Aktuell handhabe ich es so, das ich alle meine Passwörter über den Passwortgenerator von Datenschutz.org in der Grundeinstellung generiere, 32 Zeichen lang.
Ich speichere diese in einer *.xlsx auf einem USB, welche wiederum mit einem Passwort geschützt ist. Diesen stecke ich nur an, wenn ich ein PW brauche.
Das passiert recht selten, da ich 90% der Passwörter aus Bequemlichkeit in Chrome gespeichert habe (gut oder schlecht)?
Externer Passwortgenerator auf einer Website: ist umständlich, da man mit mehreren Tabs hantieren muss, geht nur begrenzt oder nicht mobil. Die Website behauptet, die Passwörter nicht zu speichern, aber Beweise hat man nicht.
.xlsx auf USB: ist umständlich, unsicher und verlustgefährdet. Die Excel Datei muss man immer erst durchsuchen, zudem braucht man auf jedem Rechner / Gerät i.d.R. MS Office oder einen anderen Editor. Die Anzeige mag auch anders gehen, aber wenn man etwas hinzufügen will, brauchts eher Excel. Ein USB Stick kann leicht kaputt oder verloren gehen, oder kann gestohlen werden. Zudem muss man immer ein physisches Token handhaben, auch das ist wiederum umständlich. Auf mobilen Endgeräten meist überhaupt nicht möglich (von USB-C Ausnahmen auf Android Handys mal abgesehen). Der Passwortschutz von Excel kann mit Passwortknackern entfernt werden, sonderlich sicher ist das definitiv nicht. Da das ja das "Masterpasswort" ist, wird es i.d.R. nicht die gleiche 32 Zeichen Sicherheit haben wie die generierten Passwörter, denn es soll ja "merkbar" sein. Dadurch wird es erfolgsversprechender, das Passwort zu knacken.
Chrome Speicherung: unsicher, nur auf Chrome beschränkt, andere Browser können nicht variabel zum Einsatz kommen, Chrome auf Mobilgeräten unterstützt den Passwortmanager von Chrome Desktop nicht, daher ist mal limitiert auf Desktop.
Diese XLSX Lösung unterstützt keine integrierte 2FA, eine Methode die aber viele Websites und andere Dienste verwenden und die die Sicherheit deutlich erhöht.
Daher wäre ein Passwortmanager zu empfehlen, der:
- cloudbasiert arbeitet, da sonst die Synchronisation zwischen verschiedenen Geräten (Desktop, mobil, bis hin zur Kommandozeile) nicht funktioniert.
- in möglichst vielen Browsern und beiden Mobilplattformen als Plugin / App verfügbar ist (dabei werden die Daten nicht lokal gespeichert, sondern das Plugin ist nur eine Durchleitung zum Tresor)
- einen integrierten Passwortgenerator enthält
- ggfalls auch als Desktop Client verfügbar ist, um die Pflege zu vereinfachen
- für das Masterpasswort 2FA erlaubt
- 2FA für die verwalteten Accounts ermöglicht (ist nicht das gleiche)
- vom Anbieter permanent sicher gehalten wird (vs Self Hosting, bei dem man selbst für die Sicherheit zuständig ist)
- seine Daten in der EU cloudbasiert speichert
- die Synchronisation zwischen den Geräten selbst erledigt
- Passwortfreigaben und geteilte Tresore zwischen mehreren Benutzern (in der Familie oder Firma) ermöglicht
- der die Daten nach dem Zero Knowledge Prinzip für den Anbieter speichert, d.h. der Anbieter speichert nur verschlüsselten Kauderwelsch ab, der ohne 2FA und Masterpasswort des Benutzers nicht knackbar ist
Bei mir fiel die Entscheidung aus diesen Gründen auf 1Password, das (anders als das jüngst übelst geknackte LastPass) seine Daten in der EU speichert, wenn man zum Signup den EU Server verwendet: https://1password.com/sign-up/eu/ .
Ich verwende keinen Passwortmanager, bei dem man die Synchronisation des Tresors selbst machen muss, wie bei KeePass (manche verwenden Dropbox oder Google Drive), denn da müssen zwei Plattformen reibungslos zusammenspielen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben und ich möchte diesen Diensten meinen (zwar verschlüsselten) Tresor nicht anvertrauen. Zudem ist es quasi unmöglich, so geteilte Tresore unkompliziert zu realisieren.
Die Open Source Variante von Bitwarden (bzw. das in Rust nachgeschriebene und leichtgewichtigere) Vaultwarden ist durchaus auch interessant, wenngleich die kostenfreie Variante nur limitiert 2FA unterstützt ( https://bitwarden.com/de-DE/pricing/ ).
Ich bevorzuge es im Hinblick auf Self-Hosting, eine derart wichtige Ressource lieber unabhängig von allen meinen damit verwalteten Ressourcen beim Anbieter zu betreiben.
Problem: Server auf dem Bitwarden läuft macht die Grätsche / wird gehackt, der Bitwarden Service ist nicht verfügbar, man hat aber die Zugangsdaten zu Netcup im BW Vault gespeichert und kommt daher nicht in seinen Netcup Account um den Server zu fixen (= klassisches Aussperren). Zudem könnten da auch unbemerkt bei gehacktem Server Daten abfließen.
Bitwarden ist aber auch in den bezahlten und beim Anbieter gehosteten Varianten eine sehr gute Alternative.
LastPass fällt eher raus... https://www.heise.de/news/Passwortm…en-7441929.html