[erledigt] spamhaus RBL / open resolver / wichtige eMails verworfen

  • Hallo, ich wollte eigentlich Spamhaus verwenden als RBL in meiner postfix config:

    Allerdings habe ich die wie man sieht deaktiviert, denn ich hab jede Menge wichtiger eMails nicht mehr erhalten:

    Aug 8 16:33:03 server postfix/smtpd[24458]: NOQUEUE: reject: RCPT from a71-51.smtp-out.amazonses.com[54.240.71.51]: 451 4.7.1 Service unavailable; Client host [54.240.71.51] blocked using pbl.spamhaus.org; Error: open resolver; https://check.spamhaus.org/returnc/pub/74.63.24.222/; from=<0100019889f549ad-4aadcdd4-d204-4426-8084-52d630b2ab94-000000@amazonses.com> to=<xxx@xxx.de> proto=ESMTP helo=<a71-51.smtp-out.amazonses.com>


    Ich verwende die dns server von netcup und habe auch einen unbound bei mir auf dem Server laufen als caching.

    Was tun?

  • Code
    root@mydomain:/etc/spamassassin# resolvconf -l
    # resolv.conf from lo.unbound
    nameserver 127.0.0.1
    # resolv.conf from ens3.inet
    nameserver 127.0.0.1
    nameserver 9.9.9.9
    # resolv.conf from ens3.dhclient
    nameserver 46.38.225.230
    nameserver 46.38.252.230

    kannst du mir sagen wie ich das einrichte? Hab den unbound eigentlich eingerichtet, kann auch abfragen stellen, aber irgendwie gehen die trotzdem noch alle über ens3.dhclient's gelistete, weil ich erhalte noch immer die Block-Meldung.

    meine /etc/network/interfaces hat das hier drin:

    Code
    iface ens3 inet dhcp
    dns-nameserver 127.0.0.1
    dns-nameserver 9.9.9.9

    Eigentlich sollte das doch dann die von netcup ignorieren...?

  • Ich nutze auch Postscreen. Ich weis nicht, was das mit dem Thema zu tun hat. Es geht aktuell um DNS-Probleme, da scheinbar weiterhin der DNS Server von netcup verwendet wird und nicht meiner auf localhost.

    wenn ich dig google.com ausführe, sehe ich am ende

    ;; SERVER: 127.0.0.1#53(127.0.0.1) (UDP)

    trotzdem der fehler von spamhaus...

  • Ich benutze unbound nur für spamassassin. Einfach in die spamassassin config ein:

    Code
    dns_server 127.0.0.1

    Je nach Distro gibt's ggf auch ein /etc/spamassassin/65_dns.cf

    Und die resolv.conf auf netcup DNS lassen. Klappt wunderbar. Generell ist es aber wahrscheinlich eine gute Idee postfix so zu konfigurieren, dass die "Limit"-Fehler den score nicht beeinflussen. Ich verwende Exim und Spamassassin macht das automatisch richtig ...

    Gibt ja immer mal ein paar Listen, die einen schnell blockieren, auch bei unbound. Stichwort Validity und die Anbieter, die die aufgekauft haben...

  • Was steht denn drin in der /etc/resolv.conf ? Sind da die netcup Nameserver drin? Falls ja, ändern. Möglicherweise hat die Datei auch das immutable Bit gesetzt. Wenn du den Unbound nutzen willst, würde ich dann einfach mit

    chattr -i /etc/resolv.conf

    die Datei wieder veränderbar machen und 127.0.0.1 als einzigen Nameserver reinschreiben. Speichern, wieder immutable machen mit

    chattr +i /etc/resolv.conf

    Sonst hast du nach dem nächsten Neustart wieder die netcup Nameserver drin.

    Und dann Netzwerk und postfix oder einfach den ganzen Server neu starten.

  • Ich nutze auch Postscreen. Ich weis nicht, was das mit dem Thema zu tun hat.

    reject_rbl_client ist zwar auskommentiert, wollte dir trotzdem den Hinweis nicht vorenthalten.

    Schau mal ob dhcpcd installiert ist. Wenn ja, werden die DNS Server vermutlich per dhcp konfiguriert. Unter /etc/dhcpcd.conf kannste dann eigene definieren.

    Sollte dem nicht so sein, schau mal ob resolvconf installiert ist. Auch hier kannste dann unter /etc/resolvconf eigene definieren

    2 Mal editiert, zuletzt von Hille (9. August 2025 um 14:21)

  • in der resolv.conf steht nur "nameserver 127.0.0.1", sieht also einwandfrei aus. Was mir aufgefallen ist, ich verwende resolvconf, nicht systemd-resolve. Werde nachher umstellen. Vermute, das ist ein Überbleibsel. Hab den Server vor 12 Jahren oderso eingerichtet... inzwischen ist ja alles systemd *kotz*, aber das ist ein anderes Thema...

  • Die Lösung steht in der ersten Antwort. Solange du den Unbound nur als caching "stub resolver" verwendest, kommt bei der DNSBL der Netcup-Resolver als Abfrager an und wird blockiert, auch wenn deine Clients korrekt den Unbound befragen. Du musst Unbound in der Standardkonfiguration verwenden, als "recursive resolver".

