Hay,
was die Upload Filter - über die man im Moment nur spekuliert - ausrichten werden, kann man jetzt schon am praktischen Beispiel tumblr beobachten, welche ja freiwillig (damit sie im Apple Store bleiben können) bestimmte Inhalte nicht mehr zulassen.
Es gibt zwei Probleme:
1 - Die Inhalte, weswegen sich tumblr früher ge"brüstet" (
) hat (und versprach, das nienienie zu ändern ... also à la "Facebook wird immer für Dich kostenlos bleiben"), sind einfach nicht mehr erlaubt.
2 - Die Filter arbeiten saumäßig. Zum einen sind aufsässige Inhalteanbieter geblieben und posten ziemlich aggressiv verbotene Inhalte - und das seit über drei Monaten und es werden knapp 5% deren Beiträge geflaggt. Dafür werden Inhalteanbieter geflaggt, die nicht nur nach tumblr erlaubte Inhalte zur Nacktheit anbieten, sondern auch wirklich harmlose Beiträge - tumblr wurde ja auch "normal" Instagram-mäßig oder als normales Blog benutzt. Das vergrault natürlich diese Inhalteanbieter und die Nutzer auf anderen Plattformen. Ja, man könnte mit jedem einzelnen Beitrag mit tumblr in die Diskussion gehen. Aber irgendwann wird man einfach müde (siehe unser Problem mit dem Microsoft-mail-blackhole).
Ergebnis liest man hier sehr schön: https://www.n-tv.de/technik/Tumblr…le20907810.html
Problem 1 ist einfach "Gang der Dinge". Plattformen verändern sich, Gesetze verändern sich, Eigentümer wechseln. Gabs früher, gibts heute, wird es immer geben.
Problem 2 wird mit dem Uploadfiltern aber EU-weit ausgerollt. Youtube wird sich nicht daran stören (die haben schon jetzt den besten Uploadfilter überhaupt - der aber auch versagt). Es wird ausgewichen werden, denn die Inhalte verschwinden ja nicht - sie wandern in einen Raum, der die EU einen Scheiß kümmert.
Für das, was das Gesetz erreichen wollte, hätte es sicherlich andere Möglichkeiten gegeben (an die Digitalsteuer hat man sich ja nicht wirklich getraut...). Dieses Gesetzt hat jetzt jede Menge nebenläufige Seiteneffekte, die man noch nicht abschätzen kann (aber man wird sich daran gewöhnen... wie man sich an vieles gewöhnen kann, wie Orwell in 1984 schön beschrieben hat). Die Entscheidung ist nun mal so gefällt worden, wir haben jetzt zwei Jahre Zeit, zumindest für Deutschland eine moderate Lösung zur Umsetzung in nationales Recht zu finden.
CU, Peter