2 dedizierte Kerne vs 6 vCores

  • Hallo zusammen,
    Anlässlich der VPS Second Generation habe ich mir die folgende Frage gestellt:

    Ich plane (bzw tue es aktuell schon) auf einem vServer der VPS-Reihe eine Containervirtualisierung zu betreiben (LXD).
    Soll ich nun eher zu den (teureren) Root-Servern mit 2 dedizierten Kernen, oder zu einem VPS mit 6 virtuellen Kernen greifen?

    Gibt es dazu Erfahrungswerte, eventuell bei Leuten, die auch privat zuhause virtualisieren? Oder ist das ein reines Lottospiel, dass meine Nachbarn auf dem Host ihre vCores nicht auslasten und meine daher im Vergleich leistungsfähiger sind als die zwei dedizierten?

  • Ich plane (bzw tue es aktuell schon) auf einem vServer der VPS-Reihe eine Containervirtualisierung zu betreiben (LXD).
    Soll ich nun eher zu den (teureren) Root-Servern mit 2 dedizierten Kernen, oder zu einem VPS mit 6 virtuellen Kernen greifen?


    Wenn ich mir die Preise für beide Varianten anschaue, so ist der VPS teurer bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

    VPS 2000 G7 SE 12M mit 6 vCores (nicht dediziert) und 8 GB RAM (nicht dediziert) = 7,99 Euro
    RS 1000 SAS G7 SE 12M mit 2 vCores (dediziert) und 6 GB RAM (nicht dediziert) = 6,99 Euro

    Da der VPS nur 1 Euro pro Monat teurer ist, aber mehr vCores und einen größeren RAM hat, würde ich an deiner Stelle zum VPS greifen.

  • Warum schreibst du bei RAM "nicht dezidiert"? Der RAM steht dir immer exklusiv zur Verfügung, da teilst du dir nichts mit anderen und du kannst deinen RAM immer voll belegen (macht Linux meist auch im Hintergrund für Caches etc.).


    Laut der Webseite im Bestellprozess wird auch bei den Root-Servern mit der Bezeichnung RS... der RAM nicht dediziert zugewiesen. Siehe dazu im Bestellprozess , der dir nochmal, bevor du dann tatsächlich auf den Knopf “In den Warenkorb“ klickst, die einzelnen technischen Daten zum Server anzeigt. Siehe auch folgende URL als Beispiel zur RS-Variante:

    URL: netcup.de - Produktdetails

    Auch im Kundenbereich, zumindestens ist es bei mir so, wird unter dem Kartenreiter “Leistungen“ in der Zeile "Arbeitsspeicher DDR 4 ECC:" auch hinter der Größenangabe XX GB nichts von dediziert geschrieben. In der Zeile "Prozessorkerne:" aber schon.
    Von daher gehe ich mal davon aus, dass du dir den RAM, sofern du ihn nicht selber gerade nutzt, mit weiteren Kunden teilen wirst. Also wie beim VPS-Server.

  • Okay du hast jetzt 3x die gleiche Website verlinkt. Aber Fakt ist das du bei netcup den RAM komplett belegen kannst, soviel wie du jeweils hast. Von daher steht der RAM dir ganz exklusiv und dezidiert zu. Es kann nicht passieren, dass dir bei einem Server plötzlich 1GB RAM fehlt oder sowas, was schon technisch gar nicht funktionieren würde. Von daher steht der RAM dir dezidiert und exklusiv zur Verfügung auch wenn es nicht extra erwähnt wird da es wohl selbstverständlich ist ;)

    Ich vermute auch mal das der RAM in den Wirtsystem nicht wirklich oder gar nicht überbucht ist, schlichtweg weil der RAM permanent belegt ist. Da Linux gerne cached und buffered kann man es auch schaffen das 100% des RAMs in Benutzung sind. (Im Gegensatz zur CPU, die meist nicht permanent 100% gefordert ist und sicherlich überbucht ist).

  • Okay du hast jetzt 3x die gleiche Website verlinkt.


    Ich wollte dich jetzt mit meinem Rat nicht verärgern, sondern habe es nur gut gemeint.

    Aber Fakt ist das du bei netcup den RAM komplett belegen kannst, soviel wie du jeweils hast. Von daher steht der RAM dir ganz exklusiv und dezidiert zu.


    Wenn der RAM auf dem Hostsystem nicht mehr für alle Kunden ausreicht bzw. erschöpft ist, wird der RAM-Inhalt des entsprechenden Root-Servers in den SWAP-Bereich des Hostsystem geschrieben. Ansonsten würde nicht nur der Root-Server abstürzen, sondern auch das Hostsystem.

    Dieses hier beschriebene Verhalten habe ich schon gerade zu Stoßzeiten sehr oft auf meinem Root-Server RS 6000 SE beobachten können, wenn ich bei noch genügend freien RAM z.B. eine 10 GB große Datei per DD-Befehl in den RAM des Root-Servers geschrieben hatte.

