Kurze Frage/Beratung zum Thema SMTP (Servernamen/FQDN)

  • Hallihallo,

    ich habe eine kurze Frage zum Thema hostnamen/FQDN ggf. rDNS, um sicherzugehen, dass ich alles korrekt verstanden habe.

    Ich bin aktuell am überlegen für einen Server mit einer kleinen Mastodon-Instanz (3-5 aktive user) einen Mailserver einzurichten. Zurzeit nutze ich ein überteuertens SMTP-relay für Notifications (aktuell <<10 pro Tag) und prüfe Alternativen. Neben kostenfreien/günstigeren Relays (Wäre einfacher allein schon wegen automatisiertem Bounce-handling, wobei die meisten davon Click-Tracking etc. eingebaut haben, was ich absolut nicht brauche, da ich nix bewerbe. Muss mal schauen, ob das ohne Aufpreis abschaltbar ist...) wäre auch ein eigener Mailer denkbar.

    Für die paar Notifications brauche ich nicht unbedingt eine ganze Kuh (es sei denn es ist wegen des Gesamtpaketes bzw. der Anfängerfreundlichkeit zu empfehlen). Einfach nur ein SMTP-Dienst wie Postfix (ggf. Spamschutz falls wer versucht an den Server massenweise Mails zu schicken) reicht mir vollkommen (Ich will es eigentlich schlank halten). Etwaige Rückantworten würde ich auf einen Alias in meinem Mailprovider umleiten.

    Jetzt hab ich gesehen, dass ich hierfür offenbar einen FQDN setzen muss, u.a. weil Mailprovider diesen zum Spamschutz abfragen. Den Namen in Postfix zu setzen würde also nicht reichen. Jetzt kann ich im SCP für den Server einen Namen sowie einen Spitznamen (den einfachen Hostnamen setzen). Dieser wird aber komischerweise nicht im eigentlichen Server übernommen (habs getestet: Das SCP zeigt die neuen Namen an, der Server selbst in der Konsole trotz reboot noch die alten), ich müsste das hier also separat tun.

    Jetzt meine Fragen:

    1. Im Servernamen tauchen diese Servernamen wie "bestsrv.de" etc. auf. Würde es Probleme machen, wenn ich diese im SCP bzw. in der Console entferne? Ist das überhaupt möglich bzw. sinnvoll? Ich habe es aktuell nicht ausprobiert, weil ich nichts kaputthauen möchte, was dann den Support braucht.
    2. Ist ein passender rDNS-Eintrag (+PTR-Record) eine Alternative zum Setzen des FQDN oder muss beides erfolgen? Als rDNS ist bei mir akuell nur der Domainname gesetzt. Diesen kann ich ggf. anpassen, sofern keine Probleme macht, wenn meine Domain ("meinedomain.de") im A-record auf eine IP-Adresse zeigt, diese dann aber im rDNS noch den hostnamen bei hat ( z.B. "host.meinedomain.de"). Ich gehe von aus, dass in Falle, dass beides notwendig ist, der rDNS-Eintrag und der FQDN übereinstimmen müssen?

    Ich hoffe mein Geschreibsel ist soweit plausibel und frei von Missverständnissen. :wacko:

    Edited 4 times, last by Weird (June 18, 2026 at 8:11 PM).

  • Der Mailserver muss sich im HELO/EHLO nicht mit der Domain melden, für die er Mail verschickt, sondern mit seinem eigenen Namen. Dieser Name muss vorwärts auf die IP-Adresse auflösen, von der der Mailserver die Verbindung aufmacht, und diese IP-Adresse muss rückwärts auf diesen Namen zeigen.

    Ob andere Namen auch auf diese Adresse auflösen, ist nicht relevant. Dein Mailserver kann also mail.example.com heißen und gleichzeitig Webserver für www.example.com sein, aber die IP-Adresse muss auf mail.example.com zeigen.

    Es ist davon abzuraten, die generischen vordefinierten Namen für Mailserver zu verwenden, da etliche Mailserverbetreiber solche Namen ablehnen (zu viele Punkte im FQDN, bekannte Namensmuster von großen Hostern, etc.).

    Edited 3 times, last by NaN (June 18, 2026 at 8:22 PM).

  • Bei Mailservern ist es mittlerweile obligatorisch, den rDNS korrekt zu setzen, da immer mehr Anbieter ansonsten keine E-Mails von deinem MX annehmen werden. Anders gesagt, du solltest die von Netcup vorgegebenen Hostnamen in jedem Fall aendern und zwar auf den korrekten, von dir gewaehlten FQDN und natuerlich nicht vergessen, die entsprechenden DNS-A Eintraege dafuer setzen. Auch hier empfehle ich wieder das Tutorial des Kollegen Christoph Haas (https://workaround.org). Den ein- und ausgehenden Spamfilter nicht vergessen, wenn du tatsaechlich Anwendungen wie Mastodon auf dem Mailserver betreiben willst, anstatt diese voneinander zu trennen. Dann halt die Klassiker: DMARC (DNS-Eintrag), SPF (DNS-Eintrag), DKIM (opendkim oder im rspamd konfigurieren!). Steht aber alles in dem Tutorial.

