Guten Tag zusammen,
seit ein paar Jahren betreue ich einen Reseller-Account Level A mit mehr als 100 Domains hier bei netcup. Die Fehlermeldungen und Sperren sind mir leider nicht unbekannt und ich hatte deshalb bereits mehrfach Kontakt mit dem Support, jedoch bisher ohne endgültig und verlässlich funktionierende Lösung.
Mein bisheriger Kenntnisstand ist, dass verschiedene Kriterien die Blockierung auslösen können. Maßgeblich ist vor allem das vereinbarte monatliche Bestellbudget, welches standardmäßig bei 100 Euro liegt. Stehen Rechnungen in einer Höhe aus, welche diesen Betrag entweder alleine oder zusammen mit der weiteren Bestellung (außerhalb des CCP über den Warenkorb) überschreitet, wird eine Vorauszahlungsrechnung ausgestellt, die zuerst bezahlt werden muss, bevor die Domain-Registrierung angestoßen oder der eingehende Transfer mittels Auth-Code-Eingabe möglich wird. Die Maßnahme wird mit Sicherheitsbedenken begründet: Mitarbeitende des Kunden könnten ansonsten unbegrenzt Domains bestellen und Rückerstattungen seien schwierig. Soweit ist das im Falle von normalen Firmenkunden verständlich, doch aus meiner Sicht für Reseller sehr unpraktisch, denn oft kommt es bei ihnen auf einen schnellen Transfer oder Echtzeit-Registrierungen an (wo netcup gerade bei .de, .eu und .at auch wirklich sehr fix ist, wie ich das sonst von kaum einem deutschen oder europäischen Registrar kenne).
Nur leider kann ich diesen Service oft nicht nutzen, muss dann Domains zumindest vorübergehend woanders registrieren oder über einen dritten Provider dann Monate bis Jahre später zu netcup transferieren, denn bei nTLDs und anderen Domains mit bei Transfer hinten angehängten Laufzeiten werden diese von netcup nicht anerkannt, sondern die Berechnung startet stets sofort nach Transfer - was ich auch absolut verstehen könnte, wenn der Transfer dann zumindest ständig möglich wäre. So jedoch ist die Tätigkeit als Reseller bei netcup immer ein gewisses Glücksspiel, es braucht manchmal Umwege über andere Provider und in diesem Fall auch ein gut organisiertes Bestandsmanagement mit Kalender-Erinnerungen.
Immerhin gibt es den Umweg über den Warenkorb und die Website, auch wenn dadurch ärgerlicherweise oft Vorauszahlungsrechnungen ausgelöst werden, die dann erst manuell bezahlt werden müssen und mit der nächsten Monatsrechnung wieder zurückgebucht werden, falls die Domain bis dahin beispielsweise wegen dem jetzt notwendigen Umweg über einen anderen Provider noch nicht zu netcup übertragen wurde. Buchhaltungstechnisch sind diese Hin- und Rückzahlungen leider sehr aufwändig und auch für die Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und das Finanzamt nur schwer nachzuvollziehen. Nach Transfer wird dann erneut derselbe Betrag berechnet, immerhin jetzt über die normale Monatsrechnung. Dennoch erzeugen diese doppelten und dreifachen Buchungen erhebliche Mehrkosten durch mehrfache Transaktionsgebühren, erhöhten Verwaltungsaufwand, Erklärungs- und Prüfungsbedarf. Diese machen die preislichen Vorteile durch die exzellenten Konditionen bei vielen hierzulande gebräuchlichen Domains wieder wett und das finde ich sehr schade.
Gibt es hier ein Skalierungsproblem, dass sich mit mehr Domains verschärft?
Leider ja. Trotz Budgeterhöhung kommt es bei dem von mir verwendeten Reseller-Account mittlerweile regelmäßig bis ständig zu ebenjener Sperre. Zuletzt konnte ich monatelang keine Domains mehr über das CCP bestellen. Der Fehler war wohl laut Support, dass zu viele Transfers noch ausstehen (Grund siehe oben) und diese als offene Beträge vom Budget abgezogen würden.
Nun gut, dann habe ich in Absprache mit dem Support einige dieser "Karteileichen" im CCP löschen lassen. Danach war die Bestellung über das CCP wieder möglich und ich dachte, das Problem sei nun endlich gelöst. Bis zur Halloween-Aktion habe ich dann mangels Bedarf keine weiteren Domains bestellt, am Aktionstag auch keine Rechnungen in der Warteschlange zur Abbuchung gehabt und trotzdem war die Bestellung im CCP dann schon wieder gesperrt, aus für mich unerklärlichen Gründen. Heraus kam dann eine weitere Vorauszahlungsrechnung nach Bestellung über den Warenkorb, obwohl ich dies eigentlich zu Gunsten der Buchhaltung und Steuerberatung künftig vermeiden wollte. Schade, denn nun bin ich wieder in der Situation, dass ich dem Problem erneut nachgehen muss und habe mich diesmal dafür entschieden, mich hier an den Thread ranzuklemmen, denn nun weiß ich, dass ich mit diesen Fehlern nicht alleine bin.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieses Vorgehen für netcup, trotz dass der Rechnungsstellungsprozess größtenteils automatisiert ist, in irgendeiner Form rentabel ist. Nehmen wir an, der Reseller zahlt die Vorauszahlungsrechnung per PayPal und ist mit dem Transfer dann nicht schnell genug bis zur nächsten Monatsrechnung - schon gehen vom Umsatz nicht nur (unnötigerweise) die PayPal-Gebühren ab, sondern das Geld läuft noch einmal im Kreis, bevor der Rest als Einnahme verzeichnet werden kann, von welcher dann noch die Registrierungsgebühren beglichen werden müssen. Bei den Margen, die unter den Reseller-Konditionen noch bleiben, unter Berücksichtigung des oben beschriebenen Support-Aufwands und den sicherlich gelegentlich vorkommenden Abbrüchen des Prozesses (bei welchem dann trotzdem die PayPal-Gebühren zu tragen bleiben, denn die Rückerstattung erfolgt ja per SEPA), muss die Vorgehensweise für netcup ähnlich frustran sein wie für die betroffenen Reseller. Deshalb hoffe ich, dass dieser Thread für eine gründliche Überprüfung des Ablaufs sorgt und zu einer für alle Seiten praktikablen Lösung führt. Denn nach wie vor bin ich sehr gerne Kunde hier, schätze den engen Kontakt zum Unternehmen sowie die vielen Vorteile wie etwa die .de-Verwaltung in Echtzeit und würde eigentlich gerne möglichst bald alle von mir zu verwaltenden Domains bei netcup liegen haben, doch das ist wie beschrieben gar nicht so einfach...
Beste Grüße,
Bodensee