Irreführende Whois-Daten bei über netcup registrierten .at Domains

  • Die hier getroffene Entscheidung finde ich absolut ausreichend. Ein großes Danke an netcup und insbesondere Felix, der wieder einmal nicht einfach abgeblockt hat, sondern offen für Vorschläge und Verbesserungen ist!

    Außerdem finde ich es richtig, sich hier nicht auf die Vorgehensweise der nic.at einzulassen. Eine Person ist nun mal keine Organisation, auch wenn man die DSGVO bei denen nicht anders abbilden kann.

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    Außerdem finde ich es richtig, sich hier nicht auf die Vorgehensweise der nic.at einzulassen. Eine Person ist nun mal keine Organisation, auch wenn man die DSGVO bei denen nicht anders abbilden kann.

    Habe gerade selber noch ein E-Mail an nic.at geschickt, da der Rechtsbegriff „organisation“ bei Registries einen anderen Begriffshof als „Organisation“ in der DSGVO hat. Meiner Meinung nach führt die Unterscheidung nach nicht zutreffenden Merkmalen zu einer Fehldarstellung der vorgehaltenen Daten, wodurch in der Folge der die Berechtigung Daten zu speichern selbst entfällt: Wer systematisch verfälschte und unrichtige Daten vorhält und publiziert, ist im Sinne der DSGVO ja auch nicht zu deren Bearbeitung im umfassenden Sinn berechtigt. Dem Grundsatz der Datenrichtigkeit wird somit ja nicht entsprochen und zugleich ist damit auch der Grundsatz der Datenminimalität verletzt. Letztere bestimmt ja, dass nur soviele Daten, wie für den Zweck erforderlich sind, vorzuhalten sind. Wenn schon der Zweck nicht erfüllt wird, ist a priori dann auch die Verarbeitung unzulässig. Datenminimalität hat so gesehen nicht nur eine Oberschranke, sondern auch eine Unterschranke, die sich unmittelbar aus dem Zweck ergibt.

  • Habe gerade selber noch ein E-Mail an nic.at geschickt, da der Rechtsbegriff „organisation“ bei Registries einen anderen Begriffshof als „Organisation“ in der DSGVO hat. ...

    Soeben kam der Anruf von der nic.at Rechtsabteilung. Fazit: Die natürliche Person hat zwar kein grundsätzliches Recht auf Eintragung im Whois; wenn sie aber eingetragen wurde, dann muss der Eintrag auch richtig sein (vgl Grundsatz auf Richtigkeit der Daten in der DSVGO). Einschränkend dabei ist, dass der Registrar dabei auch kooperiert und dem Kunden diese Gestaltungsmöglichkeit auch einräumt. (Daher meine persönliche Interpretation dessen: Tut der Registrar das nicht, kann der Kunde eventuell nach der DSGVO gegen den jeweiligen Registrar vorgehen, denn dieser verletzt dann -wie ausgeführt- drei gleichrangige Grundprinzipien der DSGVO). [netcup] Felix P.: Im Übrigen ist TECH-C einer Domain, wer auch die technische Zuständigkeit über diese hat - im Falle eigener Nameserver ist das aber laut dieser Auskunft regelmäßig gerade nicht der Registrar, sondern der Betreiber der Nameserver. Der Registrar ist in diesem Fall als „provider“ einzutragen und gilt dann gegenüber nic.at, aber nicht einsehbar quasi nur als „Billing-C“. Soweit mir in einem weiteren Gespräch mit dem Support beauskunftet wurde, gibt es person, organization und role. Letzteres scheint zutreffend für das Anliegen der Eintragung natürlicher Personen zu sein.

    J4YI

    Es wird weiters wieder auf die schon genannten Quellen verwiesen:

    https://www.nic.at/de/so-funktion…n-inhaber#id187

  • eripek Danke für Deine Infos.

    Der Netcup-Support hat mir meinen Account inzwischen auf "Organisation" umgestellt. Für mich ist die Darstellung meiner Inhaber-Daten im nic.at Whois damit nun zufriedenstellend.