    Wenn dann noch Fragen sind. :)

    There are only 10 types of people in the world: those who understand binary, and those who don't.

    Edited once, last by ckd (June 18, 2026 at 8:12 PM).

  • Die Standardnamen der Hoster (hier dann sowas wie bestsrv.de,goodsrv.de, happysrv.de, hotsrv.de,...) sind auch sehr häufig auf Blocklisten. Selbst wenn du ihn korrekt durchkonfigurierst führt das oftmals zur Ablehnung der Mails. So wie ckd schon sagte: auf jeden Fall eigene Namen verwenden.

    | VPS: 28 | vCPU: 75 | Memory: 104 GB | Disk: 4012 GB |

  • Ich glaub, das hilft schon sehr weiter.

    Die Standardnamen der Hoster (hier dann sowas wie bestsrv.de,goodsrv.de, happysrv.de, hotsrv.de,...) sind auch sehr häufig auf Blocklisten. Selbst wenn du ihn korrekt durchkonfigurierst führt das oftmals zur Ablehnung der Mails. So wie ckd schon sagte: auf jeden Fall eigene Namen verwenden.

    Das war ein sehr umständliches "Ja" auf meine erste Frage. Aber danke für den Kontext.

    Den ein- und ausgehenden Spamfilter nicht vergessen, wenn du tatsaechlich Anwendungen wie Mastodon auf dem Mailserver betreiben willst, anstatt diese voneinander zu trennen. Dann halt die Klassiker: DMARC (DNS-Eintrag), SPF (DNS-Eintrag), DKIM (opendkim oder im rspamd konfigurieren!). Steht aber alles in dem Tutorial.

    Wenn dann noch Fragen sind. :)

    Dienste auf voneinander getrennten Servern/VPS zu hosten klingt nach einer Sache, die die mir evtl. ein paar Euros im Monat wert sein sollten (es ist zugegeben fast alles besser als 30€/Monat für nur eine Handvoll Mails pro Tag ;(). Die Vorteile ergeben sich fast von selbst. Dann könnte man auch tatsächlich Mailcow als "Für den Fall" komplett installieren, bevor ich alles zweimal installieren bzw. neu einrichten darf. Danke für die Hinweise und den Link zum Tutorial. Schau ich mit auf jeden Fall mal an!

  • Ja, ein SMTP-Relay für 30€/Monat klingt fast etwas teuer für ein paar Mails pro Tag. Das geht definitiv wesentlich günstiger, auch wenn du es nicht selbst machst, was dir eventuelle Kopfschmerzen mit der Zustellbarkeit an Microsoft und Konsorten erspart. Zumal wenn du das Bounce-Handling und Click-Tracking gar nicht brauchst. Ich habe mir das vor einigen Jahren bei der grünen Mailbox aus Berlin eingerichtet für meine damalige Geschäftsmail und alles andere was mir wichtig war (und noch ist).

    Kostet mich zwar auch 30€ im Standardtarif, aber pro Jahr und nicht pro Monat. Und ein paar Tausend Mails pro Tag darüber zu verschicken ist kein Problem. Das 10 GB Postfach würde dir für deine Zwecke möglicherweise schon reichen. Ich benutze für alle Adressen außer der geschäftlichen Domain Postfächer auf meinem eigenen Mailserver und lasse nur den Mailversand da drüber laufen, nutze es also praktisch als SMTP-Relay. Sollen die sich mit Microsoft rumschlagen, ich muss es jedenfalls nicht. Nebenbei bietet der Tarif noch weitere Goodies (z.B. Videokonferenzen, Cloudspeicher, Office-Funktionen), die ich aber nur selten nutze. Mir geht es da nur um den zuverlässigen Mailversand, damit gab es bisher nie Probleme.

  • Gabs hier nicht mal Leute die den Versand per SMTP zu AWS SES ausgelagert hatten?

    Ich weiss nicht mehr in welchem Zusammenhang das genannt wurde, vermutlich aber auch mal wieder in Bezug auf nicht zustellbare Mails hier im Forum.

    | VPS: 28 | vCPU: 75 | Memory: 104 GB | Disk: 4012 GB |

  • Gabs hier nicht mal Leute die den Versand per SMTP zu AWS SES ausgelagert hatten?

