Beiträge von NilsHolgerson

    @NilsHolgerson

    in Situationen in denen es brennt (sinnbildlich) kann man mit der Reihenfolge des Timing auch Mal anders sein.

    Noch dazu fand ich es OK dass zuerst das Statement des CEO kam und nicht eine Absage von den sonst zuständigen der Posts für Aktionen.

    Und wenn Du gerne als Journalist schreiben möchtest, dann hast Du sicherlich genügend Stoff was die ungerechte Verteilung der besagten Hardware betrifft, weil Hardware wegen KI Aufrüstung von mächtigen mit viel Geld massig aufgekauft wird.

    Und als Journalist kann sich jeder Ausgeben. Für mich wirkt dies wie wenn jemand mit einem Socken-Puppen-Account schrieb, wenn es von einem User nur einen Beitrag gibt und gleich so den Hahn aufdreht.

    Danke für die Rückmeldung.

    Gerade in Situationen, in denen es brennt, ist Timing wichtig – da stimme ich ausdrücklich zu.

    Aber Timing ersetzt keine Differenzierung.

    Dass zunächst ein Statement der Geschäftsführung kam, halte auch ich für richtig. Ein CEO-Statement ist in einer angespannten Lage das angemessene Signal. Genau deshalb wiegt der Inhalt dieses Statements umso schwerer.


    Was ich kritisiere, ist nicht das Wann, sondern das Wie pauschal.


    Die dargestellte Lage betrifft unstrittig Hosting-, Server- und Infrastrukturleistungen.


    Sie betrifft jedoch nicht Domains, Transfers, DNS oder reine Weiterleitungsdienste. Diese Differenzierung wäre sachlich korrekt gewesen – und sie wäre möglich gewesen, ohne den Ernst der Gesamtsituation zu relativieren.


    Gerade in Krisenkommunikation gilt:

    Präzision schafft Vertrauen. Pauschalität schafft Verunsicherung.


    Zum zweiten Punkt:

    Ja, die ungerechte Verteilung von Hardware durch KI-Aufrüstung kapitalstarker Akteure ist ein reales und relevantes Thema – und eines, das journalistisch aufgearbeitet werden muss. Das ändert jedoch nichts daran, dass nicht jede Folge dieser Entwicklung jedes Produktsegment gleichermaßen betrifft. Beides gleichzeitig klar zu benennen, ist kein Widerspruch, sondern journalistische Sorgfalt.

    Zum persönlichen Unterton am Ende möchte ich ebenfalls klar Stellung beziehen:

    Zitat
    „Und als Journalist kann sich jeder ausgeben … Socken-Puppen-Account …“

    Sachliche Kritik an Inhalten ist legitim.

    Die Infragestellung der Person statt des Arguments ist es nicht.

    Ob jemand Journalist ist oder nicht, entscheidet sich nicht an der Anzahl seiner Forenbeiträge, sondern an der Qualität, Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit seiner Argumente. Wer stattdessen auf Motive oder Identitäten zielt, weicht der Sachebene aus.

    Ich stehe mit meinem Namen, meiner beruflichen Tätigkeit und meiner Argumentation hinter dem Gesagten. Wer anderer Meinung ist, darf das gern sein – aber bitte inhaltlich.

    Denn genau das unterscheidet Debatte von Abwertung.


    Und ansonsten gilt auch in Deinem Falle.
    Schlechte Argumente bekämpft man am besten, indem man ihre Darlegung nicht stört. (Sir Alec Guinness)

    In diesem Sinne wünsche ich auch Dir einen schönen Tag. Im Gegensatz zu Dir habe ich jetzt aber den Artikel zu schreiben...

    First of all, thank you very much for the open and transparent presentation of the current situation in the hardware and storage market. In such a dynamic situation, clear communication is generally welcome.

    As a specialist journalist and long-time observer of the hosting and domain industry, I believe that an objective differentiation is absolutely essential, which in my view is currently lacking in the communication.

    The described bottlenecks affect server, hosting, and infrastructure services —precisely those product areas that are directly dependent on supply chains for RAM, SSDs, and NVMe. The problem is understandable in this context.

    Domains, however, are not affected by this.

    Neither registration nor transfer, DNS management or forwarding services depend on physical server hardware to the extent described.

