iKVM von älteren Supermicro Boards mit OpenJDK unter Debian starten

  • Ich wollte kürzlich beim Franzosen auf iKVM (Java) zugreifen, nur leider bekomme ich die JNLP-Datei unter Debian 12 mit icedtea-netx nicht gestartet. Auch mit dem zweckentfremdeten Paket nvidia-openjdk-8-jre klappt es nicht, wenn man dieses bei itweb-settings hinterlegt. Zuhause habe ich ein ähnliches Board aus der X10-Serie (AST2400) von Supermicro und musste dann feststellen, dass ich iKVM über Java dort ebenfalls nicht mehr starten kann. Verdammt :D

    Ich habe jetzt zwar einen Workaround gefunden (sehr hilfreich dafür war diese Seite), aber mich würde kurz interessieren, ob diese Probleme noch irgendwer mit älteren Supermicro (X10) Boards und OpenJDK hat bzw. eine bessere Lösung parat hat. In meinem Fall betrifft das den Java iKVM Viewer v1.69.37 bzw. v1.69.40.

    Fehler bei Startversuchen
    1. Den ersten Fehler kann man einfach beheben: Unrecognized VM option 'PermSize=32M'
      Einfach die JNLP-Datei bearbeiten und den Teil mit java-vm-args="…" entfernen.
    2. Danach ist endgültig Endstation: Pack200 compression is no longer supported […]
      Und hier stehe ich leider genauso an, ob man das irgendwie elegant beheben kann.

    Bei Supermicro heißt es dazu nur lapidar:

    IPMI KVM doesn’t work with open source Java (OpenJDK, IcedTea). Need Oracle Java.

    Workaround

    Zuerst muss man sich das unpack200 Binary besorgen, wofür es zwei Möglichkeiten gibt:

    1. Man installiert das Paket openjdk-11-jre-headless aus Debian 11. Dann ist es global im $PATH verfügbar: /usr/bin/unpack200
    2. Oder man installiert das Paket nvidia-openjdk-8-jre, der korrekte Pfad lautet dann: /usr/lib/jvm/java-8-openjdk-amd64/jre/bin/unpack200
      (Die Fleißaufgabe, das mit updates-alternatives selbst korrekt systemweit verfügbar zu machen, überlasse ich dem Leser dieser Zeilen.)

    "Wer nur noch Enten sieht, hat die Kontrolle über seine Server verloren." (Netzentenfund)

    8 Mal editiert, zuletzt von KB19 (25. November 2025 um 03:34) aus folgendem Grund: Fehlende Details über die fehlgeschlagenen Startversuche hinzugefügt.

  • KB19 25. November 2025 um 03:27

    Hat den Titel des Themas von „iKVM von älteren Supermicro Boards mit OpenJDK unter Linux starten“ zu „iKVM von älteren Supermicro Boards mit OpenJDK unter Debian starten“ geändert.
  • Ich kann zum geschilderten Problem mangels Betroffenheit nichts beitragen, aber OpenJDK bzw. die JRE-Pakete z.B. von Azul etc... haben ja allesamt gar keinen WebStart-Mechanismus der JNLP-Files verarbeiten könnte mehr integriert. Hier kommt denke ich das angesprochene IcedTea-netx ins Spiel, das es so aber glaube ich nicht mehr gibt, sondern durch das leider ebenfalls ins Stocken geratene IcedTeaWeb abgelöst wurde (welches es z.B. von Azul zwar noch kostenfrei zu beziehen gibt, aber leider schon seit 2 Jahren nicht mehr erneuert wurde). Insofern denke ich das hier OpenWebStart als einziges noch aktiv gewartetes Projekt übrig geblieben ist, und würde ich dieses daher versuchen.

  • (Eure anderen Tipps teste ich in den nächsten Tagen.)

    Aber die Franzosen liefern wohl Browser KVM wenn man lieb fragt :)

    Darauf habe ich eh Zugriff und die freie Wahl. Aber bei diesen alten Supermicro Boards kann man über HTML5 leider noch keine ISOs einbinden. Dieses Feature gibt es (afaik) erst ab X12 ohne Java :)

    "Wer nur noch Enten sieht, hat die Kontrolle über seine Server verloren." (Netzentenfund)

    Einmal editiert, zuletzt von KB19 (25. November 2025 um 23:41)

  • warum willst du noch isos einbinden?

    ipxe > chain http://boot.netboot.xyz

    Da würde ich es definitiv selber bauen bzw. irgendwo bereitstellen, wo ich volle Kontrolle darüber habe. Aber das ist dann doch deutlich mehr Aufwand, als eine ISO direkt einzulegen. Das lohnt sich für 1-2 mal im Jahr einfach nicht :)

    "Wer nur noch Enten sieht, hat die Kontrolle über seine Server verloren." (Netzentenfund)

  • Also, ich habe das auch schon mit meinem alten Supermicro probiert. Tatsächlich ging das nicht, da zu alt. Musste dann auf PXE zurückgreifen. Habe mir dafür in Proxmox eine VM erstellt und konnte ganz einfach per Netboot dann die ISO "einspielen". Dann per iKVM Boot reihenfolge ändern und Voila :)

    Dieses Docker image habe ich genutzt: https://github.com/samdbmg/dhcp-netboot.xyz

    max@forum:~$ ./inventory.sh

    ID PRODUCT CPU RAM PRICE

    [1] RS 2000 G11 PRO 8x 16GB 19,99 €

    [2] VPS piko G11s 1x 1GB 1,18 €

    [3] RS 500 G12 2x 4GB 6,46 €

    Einmal editiert, zuletzt von mmaxx (27. November 2025 um 11:44)

  • Ich kenne die iKVM von Supermicro nicht. Aber gibt es da vlt ein Firmwareupdate was dir dann ne HTML5 Konsole gibt? Vielleicht gibt es dafür im openbmc Projekt auch bereits eine Konfiguration für ein firmware upgrade / sidegrade zu openbmc?

    Mit freundlichen Grüßen
    Kai Stenders
    netcup Team
    Operations

  • Ich kenne die iKVM von Supermicro nicht. Aber gibt es da vlt ein Firmwareupdate was dir dann ne HTML5 Konsole gibt?

    Die haben beide eine HTML5-Variante, aber ohne Virtual Media Feature. Das hat Supermicro leider erst zwei Generationen später implementiert, vorher ist diese Funktion nur über Java verfügbar. :(

    Vielleicht gibt es dafür im openbmc Projekt auch bereits eine Konfiguration für ein firmware upgrade / sidegrade zu openbmc?

    Beim Heimserver ist mir so eine Spielerei zu kritisch, der muss laufen. Und beim Franzosen (der mit dem "heißen" RZ) kann ich sowas sowieso nicht machen :D

    "Wer nur noch Enten sieht, hat die Kontrolle über seine Server verloren." (Netzentenfund)

  • Beim Heimserver ist mir so eine Spielerei zu kritisch, der muss laufen. Und beim Franzosen (der mit dem "heißen" RZ) kann ich sowas sowieso nicht machen :D

    Du meinst der, der sein RZ in die "Cloud" migriert hatte? ;)

    Mit etwas Glück gibt es bereits fertige images, vielleicht sogar von Offizieller Seite. Selbst HPE stellt inzwischen OpenBMC images für die iLO bereit

    Aber mit OpenBMC wäre deine Funktionalität die du gerne hättest zugänglich implementiert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Kai Stenders
    netcup Team
    Operations