Ubuntu 26.04: Postfix setzt falsche Dateirechte/Besitzrechte in der Chroot

  • Ich habe in einer Entwicklungsumgebung ein Upgrade von Ubuntu 24.04 auf Ubuntu 26.04 durchgeführt und bin dabei auf ein merkwürdiges Problem mit Postfix gestoßen. Dasselbe Problem tritt übrigens auch bei einer Neuinstallation von Ubuntu 26.04 auf.

    Unter Ubuntu 26.04 wird nach einem reboot /usr/lib/postfix/syncfiles.pl ausgeführt und kopiert /etc/resolv.conf nach /var/spool/postfix/etc/resolv.conf. Da /etc/resolv.conf auf /run/systemd/resolve/stub-resolv.conf verweist, wird die Datei bei jedem Boot neu erzeugt und syncfiles.pl kopiert sie jedes Mal erneut.

    Zusätzlich übernimmt syncfiles.pl den Besitzer der Quelldatei. Dadurch erhält /var/spool/postfix/etc/resolv.conf den Owner systemd-resolve:systemd-resolve, worüber sich postfix beschwert:

    warning: not owned by root: /var/spool/postfix/etc/resolv.conf

    Unter Ubuntu 24.04 hatte ich dieses Verhalten nicht.

    Kann das jemand nachvollziehen? Gibt es dafür eine saubere Lösung, ohne syncfiles.pl lokal patchen zu müssen?

    Mein derzeitiger Workaround ist ein systemd postfix.service, das vor dem Start von Postfix den Owner von /var/spool/postfix/etc/resolv.conf wieder auf root:root setzt. Das funktioniert zwar, wirkt für mich aber eher wie ein Workaround als eine saubere Lösung.

  • Das muss wohl eine Eigenheit von Debian / Ubuntu sein. Hier auf meinem Fedora Mailserver mit Postfix habe ich so eine Datei gar nicht. Auch kein syncfiles.pl Skript. Wozu macht das Postfix das auf Debian / Ubuntu? Allein schon, dass man die Datei kopiert, macht für mich wenig Sinn. Denn sämtliche Änderungen an der Systemdatei, bekommt ja Postfix überhaupt nicht mit und nutzt weiterhin die alte.

    Ich habe hier was in `/usr/share/doc/postfix/examples/chroot-setup/LINUX2` gefunden. Ist wohl wegen einer Chroot Funktionalität.

    Ich würde die Warnung einfach mal ignorieren. Die Funktionalität wird dadurch ja nicht beeinträchtigt. Das ist mal wieder so ein uraltes Debian / Ubuntu Relikt, worüber sich niemand Gedanken gemacht hat mit der Änderungen Richtung systemd-resolved.

  • Die Datei scheint es erst seit Ubuntu 26.04 zu geben (Debian muss ich noch testen). Unter Ubuntu 24.04 gab es die nicht.

    Ja, die Funktionalität ist damit sicher nicht beeinträchtigt. Ein wenig stören tut es mich trotzdem ... :/.

  • Hier bei mir auch, aber bei mir ist /etc/resolv.conf auch eine Datei und kein Symlink, weil systemd-resolved derzeit bei mir nirgends mehr genutzt wird. Die netcup Images hatten es vor Jahren mal genutzt, mittlerweile nicht mehr, ich bin da mittlerweile auch nicht mehr sonderlich böse drüber, weil auf den meisten Servern sowieso Unbound installiert ist. Auf dem Mailserver eh, weil ich da für rspamd einen nicht öffentlichen Resolver brauche zwecks Abfrage von Blocklisten.

    Edited once, last by tab (June 18, 2026 at 2:11 PM).

  • Das sollte in der Tat alles dem root User gehoeren, zumindest unter Debian scheint der Fehler nicht zu bestehen. Sowohl unter Debian, als auch unter Ubtunu laeuft der Postfix naemlich in einer chroot Umgebung, daher auch das /etc/ Verzeichnis in /var/spool/postfix.

    Nutzt du eigentlich die Ubuntu ISO oder irgendein Third-Party Image? Es wuerde mich echt wundern, wenn die so einen Bug im Postfix Paket haben.

    There are only 10 types of people in the world: those who understand binary, and those who don't.

  • Das Upgrade wurde vor Jahren (glaube aus Ubuntu 16.04) aus dem Original Ubuntu Server ISO installiert. Seitdem normal per Upgrade.
    Habe testweise auch mal mit dem Netcup Image Ubuntu 26.04 getestet. Dort besteht das gleiche Problem. Zusätzlich dann systemd-resolved installieren. Einfach mal testen.

    Edited once, last by Hille (June 18, 2026 at 5:35 PM).