    Das Verhalten kann man daran sehr gut erkennen, dass plötzlich die Schreibleistung von sonst ca. 2 GB/s auf ca. 700 oder gar noch weniger absackt.

    Im Idealfall, wenn man tatsächlich den RAM für sich exklusiv nutzen könnte, würde man sogar zwischen 5 und 4 GB/s in den DDR4-RAM schreiben können.

    DerRené
    Ich denke mal, dass diese Seite schon längst überholt ist und man sich eher auf die technischen Information während des Bestellvorgangs und der im Kundenbereich hinterlegten technischen Information zum Produkt verlassen sollte.

    Einmal editiert, zuletzt von Exmember01 (4. Januar 2017 um 00:23)

  • @AndreasDe Wenn du Probleme mit der Performance hast, solltest du dich an den netcup Support wenden.

    Grundsätzlich kann die verringerte Leistung auch eine andere Ursache haben. Zum einen hast du natürlich mit deiner Aussage, dass der RAM nicht dediziert ist, recht. Dieser ist nur garantiert. Deshalb kann es natürlich vorkommen, dass auch andere Server den Channel, den auch du nutzt, zur selben Zeit beanspruchen. Dann sinkt natürlich die Geschwindigkeit.

    Ansonsten sind 10 GB keine ideale Messgröße. Linux versucht möglichst viel im Arbeitsspeicher abzulegen. Wenn du nun anfängst deine RAM-Disk mit 10 GB zu beschreiben, dann könnte Linux auf die Idee kommen, einen Teil des Caches wegzuschreiben. Das würde die Leistung natürlich ebenfalls reduzieren. Deshalb, wenn es unbedingt 10 GB sein sollen, eventuell den Test direkt zwei Mal hintereinander ausführen. Damit müsste sich dieser Nebeneffekt ausschließen lassen.

  • Grundsätzlich kann die verringerte Leistung auch eine andere Ursache haben. Zum einen hast du natürlich mit deiner Aussage, dass der RAM nicht dediziert ist, recht. Dieser ist nur garantiert. Deshalb kann es natürlich vorkommen, dass auch andere Server den Channel, den auch du nutzt, zur selben Zeit beanspruchen. Dann sinkt natürlich die Geschwindigkeit.


    Das klinkt plausibel. Denn das Problem ist ja nicht permanent, sondern wie schon geschrieben, nur zu Stoßzeiten.

    Ansonsten sind 10 GB keine ideale Messgröße. Linux versucht möglichst viel im Arbeitsspeicher abzulegen. Wenn du nun anfängst deine RAM-Disk mit 10 GB zu beschreiben, dann könnte Linux auf die Idee kommen, einen Teil des Caches wegzuschreiben. Das würde die Leistung natürlich ebenfalls reduzieren. Deshalb, wenn es unbedingt 10 GB sein sollen, eventuell den Test direkt zwei Mal hintereinander ausführen. Damit müsste sich dieser Nebeneffekt ausschließen lassen.


    Sie wird nach dem Reinschreiben ja gleich wieder gelöscht. So dass der RAM-Bereich für wichtigere Anwendungen wieder zur Verfügung steht.

  • Sie wird nach dem Reinschreiben ja gleich wieder gelöscht. So dass der RAM-Bereich für wichtigere Anwendungen wieder zur Verfügung steht.

    Linux nutzt den RAM sehr effektiv und schreibt Änderungen an Dateien nicht direkt auf die Festplatte, sondern speichert diese erst einmal im RAM. Auch häufig genutzte Dateien werden zum Beispiel im Arbeitsspeicher für einen schnelleren Zugriff zwischengespeichert. Wenn du nun eine RAM-Disk anlegst und diese mit 10GB beschreibst, muss der Buffer, damit es zu keinen Datei-Verlusten kommt, natürlich erst auf die Festplatte geschrieben werden. Im schlechtesten Fall muss Linux also erst die 10 GB frei schaufeln.

    Wie viel Speicher aktuell genutzt wird, kannst du mit free auslesen. Dort findest du auch die beiden Spalten buffer und cached.

  • Tolive
    Im Grunde genommen lege ich nicht wirklich eine RAM-Disk an, sondern nutze das schon vorhandene Verzeichnis, was vom System schon als RAM-Disk angelegt wurde. Es sieht wie folgt aus.

    Code
    df -h
    ...
    tmpfs        	18G  564K   18G   1% /dev/shm
    …

    Weiterhin achte ich bei meinen Tests schon darauf, dass der RAM genügen freien Platz aufweist.

    Derzeit sieht er wie folgt aus:

    Code
    total    	used    	free  	shared  buff/cache   available
    Mem:   	36904428  	372444	18771008   	25572	17760976	36198564
    Swap:  	18547708       	8	18547700


    Also noch genügend Platz.

  • Schön, dass ich hier so eine angeregte Diskussion ins Rollen gebracht habe.. :D

    Eine konkrete Antwort auf die Frage dediziert vs vCPU habe ich zwar noch nicht erhalten, aber vielen dank an Felix für den Hinweis zur SSD. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass die VPS keine SSD Variante beinhalten..