    Was Deine Aussage betreffend Tech-C betrifft: Warum Netcup hier die Auffassung vertritt, sich bei allen Domains selbst einzutragen, anstatt im Falle von Kunden-eigenen Nameservern den Kunden=Inhaber-Handle zu verwenden erschließt sich auch mir nicht. Einen Zone-C Handle gibt es bei AT-Domains ja nicht, und der Registrar selbst ist im Whois ja ohnehin bereits als Registrar mit Link ersichtlich. Auch ich habe dazu schon kurz nachdem ich die Domain im August 2017 zu Netcup geholt habe ein Telefonat mit einem NIC.at-Juristen geführt, der mir meine Ansicht (Tech-C bin ich selbst wenn ich den Nameserver betreibe) bestätigte. NIC.at selbst geht dagegen jedoch nicht vor, ich solle mir das selbst mit dem Registrar ausmachen. Versucht habe ich es - warum Netcup hier darauf besteht selbst eingetragen zu bleiben erschließt sich mir nicht und wurde mir auch nicht erläutert. Mir ist dieser Detail-Aspekt bislang dann aber auch nicht so wichtig gewesen, Hauptsache ich scheine als Inhaber auf.

  • Was Deine Aussage betreffend Tech-C betrifft: Warum Netcup hier die Auffassung vertritt, sich bei allen Domains selbst einzutragen, anstatt im Falle von Kunden-eigenen Nameservern den Kunden=Inhaber-Handle zu verwenden erschließt sich auch mir nicht. Einen Zone-C Handle gibt es bei AT-Domains ja nicht, und der Registrar selbst ist im Whois ja ohnehin bereits als Registrar mit Link ersichtlich. Auch ich habe dazu schon kurz nachdem ich die Domain im August 2017 zu Netcup geholt habe ein Telefonat mit einem NIC.at-Juristen geführt, der mir meine Ansicht (Tech-C bin ich selbst wenn ich den Nameserver betreibe) bestätigte. NIC.at selbst geht dagegen jedoch nicht vor, ich solle mir das selbst mit dem Registrar ausmachen. Versucht habe ich es - warum Netcup hier darauf besteht selbst eingetragen zu bleiben erschließt sich mir nicht und wurde mir auch nicht erläutert. Mir ist dieser Detail-Aspekt bislang dann aber auch nicht so wichtig gewesen, Hauptsache ich scheine als Inhaber auf.

    Es ist auch wirklich nicht nachvollziehbar: Wenn ich im ccp das netcup-Nameserver-Set wähle, dann ist der Tech-C dadurch bedingt, denn dann stimmen „Zone-C“ laut SOA-Record und Whois überein und der Kunde würde über Probleme ggfls über den Abuse-Contact im CCP kontaktiert.

    Im Fall, dass, wie bei eigenen Nameservern, in der SOA und im Whois widersprechende Informationen zu finden sind, wird die Kontaktaufnahme erschwert. Auch ist anzunehmen, dass Kontaktaufnahme gemäß RFC 2142 inner der jeweiligen Domain zu erfolgen hat und nicht mit dem Provider, ausser es handelt sich um die Whois-Ergebnisse für eine IP-Adresse.

    Fazit: Zwischen den Zeilen gelesen bedeutet das, was die nic.at niemals offiziell empfehlen würde: Es gibt Registrare wie Sand am Meer, man möge sich eben einfachen einen aussuchen, der den Vorgaben auch dann entspricht, auch wenn er nicht abgemahnt oder geklagt wird...

    Wozu gibt's dann überhaupt Vergaberichtlinien, wenn sie nur eine unverbindliche, gegenüber Registraren nicht durchsetzbare Empfehlung sind?

