Webhosting NUR für Mailempfang mit schon bestehender Domain vorbereiten

  • Hi!
    Ich habe bei Netcup ein Webhosting und eine Domain liegen. Das Webhosting ist neu und noch unbenutzt, die Domain dagegen ist schon älter und hat in der Zeit einige DNS-Einträge gesammelt.

    Wenn ich jetzt das Webhosting für Mail nutzen möchte (aber wirklich NUR für Mail) - wie gehe ich hier am besten vor?

    Reicht es, die Domain (wie hier beschrieben: https://helpcenter.netcup.com/de/wiki/domain…sting-verbinden) dem Webhosting zuzuweisen? Oder zerschieße ich mir damit sämtliche, schon vorhandenen DNS-Einträge? Das wäre etwas suboptimal...

    Oder gibt es irgendwo einen Punkt im WCP, wo ich die Domain anlegen kann? :/

  • Hallo,

    ohne selbst Webhosting zu nutzen: Dieses ist erst einmal unabhängig von einer Domäne, welche wie Du ja schreibst schon vorhanden war, also keine im Webhosting inkludierte Domäne ist.

    Ganz pragmatisch, weil ich nicht genau weiß, was Schritt 3 ggf. in den DNS Settings einer zu verbindenden Domäne ändert:
    1. Du wirst vermutlich ohnehin zuerst die TTL deiner Domain auf einen niedrigen Wert setzen, damit Änderungen schnell propagiert werden. Also irgendwas zwischen 300 (5 min) und 3600 (1h) z.B.

    2. Ich würde dann vorher einen Screenshot der DNS Records machen, die Domäne wie beschrieben mit dem Webhosting verbinden. Und mir dann anschauen, was das CCP draus gemacht hat :)

    Passt da irgendwas nicht - zurücksetzen. Dann wäre das Webhosting immer noch nicht verbunden - aber deine DNS Settings nach TTL in sec wieder so wie vorher :)

    Schau Dir z.B. mal diesen Post hier aus dem Forum an, da ist ein Screenshot, welche DNS Records bei Webhosting gesetzt werden.

    "Pflicht" sind der MX Record, die CNAME keyN._domainkey (für DKIM), den TXT _dmarc (für DMARC), den TXT " v=spf1...." (für SPF).

    Für Netcup's Webhostings Mail vermutlich auch den TXT _mta-sts (für MTA-STS Strict Transport Security), um Transport-Fehler auszuschließen. Ein MTA muss das aber an sich nicht verpflichtendhaben.

    Der CNAME autoconfig ist nice to have, ermöglicht diversen Email-Clients wie z.B. Thunderbird oder KMail die Autokonfiguration. Nutzt du das nicht, müssen Clients halt SMTP/IMAP etc. Settings manuell vornehmen.

    Die A und AAAA Records brauchst du bei "nur Mail" NICHT.

    Bzw. irgendwann angepasst, vermutlich ohne die "*" Einträge, wenn du zukünftig Webhostung UND deine aktuelle Domänenverwendung kombinieren möchtest.

  • Reicht es, die Domain (wie hier beschrieben: https://helpcenter.netcup.com/de/wiki/domain…sting-verbinden) dem Webhosting zuzuweisen? Oder zerschieße ich mir damit sämtliche, schon vorhandenen DNS-Einträge? Das wäre etwas suboptimal...

    Ja. Du musst die domain dem Hosting zuweisen. Ohne geht es nicht. (m.W.)

    Allerdings ist es in der Tat so, dass DNS-Einträge dann überschrieben bzw. gelöscht werden.

    Du musst dir die also vorher notieren und dann nach der Zuweisung wieder restorieren.

  • Genau, Schritt 3 ist mir suspekt - meine Vermutung ist auch, dass die DNS-Konfiguration überschrieben wird. Aber das mit der API ist ein guter Tipp, das werde ich mir mal ansehen.

    Die TTL habe ich schon von vornherein sehr kurz eingestellt, weil ich genau weiß, dass solche Bastelaktionen bei mir recht spontan kommen ;)

  • Bei mir auch :D

    Ich bin vom Anspruch der "Old-School nettiquette Höfliche", bin schon so alt, dass ich die Zeiten noch kenne, wo jedes Byte gezählt wurde ;) Am Anfang bzgl. RAM, gegen Ende dann immer noch bzgl. Netzwerk-Traffic. Also hab ich als TTL Default meistens "nett" 6-12h, und setze es auf 300sec wenn ich konkret basteln möchte. Inzwischen ist es aber ohnehin so, dass die TTL eher eine "Empfehlung" ist, Google z.B. als Platzhirsch ignoriert sie, zumindest ab einem Wert von (?)

    Ich hatte mal eine .EU Domäne aus einer Netcup-Aktion mit einer laut RFC max. TTL. von 7 Tagen "geparkt", und hatte sie dann aber in wenigen Stunden "zurück", als ich dann irgendwann doch recht spontan Änderungen machen wollte...

  • Ich hatte mal eine .EU Domäne aus einer Netcup-Aktion mit einer laut RFC max. TTL. von 7 Tagen "geparkt", und hatte sie dann aber in wenigen Stunden "zurück", als ich dann irgendwann doch recht spontan Änderungen machen wollte...

