Du posaunst hier im Brustton der Überzeugung raus, dass Tailscale wegen seiner Netzwerkarchitektur gar nicht sicher sein kann ohne sie im Detail zu kennen oder ein Experte dafür zu sein.
Ich denke, dass ich die Technologie von Tailscale recht gut kenne, da wir mit ähnlichen Verfahren arbeiten.
Wir entwickeln industrielle Bedienlösungen für mobile Arbeitsmaschinen. Dazu gehören neben den Bediengeräten (robuste Linux Tablets) auch verschiedene Kommunikationsmodule für die Cloudanbindung und die Infield-Kommunikation. Die Herausforderung ist, dass diese Maschinen dynamisch für einen Auftrag in einem Netz zusammenarbeiten müssen, ohne dass sich die Netze untereinander gegenseitig beeinflussen können (wir nennen das "Fence"). Das Netz existiert immer nur für den einen Auftrag (der zwischen Stunden und Monaten dauern kann) und eine Maschine kann mehrfach am Tag das Netz wechseln. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht überall Internetempfang ist und die Geräte auch adhoc ein lokales Netz bilden können müssen. Die Teilnehmer sind dynamisch und können jederzeit das Netz betreten und verlassen. Das ganze natürlich Zeroconf und Plug-and-Play. Es gibt dann Einsatz-Netze, das haben alle Geräte Internetzugang, manchmal aber auch nur einige (die mit Satellitenmodem) und auch mal keiner. Für den Anwender darf das praktisch keinen Unterschied machen, wenn nicht alle Geräte Internetzugang haben, nutzen sie den der anderen mit. Wenn es gar keinen Internetzugang gibt, müssen die Geräte auch ohne Cloud zurechtkommen.
Im Grunde arbeiten wir also wie Tailscale, nur haben wir keine Kunden-Netze, sondern Einsatz-Netze. Wir haben zusätzlich das Problem, dass die Netze jederzeit dynamisch generiert, verändert und terminiert werden und trotzdem gekapselt sein müssen, während die Tailscale Kunden-Netze ja relativ statisch sind. Nicht zuletzt können wir uns nicht auf eine Cloud verlassen für die Netzkonfiguration. Dabei kann natürlich der Internetzugang in einem Einsatz-Netz mal verfügbar sein und mal nicht (in Abhängigkeit der teilnehmenden Maschinen).
Von daher glaube ich, ganz gut beurteilen zu können, mit welchen Herausforderungen Tailscale so zu kämpfen hat und was die Folgen ihrer Addresszusweisung sind.
Du stellst die Behauptung auf, dass Tailscale inhärent unsicher ist. Diesen "Beweis" musst also erst mal Du führen.
Nein, muss ich nicht. Selbst Tailscale hat nie behauptet, dass ihr Netz 100% sicher ist, und auch ihr bestreitet nicht, dass die üblichen IT Risiken hier greifen. Ein Netz ist solange unsicher, bis die Sicherheit bewiesen ist, nicht umgekehrt.
Ich habe Dich bereits auf die Zertifikatsarchitektur und Funktionsweise von Wireguard hingewiesen und Du hast sie ignoriert.
Ich habe sie nicht ignoriert, lese es noch mal nach. Ich habe geantwortet: Nicht die Verfahren von Wireguard sind das Problem, sondern die Konfiguration. Was nützt dir die beste Zertifikatsarchitektur, wenn ein Controller-Algorithmus die Zertifikate an die falschen Endgeräte verteilt?