Expertenwissen gesucht: Schlechte Download-Performance bei Zugriff aus dem Internet - Hilfe bei der Analyse

  • Hallo zusammen.

    Ich stehe gerade vor einem verzwickten Problem, und komme da nicht weiter.

    Bis vor Kurzem konnte ich einwandfrei die Backups meines Servers per rsync performant (bis zu 100MB/s) herunterladen, was bei ca. 300GB an Backups ja immer noch ziemlich lang dauert.

    Seit geschätzt 3 Monaten hingegen habe ich nur noch 5 - 10MB/s, egal ob iperf3, rsync, http download oder scp... Auch in einem VPN Tunnel (Wireguard oder Strongswan) steigt die Geschwindigkeit nicht an)

    Meine Aktionen bis jetzt:

    - Wechsel von einem R3000 G9.5 auf einen R2000 G12 Ultra

    - Wechsel von Ubuntu 22 auf Debian 13

    --- Kopieren der Docker Images von R3000 auf R2000 lief rasend schnell. Somit sollte das Netzwerk ja richtig konfiguriert sein...

    - Der R3000 kann ein wget von R2000 mit 230MB/s ausführen

    - IPerf3 von meinem Server zu speedtest.serverius.net meldet ca. 2GBit/s in beide Richtungen

    --> Damit würde ich erstmal ein Serverproblem ausschließen

    - Das Problem tritt an meinem Anschluß (Telekom Gigabit Glasfaser) und meinem Arbeitsplatzrechner (lokaler Betreiber "Eggenet") auf.

    - MTR und Ping zeigen keinerlei Paketverluste oder Ping-Ausreißer, weder hin noch zurück. MTR lief jeweils 10 Minuten.

    - Ein Upload auf den Server geht aus meinem Netz mit den maximalen 50MB/s, die der Anschluss liefern kann.

    - Über das Telekom Kundencenter habe ich schon meinen Glasfaseranschluss überprüfen lassen. Das Tool hat angeblich ein Problem gefunden und behoben, aber die Peformance ist weiterhin grottig

    - Downloads über meinen Anschluss (auch http/https) laufen mit bis zu 110MB/s einwandfrei (z.B. Steam oder AWS).

    Und jetzt gehen mir die Ideen aus. Bremst da irgendein Mittelsmann die Kommunikation aus? Kann man das noch weiter eingrenzen?

  • Habe ich das richtig verstanden, du lädst per SFTP ein Backup per Wireguard runter. Dabei hast du einen Speed von 5 - 10MB/s. Hast du den Download mal mit einem SFTP Client z.b. WinSCP oder Filezilla getestet? Hast du lokal mal einen iperf3 Test gemacht? Wenn ja, wie hoch dort der Speed? Stimmen die MTU Werte?

  • Beim Stichwort "Telekom" oder neuerdings auch "Vodafone" kommt mir unweigerlich der Gedanke an die Peering-Praxis dieser Anbieter. Da netcup - berechtigterweise - offenbar der Telekom aus Telekom-Sicht zu wenig für das Peering zu zahlen bereit ist, Stichwort Netzneutralität, leitet die Telekom die Daten eben nur per Rauchzeichen oder über eine eingleisige Nebenstrecke an ihre Kunden weiter. Wohlgemerkt an Kunden, die dafür bezahlen, dass die Telekom sie ordentlich versorgt! Die Telekom hätte nun aber gern Geld von beiden Seiten, also von netcup (und den meisten anderen "Inhalteanbietern", die Daten von ihrem Netz zum Telekom-Kunden schicken) und eben trotzdem weiterhin auch von ihren Kunden. Double paid peering, Und Tschuess Netzneutralität. Dein kleiner Anbieter mag sein Netz von der Telekom oder Vodafone beziehen.

    Das Thema geht seit Monaten durch alle Medien, auch die Bundesnetzagentur ist damit befasst. Davon erwarte ich mir aber nicht viel, die Lobby der Telekom ist durchaus ziemlich einflussreich in Berlin.

    Aus Kundensicht stellt sich mir halt die Frage: Was soll ich mit einer 1GBit Glasfaser-Anbindung der Telekom, wenn ich von einem großen Teil des Internets Daten nur so langsam erhalte, dass ich mir vorkomme wie zu Zeiten des seligen 64K Modems? Beschwert man sich bei der Telekom, dann lassen sie einen die Bandbreite vom eigenen Anschluss zu einem Telekom-Server messen und sagn dann: Alles in Ordnung, für die Gegenseite sind wir nicht zuständig.

    Aber, wie eine der Drückerinnen der Telekom mir mal mitgeteilt hat, als ich ihr sagte, dass ich kein Interesse habe und mit meiner Anbindung sehr zufrieden bin: "Aber das ist doch die Umstellung!". Und auf meine Feststellung, dass die mir angebotenen Preise für etwas weniger Bandbreite als ich eh schon habe nur im ersten Jahr auf gleicher Höhe mit meinen derzeitigen sind und danach deutlich höher: "Dann kündigen sie den Telekom-Vertrag doch einfach nach dem ersten Jahr".

    Eigentlich sollte man sowas einfach vom Markt nehmen. Aber: too big to fail. Und die Lobby arbeitet auch weiterhin fleissig daran, dass sich die Telekom mit ihren Monopolisten-Vorstellungen durchsetzt.

  • Habe ich das richtig verstanden, du lädst per SFTP ein Backup per Wireguard runter. Dabei hast du einen Speed von 5 - 10MB/s. Hast du den Download mal mit einem SFTP Client z.b. WinSCP oder Filezilla getestet? Hast du lokal mal einen iperf3 Test gemacht? Wenn ja, wie hoch dort der Speed? Stimmen die MTU Werte?