    Der autoritative Server muss nicht auf irgendwelche TTLs warten. Sobald der die Zone neu lädt, gilt die. Netcup aktualisiert die Zonen alle 10 Minuten, deshalb ist hier eine kürzere TTL als 300s selten sinnvoll. Schneller kann man im Mittel sowieso nichts ändern. Aber die TTL gilt nicht nur für den Nameserver, den du fragst, sondern auch für alle anderen, die du nicht mal kennst. Deswegen kann es immer noch zu DNS-Problemen kommen, auch wenn du schon lange denkst, die Domain ist wieder zurück. Vor Änderungen setzt man die TTL deshalb rechtzeitig* runter, wenn man nicht für längere Zeit Anfragen an die neue und die alte Konfiguration bearbeiten will oder kann. Für eine geparkte Domain kann einem das aber wahrscheinlich egal sein, solange man nicht erwartet, dass die nach der Umstellung für alle sofort erreichbar ist.

    *) rechtzeitig heißt so lange wie die alte TTL

    Einmal editiert, zuletzt von NaN (25. Juni 2025 um 12:17)

  • NaN Danke für die ausführliche Klarstellung und Ergänzung der Aspekte autoritativ vs. übrige Nameserver. Und den wichtigen Hinweis dass kleiner 300 sec idR nicht sinnvoll, selbst DynDNS braucht einen Moment...

    Mir ging es hauptsächlich um Obergrenzen. AFAIK sind die nach wie vor im RFC genanten 7 Tage ein Wert, denn die meisten Nameserver ignorieren (auf 86400 "reduzuieren") und eben ohne es zu müssen früher neu holen. https://toolbox.googleapps.com/apps/dig/#SOA/ hat jedenfalls gezeigt, dass Änderungen von bei Netcup verwalteten Domänen viel schneller als die angegebene TTL sichtbar werden. Ist eine Weile her, aber soweit ich mich erinnern kann, zeigte die Google Toolbox sogar eine TTL von 86400 = 1 Tag an OBWOHL ich für die geparkte .eu Domäne im CCP 7 Tage eingetragen hatte.

    ich werde mal mit einer neuen (gestern ;)) .de Domäne testen...

  • Ich habe es jetzt nochmal ganz offiziell vom Support:

    • Ja, die DNS-Einträge der Domain werden bei der Zuweisung zu einem Webhosting auf die Standardeinträge gesetzt, alle zusätzlichen werden gelöscht.
    • Eine Zuweisung ohne Anpassung ist nicht möglich.
    • Dies wurde jedoch als Feedback intern weitergeleitet

    Mal sehen, vielleicht haben wir in Zukunft ja eine Zuweisung ohne dass der DNS zerschossen wird.

    Gut, dass ich da heute früh nicht einfach draufgeklickt habe. 8)

  • NaN "ich werde mal mit einer neuen (gestern ;)) .de Domäne testen..."...

    Vorher:
    TTL stand auf 3600.

    Testschritte:

    1. TTL validiert, Google Toolbox und https://dnschecker.org/, SOA Record: 3600

    2. TTL auf 604800 gesetzt, 7 Tage, max. TTL. nach RFC

    (eine Weile warten...)

    3. TTL validiert, Google Toolbox und https://dnschecker.org/, SOA Record: 604800

    (eine Weile warten...)

    4. TTL auf 3600 gesetzt

    (eine Weile warten...)

    5: TTL validiert, Google Toolbox und https://dnschecker.org/, SOA Record: 3600

    Schritte 1- 5 heute, mein Post vorhin ist ~ 2h alt...

    Resümee für mich:7 Tage verstreichen recht schnell im DNS Universum :D

  • Tools, die DNS-Konfigurationen überprüfen, sollten vernünftigerweise nicht oder nur sehr kurz cachen, genauso wie man selbst die eigenen DNS-Änderungen besser beim autoritativen Server abfragt als bei irgendeinem öffentlichen DNS-Resolver. Selbst wenn die lange TTL nicht bei einem DNS-Resolver angekommen ist, den du nach diesem Test abfragst, sagt das überhaupt nichts über andere Resolver aus. Die meisten DNS-Resolver kennst du gar nicht und fast alle darfst und kannst du gar nicht befragen. Wenn du einem Server gesagt hast, das gilt eine Woche lang, darf der dich beim Wort nehmen, und du hast keinen Grund zur Annahme, dass er das nicht tut.

  • Hab ich alles nie bestritten,

    TTL ist ein KANN Wert, ein Resolver KANN bis zu diesem Wert cachen.

    Muss er aber nicht. Und tun die meisten nicht (mehr).

    https://dnschecker.org ist kein "Tool, das DNS-Konfigurationen überprüft". Sondern einfach nützlich Abfragen auf "normale", weltweit verteilte, öffentliche Nutzung erlaubende Nameserver ermöglicht.

    Der Platzhirsch Google dokumentiert das ganze sogar für seinen Public DNS (IPv4 u.a. 8.8.8.8):

    "... können Sie auch warten, bis die TTLs der Einträge ablaufen. Diese sind in der Regel auf sechs Stunden begrenzt, auch wenn die tatsächliche TTL länger ist."


    Selbstredend würde auch ich die TTL rechtzeitig runtersetzen, wenn ich geplante Änderungen machen möchte. Umso kritischer eine Erreichbarkeit ist, umso sorgfältiger sollte man sich nach wie vor daran halten.

    Aber es IMHO ist es gut zu wissen, dass es inzwischen idR auch schneller geht. FALLS man mal vergessen hat, rechtzeitig zurückzusetzen :D