  • Wozu gibt's dann überhaupt Vergaberichtlinien

    Die NIC.at Richtlinien sind hier zu unscharf formuliert. Konkret wird zwar definiert was im Tech-C Handle alles zu befüllen ist, aber was Tech-C bedeutet wird unzureichend definiert: "technischen Kontaktperson (tech-c), der die Domain in technischer Hinsicht betreut" => Da bleibt Interpretationsspielraum, ob der Registrar eine "technische Betreuung" für die Domain übernimmt. Die Meinung von Netcup hierzu ist scheinbar, dass sie die Domain "technisch betreuen", weil Sie über die API von NIC.at die Records parametrieren. Nun ja, wirklich Sinn ergibt das wenn der Domaininhaber sogar die DNS-Server selbst betreibt aber keinen. Denn den Tech-C braucht man ja genau dann, wenn irgend etwas mit den Zielsystemen (DNS und / oder die Zielserver die MX, HTTPd etc... zur Verfügung stellen) nicht mehr funktionieren. Genau dann kann man nämlich i.d.R. auch kein Impressum mehr aus dem Webserver ermitteln etc...

    Die Rechtsbeziehung Registrierungsstelle / Registrar / Domaininhaber ist außerdem so zu sehen, dass der Domaininhaber seinen Registrar dazu beauftragt in seinem Namen bei der Registrierungsstelle die Domain zu registrieren. Der Registrar ist also mein Erfüllungsgehilfe der mir meine Domain bei der NIC.at registriert. Und die NIC.at sieht sich somit nicht in der Rolle Unstimmigkeiten zwischen Domaininhabern und Registrar zu klären. Anders wäre es, wenn der Registrar der Erfüllungsgehilfe von NIC.at wäre.

  • Bei einem anderen Anbieter kann man zwar beliebige Handles für PERSON/ORG/ROLE anlegen, das Endresultat ist nun für meine AT-Domains dort, dass ich mich (PERSON) auch als Tech-C eingetragen habe. Die Whoisausgabe ist nun… interessant! :D

    "Wer nur noch Enten sieht, hat die Kontrolle über seine Server verloren." (Netzentenfund)

  • Bei einem anderen Anbieter kann man zwar beliebige Handles für PERSON/ORG/ROLE anlegen, das Endresultat ist nun für meine AT-Domains dort, dass ich mich (PERSON) auch als Tech-C eingetragen habe. Die Whoisausgabe ist nun… interessant! :D

    Das ist der Punkt, wo ich vorhin gemeint habe, dass das Whois durch die DSGVO konterkariert wird („Zweck“) und die Unterscheidung bloß durch die Art der Person nach natürlich und Organisation völlig verfehlt ist.

    Die untere Schranke der Datenminimierung ist der Zweck der Datenanwendung (Whois: das Darstellen der relevanten Informationen über Inhaber und unmittelbaren technischen Kontakt, wobei wenn man die Impressumsvorschriften nach der Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr RL 2000/31/EG vom 8.6.2000 meines Erachtens auch für Whois beachten muss, weil es im Sinne des Anhangs der neueren RL 2015/1535, die RL 98/34/EG ersetzt, wohl um einen Dienst der Informationsgesellschaft“ handelt.). Die obere Schranke ist, alle Daten, die nicht dafür erforderlich wären, darzustellen - etwa durch Pseudonyme.

    Und die Lösung, eine natürliche Person als Organisation einzutragen ist auch fragwürdig, da die Daten damit in einen falschen Kontext gestellt werden, wodurch sie streng im Sinne der DSGVO unrichtig sind. Die korrekte Anwendung der DSGVO wird wohl noch einige Leute in die Klapse bringen bevor sie korrigiert wird.

  • Update: nach längerer Diskussion mit Support und Hostmaster unter Zitaten aus den nic.at-Vergaberichtlinien und unter Hinweis auf unrichtige Daten im Sinne der DSGVO, wurde mir eine Änderung der Whois-Daten für eine Domain, deren NS ich hoste, (allerdings noch ohne die ebenfalls unrichtige) „organization“ bei meinem Handle, gewährt. Im Ergebnis sind die Vergaberichtlinien eventuell erneut verletzt, weil Privatpersonen nicht veröffentlicht werden - andererseits kann nic.at die Daten ja einsehen. Für alle anderen ist der Zweck des Whois vereitelt...