    Against this background, I consider it communicatively and strategically problematic to completely cancel the announced action, instead of at least consistently carrying out the domain area or clearly outsourcing it .

    The lack of differentiation creates the impression that the domain area is also affected by the crisis described. This is not actually the case, but it appears that way externally – and thus casts an unnecessarily negative light on netcup , even though this impression could have been avoided with more precise communication.

    What's also surprising in this context is that during a support contact yesterday (2:52 PM), a clearly competent employee gave me absolutely no indication of an impending cancellation of the promotion . This suggests that the internal information at that time was either not yet consolidated or was not being communicated consistently – which further explains the uncertainty among customers.

    Especially in a tense market situation, it would have been an important signal, in my view, to demonstrate stability and reliability where it was actually possible , instead of applying the same blanket justification to all product areas. This would not only have reassured existing customers but also avoided unnecessarily unsettling potential new customers.

    I will also address this necessary differentiation in an article appearing today, as it is important for customers as well as for the public's assessment of the current market situation.

    Regardless, I wish netcup success in the ongoing negotiations with suppliers and hope that future communication will more clearly distinguish between the service areas that are actually affected and those that are not.

    Zunächst vielen Dank für die offene und transparente Darstellung der aktuellen Lage am Hardware- und Speichermarkt. In einer derart dynamischen Situation ist eine klare Kommunikation grundsätzlich zu begrüßen.

    Als Fachjournalist und langjähriger Beobachter der Hosting- und Domainbranche halte ich jedoch eine sachliche Differenzierung für zwingend erforderlich, die in der aktuellen Kommunikation aus meiner Sicht zu kurz kommt.

    Die geschilderten Engpässe betreffen Server-, Hosting- und Infrastrukturleistungen, also genau jene Produktbereiche, die unmittelbar von Lieferketten für RAM, SSD und NVMe abhängig sind. Hier ist die Problemlage nachvollziehbar.

    Domains hingegen sind hiervon nicht betroffen.

    Weder Registrierung noch Transfer, DNS-Verwaltung oder Weiterleitungsdienste hängen in dem beschriebenen Umfang von physischer Serverhardware ab.


    Vor diesem Hintergrund halte ich es für kommunikativ und strategisch problematisch, die angekündigte Aktion vollständig abzusagen, anstatt zumindest den Domain-Bereich konsequent durchzuführen oder klar auszugliedern.

    Die fehlende Differenzierung erzeugt den Eindruck, als sei auch der Domainbereich von der geschilderten Krise erfasst. Das ist faktisch nicht der Fall, wirkt aber nach außen so – und wirft damit ein unnötig schlechtes Licht auf netcup, obwohl dieser Eindruck durch eine präzisere Kommunikation vermeidbar gewesen wäre.

    Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang zudem, dass mir bei einem Support-Kontakt am gestrigen Tag (14:52 Uhr) von einer erkennbar kompetenten Mitarbeiterin keinerlei Hinweis auf eine bevorstehende Absage der Aktion gegeben wurde. Das deutet darauf hin, dass die interne Informationslage zu diesem Zeitpunkt entweder noch nicht konsolidiert war oder nicht einheitlich kommuniziert wurde – was die Verunsicherung auf Kundenseite zusätzlich erklärt.


    Gerade in einer angespannten Marktsituation wäre es aus meiner Sicht ein wichtiges Signal gewesen, dort Stabilität und Verlässlichkeit zu zeigen, wo sie tatsächlich möglich ist, anstatt alle Produktbereiche pauschal unter dieselbe Begründung zu stellen. Dies hätte nicht nur bestehende Kunden beruhigt, sondern auch potenzielle Neukunden nicht unnötig verunsichert.

    Ich werde diese notwendige Differenzierung auch in einem heute erscheinenden Artikel thematisieren, da sie für Kundinnen und Kunden ebenso wie für die öffentliche Einordnung der aktuellen Marktlage von Bedeutung ist.

    Unabhängig davon wünsche ich netcup Erfolg bei den laufenden Verhandlungen mit den Lieferanten und hoffe, dass zukünftige Kommunikation klarer zwischen den tatsächlich betroffenen und den nicht betroffenen Leistungsbereichen unterscheidet.