystem auf einem Windows Server bereitstellen...auch wenn's auf einem Windows 10 Desktop laufen würde.

    Ich bezweifle ein Lizenz-Audit von MS bei Privatpersonen, aber dadurch wird halt nicht "erlaubter".

    Mir persönlich ist weder MS noch Windows ein Dorn im Auge, ich nutze Betriebssysteme nach Einsatzzweck. Auch beruflich haben wir beides in Nutzung.

    Wie ich vormals sagte: Das muss der Privatmann für sich entscheiden, sind ja alle erwachsen....konform müsste aber auch der den Batzen Geld für Lizenzen ausgeben.

  • ....dass einer Reihe von Forennutzern Windows auf Netcup-Servern ein Dorn im Auge ist...

    Diese Bedenken werden aber meist nur geäußert, wenn Desktop-Systeme (z.B. WIn10) auf netcup-Servern installiert werden und beziehen sich in der Regel nicht auf lizenzrechtliche Aspekte,

    Der Grund ist, dass sowas unsicher und nur mit entsprechendem KnowHow zuverlässig abzusichern ist.

    Leider ist ein übernommener Server nicht nur ein Problem des jeweiligen Serverbetreibers, sondern fällt u.U. auf alle anderen netcup-Kunden zurück, wenn der Server zur Spamschlueder wird und danach wieder mal ein weiterer IP-Bereich auf den Blacklisten landet.

  • Malermeister Humpel muss lizenzrechtlich sein Warenwirtschaftssystem auf einem Windows Server bereitstellen...

    Dass es Menschen gibt, die so einen Blödsinn glauben, ist erschreckend und endkomisch zugleich. Klar, ich kaufe einen Computer mit Windows und dann darf ich da nur die Software drauf laufen lassen, die mir Microsoft erlaubt... :D 8o:D

    Diese Bedenken werden aber meist nur geäußert, wenn Desktop-Systeme (z.B. WIn10) auf netcup-Servern installiert werden und beziehen sich in der Regel nicht auf lizenzrechtliche Aspekte,

    Wenn die Autobahn wegen den Feldhamstern nicht gebaut wird, hat jemand sein Ziel erreicht, und das war nicht der Schutz der Feldhamster.

    Einmal editiert, zuletzt von NaN (27. Januar 2025 um 16:48)

  • Klar, ich kaufe einen Computer mit Windows und dann darf ich da nur die Software drauf laufen lassen, die mir Microsoft erlaubt... :D 8o:D

    Wenn ich mir iOS, Android und auch den Windows Store so anschaue ist das aus Microsoft-Sicht wohl gar nicht so unrealistisch.
    Einerseits hoffe ich, dass es nie so weit kommen wird und andererseits motiviert mich das vermehrt auf Linux umzustellen.

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  • Glaubst du, ich lasse mir von Microsoft vorschreiben, wofür ich den einsetze? Glaubst du, ich müsste das? Und genausowenig hat Microsoft auch zum Einsatz von Windows 11 Professional auf einer Netcup VM zu sagen.

    Noch mal dazu: Es gibt eine EULA, die du akzeptiert hast, d.h., du hast einen Vertrag mit Microsoft geschlossen. Vielleicht findest du ein Gericht, dass Passagen dieses Vertrages für ungültig erklärt, aber solange das nicht passiert ist, gilt das, was da steht. Und damit schreibt Microsoft dir vor, was du mit ihrer Software darfst, und was nicht. Punkt.

    Natürlich kannst du dich mit der EULA nicht einverstanden erklären. Aber das bedeutet dann, dass du das Produkt nicht nutzt.