  • Die Lösung steht in der ersten Antwort.

    Die Lösung ist mir bekannt und genau da möchte ich hin.

    Blos wie.

    Meine unbound config:

    Wie kann ich prüfen, ob unbound als caching oder recursive arbeitet?

    edit: gerade im #unbound gefragt, unbound arbeitet default als recursive resolver, nicht als caching.

    Problem gefunden. Lag an resolvconf. Habe das Paket deinstalliert, systemd-resolve installiert und nun liefert mir auch dig +short whoami.v4.powerdns.org meine IP und nicht mehr die von netcup.

  • slackito 9. August 2025 um 13:57

    Hat den Titel des Themas von „spamhaus RBL / open resolver / wichtige eMails verworfen“ zu „[erledigt] spamhaus RBL / open resolver / wichtige eMails verworfen“ geändert.
  • Dann waren die Auskünfte aus deinem ersten Kommentar nicht richtig. Du verwendest Unbound nicht als Cache. Außerdem sagt die Fehlermeldung, dass der geblockte Open Resolver nicht der von Netcup sondern von "WoodyNet" ist, was auf Quad9 hindeutet.

    Schau nach, welches Programm an Port 53 gebunden ist: sudo netstat -paun. Und wenn du dich erinnern kannst, wie Quad9 in deine Konfiguration kommt, hilft das auch. Laut Kommentar #3 hast du den offenbar selbst in der /etc/network/interfaces eingetragen. Der wird dann tatsächlich benutzt und daran scheitert die Abfrage der DNSBL.

    2 Mal editiert, zuletzt von NaN (9. August 2025 um 14:04)

  • Schau nach, welches Programm an Port 53 gebunden ist

    unbound

    Und wenn du dich erinnern kannst, wie Quad9 in deine Konfiguration kommt, hilft das auch.

    Wie erwähnt in #3 gehen die Anfragen NICHT über quad9 sondern über die von netcup.

    dig +short whoami.v4.powerdns.org hat mir die IP von netcups DNS geliefert und nicht meine.

    Laut Kommentar #3 hast du den offenbar selbst in der /etc/network/interfaces eingetragen.

    Richtig, als fallback.

    > Der wird dann tatsächlich benutzt und daran scheitert die Abfrage der DNSBL.

    Nein, der wird nicht benutzt wie in #11 geschrieben.

  • Auch hier können eigene DNS Server definiert werden.

    Das hatte ich auch versucht aber bin da irgendwie dran gescheitert. Egal was ich gemacht habe (mit resolvconf), der hat mir in resolvconf -l dauernd die netcup dns in en3 gelistet. Dann wurds mir jetzt einfach zu blöd... ;)

    Auch ist es scheinbar so, dass "die meisten" systemd-resolve verwenden. Ist wohl inzwischen Standard in den Distris, und dann schwimme ich halt mit dem mainstream mit.

  • als fallback

    So funktioniert das nicht.

    Die monierte Adresse ist ein Resolver von Quad9. Du wirst weiter Mail verlieren, wenn du dein DNS-Setup nicht überschaust.

    Einmal editiert, zuletzt von NaN (9. August 2025 um 14:30)

  • Wieso? Wenn localhost als resolver nicht funzt, wird der 2te DNS genommen, so würde ich mal vermuten dass das funktioniert.

    Bei glibc ja, bei musllib-c nein. Kommt immer darauf an, wogegen dein Programm gelinkt ist. Go und Rust haben sicherlich noch andere Verhaltensweisen.

    Trage in der /etc/resolv.conf also nur die Nameserver ein, die du auch verwenden möchtest.

    Außerdem kann glibc nur 3 Resolver verwenden. Die Netcup Einträge sind bei dir auf Position 4 & 5.

    Von systemd-resolved kann ich nur abraten und würde es immer deaktivieren.

    Die DNS Server trägt man nicht in die interfaces Datei (mehr) ein.

    Außerdem würde ich dir empfehlen statt DHCP die IPs statisch einzutragen.

    Damit dürften sich deine Probleme lösen.

  • Damit dürften sich deine Probleme lösen.

    Genau das hatte ich versucht. Deswegen hab ich ja in den configs rumgewurstelt. Das hat nicht geklappt.

    In meiner resolv.conf steht nun nach dem Wechsel:

    Code
    nameserver 127.0.0.53
    options edns0 trust-ad
    search DOMAINS

    Von systemd-resolved kann ich nur abraten und würde es immer deaktivieren.

    Wieso? Ich bin auch kein Fan von systemd, aber es ist halt - leider - Standard inzwischen. Vermute, wenn ich in #debian oderso nach Hilfe frage, werden mir die Leute eher helfen können, wenn Standards verwendet werden.

    Bei glibc ja,

    Ich weis nicht wie die Debian-Pakete kompiliert werden, vermute jetzt aber mal, dass Debian standardmässig auf glibc setzt.

    Vielleicht ist das auch einfach ein bug in resolvconf gewesen. Denn das einzige was ich angepasst habe ist resolvconf zu ersetzen, und nun klappt alles. Ganz ohne rumgewurstel in irgendwelchen configs.