    Wireguard ist ein VPN. Alles, was per VPN am Server ankommt, geht direkt an iptables vorbei. Dazumal sind einige sicherheitskritische Dinge nur aus dem VPN erreichbar...

    Da ich durchgehend Linux nutze, verwende ich das Standard scp zum kopieren. Oder rsync...

    Zu iperf3:

    - Wenn ich mich per SSH einlogge, und den Server per iperf3 -c (-R) zu offenen Servern verbinden lasse, dann kommen da 2GBit/s raus.

    - Wenn ich das von meinem privaten Rechner aus mache, bekomme ich 500MBit/s (max) zu R3000 und leider nur 50MBit in meine Richtung raus...

  • Und jetzt gehen mir die Ideen aus. Bremst da irgendein Mittelsmann die Kommunikation aus? Kann man das noch weiter eingrenzen?

    In Falkenstein gibt es einen Mitbewerber, der noch eine direkte Anbindung vom Telekom-Anschuss bis zu deren RZ seinen Kunden bietet.

    Eventuell ist es Sinnvoll, falls du da schon Kunde bist, sich einfach mal einen Cloud-Server, am besten mit Dedicated vCores für ein paar Minuten oder auch Studen anzumieten und die Tests da zu wiederholen.

  • In Falkenstein gibt es einen Mitbewerber, der noch eine direkte Anbindung vom Telekom-Anschuss bis zu deren RZ seinen Kunden bietet.

    Eventuell ist es Sinnvoll, falls du da schon Kunde bist, sich einfach mal einen Cloud-Server, am besten mit Dedicated vCores für ein paar Minuten oder auch Studen anzumieten und die Tests da zu wiederholen.

    Wie es der Zufall so will, habe ich eine Storage Box für meine Backups bei eben jenem Wettbewerber, und die ist lustigerweise auch in Falkenstein....

    Gerade einmal versucht, eine große Datei von dort zu ziehen ... Und hatte nur ganz kurz 100MB/s, was nach ca. 2s schon auf 5MB/s einbrach...

    Ein MTR zum Mitbewerber liefert eine viel kürzere Route, über 3 Hops der Telekom... Aber die Performance ist trotzdem grottig.

  • Wie es der Zufall so will, habe ich eine Storage Box für meine Backups bei eben jenem Wettbewerber, und die ist lustigerweise auch in Falkenstein....

    Gerade einmal versucht, eine große Datei von dort zu ziehen ... Und hatte nur ganz kurz 100MB/s, was nach ca. 2s schon auf 5MB/s einbrach...

    Das wundert mich bei einer "Storage Box" nicht, das ist ja langsamer Backup-Speicher. Teste mal mit einem Cloud-vServer bei denen; würde mich nicht überraschen, wenn das Ergebnis besser aussehen würde.

  • Alles, was per VPN am Server ankommt, geht direkt an iptables vorbei.

    Nach dem VPN ist vor iptables (nftables). Das VPN geht nicht an der Firewall oder an Traffic Shapern vorbei. Es wird einmal als verschlüsseltes Paket bearbeitet und dann, wenn es aus dem VPN-Interface kommt, nochmal als entschlüsseltes Paket.

    Wenn ich mich per SSH einlogge, und den Server per iperf3 -c (-R) zu offenen Servern verbinden lasse, dann kommen da 2GBit/s raus.

    Server und Anbindung sind in Ordnung.

    Wenn ich das von meinem privaten Rechner aus mache, bekomme ich 500MBit/s (max) zu R3000 und leider nur 50MBit in meine Richtung raus...

    Du erwähntest, dass du einen Provider mit einer bekannt unzureichenden Transit-Anbindung verwendest. Wie sicher musst du sein, dass es das ist, bevor du aufhörst, woanders zu suchen?

  • Ich habe das ganze eben auch mal getestet mit meinem RS hier und 12 GB innert paar Minuten in die Schweiz via VPN runtergeladen mit einem Durchschnitt von ungefähr 200 MB/s :-\

    Welche Software nutzt du zum downloaden?

    Weil da hätte ich bei einem bestimmten, namens WinSCP ein deja-vû wo ich mit Einstellungen nachhelfen musste :D

    • 🇨🇭 | 🇫🇷 | 🇺🇸
    • sudo rm -rf /*all
    • sudo apt-get reinstall ubuntu.exe
    • ping -6 -c 3 172.16.0.1

  • Welche Software nutzt du zum downloaden?

    Weil da hätte ich bei einem bestimmten, namens WinSCP ein deja-vû wo ich mit Einstellungen nachhelfen musste :D

    SSH, wget, curl, iperf3 - Alles von einem aktuell Debian 13

    In dem Versuch, dem Problem weiter eingrenzen zu können, habe ich mir mal einen Mullvad-VPN Account geklickt, den Client installiert, und lustig virtuell die Standorte gewechselt -> Egal ob Belgien, Deutschland (Düsseldorf, Berlin, Frankfurt), Österreich, ..., die max. Downloadrate war immer unter 5MB/s. Wenn die (nicht existente) Direktverbindung von Telekom zu Netcup das Problem wäre, dann sollte doch durch ein VPN in ein Nicht-Telekom-Netz behoben werden, oder?

    Ich habe ein Problem damit, einfach der Telekom die Schuld zu geben, nur weil sie die Telekom ist.
    Vielleicht klicke ich mir mal einen AWS / der andere Falkensteiner / sonstwas Cloudserver und probiere da mal die Downloadraten aus...

  • Das ist jett ein anderer Server als der aus dem Eingangsposting?

    Zitat

    - IPerf3 von meinem Server zu speedtest.serverius.net meldet ca. 2GBit/s in beide Richtungen

    --> Damit würde ich erstmal ein Serverproblem ausschließen