    Ein weiteres Kapitel im Datenschutzrecht - oder, wie man alle Beteiligten mit sinnentfremdeten Datenschutz bis zur Weissglut nerven kann...

    Ein herzliches Dankeschön an diejenigen, die sich dem Thema mit Ernst und Geduld nähern!

  • Update: Der netcup-Hostmaster scheint den von nic.at vorgeschlagenen Weg, die Daten von Privatpersonen via „organization“-Feld zu veröffentlichen nicht zu kennen. Er schlägt mir stattdessen einen „Inhaberwechsel“ von mir auf mich vor.

  • Also ich bitte darum nicht die Tatsachen zu verzerren. Wir haben angeboten, Ihren Account bei der nic.at via Inhaberwechsel in einen gewerblichen umzustellen. Wir sind nicht in der Lage die Regeln der Vergabestellen zu ändern. Via "Update" kann keine Organisation bei einer Domain hinterlegt werden, die zuvor einer privaten Person gehört hat. Dafür ist ein Inhaberwechsel vorgeschrieben.

    Wir tragen keine privaten Personen im Feld Organisation ein, selbst wenn dieses die nic.at vorschlägt. Wir sind nicht verpflichtet diesen Vorschlag umzusetzen und es ist uns im Massengeschäft nicht möglich derartige Ausnahmen zu berücksichtigen. Wir haben für so etwas einen automatisierten Prozess der für alle Registries angewendet wird und keinen manuelle Änderung zulässt.

    Ich bitte dafür um Verständnis.

    Mit freundlichen Grüßen

    Felix Preuß

  • Also ich bitte darum nicht die Tatsachen zu verzerren. Wir haben angeboten, Ihren Account bei der nic.at via Inhaberwechsel in einen gewerblichen umzustellen. Wir sind nicht in der Lage die Regeln der Vergabestellen zu ändern. Via "Update" kann keine Organisation bei einer Domain hinterlegt werden, die zuvor einer privaten Person gehört hat. Dafür ist ein Inhaberwechsel vorgeschrieben.


    Lieber Herr Preuss, lieber [netcup] Felix P., wenn ich aufgrund der missverständlichen Korrespondenz falsche Schlüsse gezogen habe, tut mir das aufrichtig leid. Ein Inhaberwechsel bei nic.at ergibt so gesehen freilich Sinn, es wurde mir aber bei nic.at anders erklärt.

    Wir sind nicht verpflichtet diesen Vorschlag umzusetzen und es ist uns im Massengeschäft nicht möglich derartige Ausnahmen zu berücksichtigen. Wir haben für so etwas einen automatisierten Prozess der für alle Registries angewendet wird und keinen manuelle Änderung zulässt.

    Mit meinem Posting verfolge ich freilich auch das Bestreben, zu einer Verbesserung der allgemeinen Kundenerfahrungen beizutragen, anderen Betroffenen zu helfen und an einer besseren Lösung konstruktiv mitzuarbeiten.

    Der gegenständliche Vorschlag scheint mir allerdings nicht geeignet zu sein, das unabdingbare und nicht von vertraglichen Vereinbarungen abhängige Recht auf Richtigstellung der Daten einerseits und die Vereinbarkeit mit den Registrierungskriterien unter einen Hut bringen zu können - erst recht nicht für den Massenverkauf.

    Wir tragen keine privaten Personen im Feld Organisation ein, selbst wenn dieses die nic.at vorschlägt.

    Die Vergabekriterien und da die Regelung zum Tech-C und zum Registrar sprechen für sich:

    https://www.nic.at/de/meine-at-do…ungsrichtlinien

    Ist es absehbar, dass die Schnittstelle CCP-EPP solche automatisierten Änderungen beherrschen wird?

    Ich würde es nämlich bevorzugen, meine eigenen Domains, wie auch jene, die ich Vereinen im Rahmen meines Ehrenamtes kostenlos zur Verfügung stelle, einheitlich und unkompliziert bei nur einem Anbieter verwalten könnte.

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