    Das habe ich noch nicht gefunden, aber ich wollte die verschiedenen Möglichkeiten versuchen übersichtlich aufzuschreiben und vielleicht in die FAQ bei Fragen vor dem Kauf zu packen. :/

    Was ich aber mit aufnehmen wollte war der Vorschlag zur Nutzung der Smarthosts Funktion in Plesk zu Mailjet, die nebula76 hier in dem Smarthosts Beitrag schonmal erwähnt hat, was für viele Privatnutzer vielleicht schon ausreichend ist. (Mailjet ist eigentlich Spezialist für E-Mail-Marketing, aber das heißt die haben den Fokus auf Zustellgarantie und ein großzügiges Kontingent für Privatanwender mit 200 Mails am Tag, 6000 pro Monat). Welche Konditionen AWS SES habe ich jetzt nicht nachgesehen.

    nebula76
    April 12, 2026 at 5:05 PM


    netcup selbst bietet ja auch eine SOGo Lösung vermarktet als Groupware an, aber keine Ahnung, was das für Dinger sind und man da auch keine Zustellprobleme hat. Groupware Lösung für kollaboratives Arbeiten | netcup

    Update: Hoppla, da bin ich wieder in die Falle getappt und in einen gekaperten Beitrag - Entschuldigung zum Thema Servername / FQDN wurde eh schon alles gesagt ;)

    WH1000 SE OST22 OST23 OST24 | WH1000 SE ADV25 | WH 🥚🧶🥛🐖 | 🦆 VPS 200 🇺🇦🕊️

    Edited once, last by Copro: Oh, Thema verfehlt. (June 19, 2026 at 7:29 PM).

  • Gabs hier nicht mal Leute die den Versand per SMTP zu AWS SES ausgelagert hatten?

    Es gab sogar Firmen die ernsthaft glaubten, dass man mit der Cloud seine IT-Kosten senkt, die Verfuegbarkeit auf 100% drueckt und IT-Personal einsparen kann. :)

    There are only 10 types of people in the world: those who understand binary, and those who don't.

  • Es gab sogar Firmen die ernsthaft glaubten, dass man mit der Cloud seine IT-Kosten senkt, die Verfuegbarkeit auf 100% drueckt und IT-Personal einsparen kann. :)

    Solange man nicht die Entwickler die Maschinen bestellen lässt, ist das auch gar nicht so schlimm. (32 vCPU compilieren tagsüber total schnell, kosten nachts aber auch)

    Und die Cloud hat immerhin überhaupt noch Hardware ;)

    | VPS: 28 | vCPU: 75 | Memory: 104 GB | Disk: 4012 GB |

  • Ja, ein SMTP-Relay für 30€/Monat klingt fast etwas teuer für ein paar Mails pro Tag. Das geht definitiv wesentlich günstiger, auch wenn du es nicht selbst machst, was dir eventuelle Kopfschmerzen mit der Zustellbarkeit an Microsoft und Konsorten erspart. Zumal wenn du das Bounce-Handling und Click-Tracking gar nicht brauchst. Ich habe mir das vor einigen Jahren bei der grünen Mailbox aus Berlin eingerichtet für meine damalige Geschäftsmail und alles andere was mir wichtig war (und noch ist).

    Kostet mich zwar auch 30€ im Standardtarif, aber pro Jahr und nicht pro Monat. Und ein paar Tausend Mails pro Tag darüber zu verschicken ist kein Problem. Das 10 GB Postfach würde dir für deine Zwecke möglicherweise schon reichen. Ich benutze für alle Adressen außer der geschäftlichen Domain Postfächer auf meinem eigenen Mailserver und lasse nur den Mailversand da drüber laufen, nutze es also praktisch als SMTP-Relay. Sollen die sich mit Microsoft rumschlagen, ich muss es jedenfalls nicht. Nebenbei bietet der Tarif noch weitere Goodies (z.B. Videokonferenzen, Cloudspeicher, Office-Funktionen), die ich aber nur selten nutze. Mir geht es da nur um den zuverlässigen Mailversand, damit gab es bisher nie Probleme.

    Ganz ehrlich: Ich hatte nicht mehr auf dem Schirm, dass ich das die ganze Zeit hätte tun können und dass es Teil des Tarifs ist. :wacko:

    Aber zuallererst muss meine Domain umziehen, weil ein gewisser Registrar es nicht schafft ihre von Google aufgekauften Nameserver zu verwalten und die anzupassenden CNAME und TXT-Records ums verrecken einfach nicht übernommen werden... (da will man "mal eben" "nur" eine Kleinigkeit machen.)

    Edited 2 times, last by Weird (June 20, 2026 at 2:18 AM).