Spam erfolgreich bekämpfen: ISPConfig vs Mailcow

  • Liebe Community,


    ich betreibe seit einigen Jahren einen eigenen Mailserver, bisher auf Basis von ISPConfig (Postfix, Dovecot, Spamassasin, Postgrey).


    Bei den normalen Postfächern habe ich kaum Spam, aber in Postfächern, deren E-Mail-Adresse im Internet steht (Homepage, Firmenverzeichnisse etc.) kommt täglich Spam herein, den der Spamfilter nicht erkennt. Meist handelt es sich um die Themen Erotik, Medikamente, Kredit/Darlehen und Bitcoin.


    Folgende Einstellungen habe ich in ISPConfig getroffen, trotzdem kommt der genannte Spam fast täglich durch.

    • Greylisting aktiviert
    • Spamfilter Richtlinie "Normal"
    • Realtime Blackhole Listen:
      • ix.dnsbl.manitu.net
      • cbl.abuseat.org
      • bl.spamcop.net
      • zen.spamhaus.org
      • b.barracudacentral.org


    Nun habe ich im Forum öfter von Mailcow gelesen, und da ich gerade den Server umziehe, bin ich am überlegen, ob ich nicht statt der in ISPConfig verwalteten Maildienste auf Mailcow setze.

    Was habt ihr für Erfahrungen? Bekommt man mit Mailcow Spam besser in Griff? Oder gehört mein Postfix/ISPConfig nur besser konfiguriert?

    Oder klappt das bei öffentlichen Adressen sowieso nicht und ich bräuchte kommerziellen Spamschutz?


    Bitte um eure Meinung - Danke schon mal!

  • Ich bekomme kaum Spam (ISP mit etwas angepassten Regeln). Ich bin halt mit ISP zufrieden, da ich etwas mehr verwalte und der etwas geübtere Kunde das auch selber machen kann.

    Es gibt im ISP Forum eine Anleitung für den Umstieg auf rspamd. Das soll in Zukunft auch der Standard Filter sein.

  • Hi,


    ich nutze seit kurzem Mailcow und habe alle meine Maildomains (5 an der Zahl) von meinem bisherigen Arbeitgeber (ich arbeite selbst bei einem ISP als Postmaster) umgezogen, da bei mir ein Wechsel ansteht. Bisher hatte ich über meinen Arbeitgeber eine eigene Lösung mit davor geschalteter Cisco ESA (ehemals Ironport) im Einsatz, welche Spam ganz gut weg blockte. Gerade bei einer meiner Domains, die jetzt auch schon fast 20 Jahre auf dem Buckel hat und täglich ziemlich viele Spam Mails bekommt, habe ich bisher keine Probleme festgestellt.


    Hin und wieder kommt mal noch eine durch oder wird (mangels richtig konfigurierter Mailserver bei manch einem Newsletter Versender *seufz*) falsch erkannt. Dank Black-/Whitelists kein Problem, wobei ich bisher alles über die Bayes Filterung mache (die natürlich noch angelernt werden muss aber trotzdem schon sehr zuverlässig filtert). Das "anlernen" funktioniert dabei automatisch wenn man Mails in den Junk Ordner legt bzw. heraus verschiebt.


    Als bisheriger SPF-"Gegner" kommt seit Mailcow bei mir jetzt auch DKIM, SPF + DMARC zum Einsatz und bis jetzt, hab ich zumindest keine größeren Probleme festgestellt. Ich bin gespannt ob es so bleibt. :-)


    Bin also aktuell sehr positiv von Mailcow angetan. Man sollte allerdings darauf achten, das die VM/Server minimum 4GB Ram haben, da unter anderem ein SOLR läuft der seeeehr Speicherhungrig ist (den kann man aber notfalls auch abschalten laut Doku). Bisher läuft auf meiner VM nur Mailcow und ein Icinga2 + Incinga Web 2 und der RAM (4 GB) ist hart an der Grenze bzw. schon immer wieder mal leicht am swappen, weshalb ich jetzt auch auf eine größere VPS upgraden werde.


    Grüße!

  • Naja, da sowohl mailcow als auch ispconfig unter der Haube mit Postfix, Dovecot und Rspamd arbeiten gibt es ja quasi nur Unterschiede in den verwendeten Standardeinstellungen. Man kann natürlich über die Vor- und Nachteile von Docker philosophieren, aber an der Qualität der Spambekämpfung macht das keinen Unterschied.