sources.list

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich hatte heute endlich mal wieder ein wenig Zeit mich durch ein paar Seiten zu lesen. Ich steh aber total aufm Schlauch gerade was die sources.list angeht:

    Es gibt ja unterschiedliche offizielle Repos darunter auch Backports. In den Beschreibungen finde ich immer nur die Info, dass Debian nicht das aktuellste System seitens Software ist sondern eher auf Stabilität setzt und deshalb diese Repo
    eingesetzt wird.

    Jetzt stell ich mir aber doch die Frage, warum ist in der "normalen" Repo die Software denn nicht atkuell bzw. warum wird nicht einfach die Backport Repo durch die "normale" ersetzt - Ist es nicht im Grunde besser auf dem aktuellsten Stand bei der Software zu sein?

    Ich versteh einfach den Punkt nicht, warum Debian denn nicht auf aktuelle Software setzt sozusagen.

    Lg

  • Debian hält seine Pakete aktuell. Es werden allerdings nur Sicherheitspatches implementiert. Neue Features kommen immer erst mit einer neuen Debian Version. Das ist halt einer der Sicherheitsaspekte an Debian.

    Nur alternative Repos einsetzen wird kaum möglich sein. Ich denke ab einem bestimmten Punkt wird es wegen unaufgelösten Abhängigkeiten knallen.

    Du könntest aber einfach die testing oder unstable Repos benutzen. Debian ist ja so "paranoid" das selbst die testing Repos als stabil anzusehen sind.

    Um welche Pakete geht es Dir denn genau?
    Mir persönlich hat noch nie ein Feature unter Debian gefehlt.

  • Debian setzt auf Kontinuität und Stabilität und das primäre Ziel von Debian ist der Firmenserver. Dort kann man nicht jeden Tag die Schnittstellen neu anpassen. Setups werden intern ja erstmal getestet und dann ausgerollt, nachdem sichergestellt ist dass alle Anforderungen erfüllt sind. So was macht man nicht mal eben. Daher sagt Debian, dass man dort Sicherheitspatches auf das aktuelle Release zurückportiert. Leider sind die Debian-Leute auch nicht immer die schnellsten, weil hierbei oft viel Arbeit anfällt. Meist wird ja nur empfohlen, auf die aktuelle Version zu wechseln. Eine Lücke im Webserver (wenn es nicht der Apache ist!) bleibt mal gerne über 6 Monate offen (lighttpd). Der Virenscanner für den Mailserver (clamav) kann dann eben halt nicht mehr die aktuellen Signaturen verarbeiten, weil es bei Debian keine aktuellen Libraries (glibc) gibt. Das Konzept von Debian kann man mit z.B. RedHat vergleichen, nur das man dort als zahlender Kunde noch länger ältere Versionen einsetzen kann und zugleich schneller die Sicherheitsupdates bekommt.

    Einfach auf unstable zu setzen, wie sim ja anmerkt, kann auch schnell böse enden. Nur für stable wird garantiert, dass alles so läuft wie geplant.

    "Security is like an onion - the more you dig in the more you want to cry"