Ich möchte es gerne zurückgeben: Oft neigen Leute die (zumindest vermeintlich) Peilung haben dazu, Anfänger nicht in ihre "erhabene Sphäre der Serveradmins" vordringen zu lassen.
Natürlich ist ein vernünftig abgesichertder Server schon recht sicher und es werden auch nicht 2 von 3 Server kompromittiert.
Allerdings kommt es hier im Forum immer wieder dazu, dass ein recht sicheres System (nämlich das frisch aufgsetzte) durch zweifelhafte Tips (da bei weitem nicht ausreichend für das Drum-herum) anderer hier erst ein Scheunentor an Unsicherheit öffnen. Und dann auch noch mit dem verqueren Argument, doch wenigstens zu helfen und diejenigen, die statt dessen zu managed Servern und Webspace raten, seien einfach nur unfreundliche Pöbler.
Was den Knast angeht: Nun, das ist wirklich worst case. Aber nicht unrealistisch. Natürlich wird ein normaler Admin auch dann nicht in den Knast kommen, wenn sein vServer Kinderp0rnografie durchs Netz jagt. Wie du schon sagtest: Wenn jemand bei dir einbricht, eine Waffe findet und damit Menschen tötet, haftest du nicht.
Wenn man aber die Haustür sperrangelweit offen lässt und die Waffe auf die Fußmatte legt, haftet man sehr wohl. Genau so haftet man, wenn Fremde mit dem vServer Kinderp0rnografie verbreiten, wenn man sich einen vServer mietet, die SSH noch nie gesehen hat und sein FTP-Passwort unverschlüsselt durch Netz schickt. Denn das ist dann grobe Fahrlässigkeit und für Kinderp0rnografie ist i.d.R. eine Freiheitsstrafe drin, auch, wenn in Deutschland Raubkopiererei noch deutlich schärfer bestraft wird (ebenfalls mit Knast). Ein ähnliche Lage findet man übrigens auch bei WLAN-Netzen: Betreibt man es ungesichert oder unzureichend gesichert (inzwischen auch WEP), übernimmt man die volle Haftung für sämtliche damit begangenen Straftaten. Bricht jedoch jemand in das WPA2-geschützte über VPN laufende Netz ein, kann man da nichts für.
Wir sollten vielleicht festhalten:
Einen Linux-Server zu administrieren, ist kein Zauberwerk. Jeder, der sich ein wenig damit beschäftigt, kann es recht schnell lernen. Natürlich nicht mit einem vServer, sondern zu Hause. Dann wird er auch keine dummen Patzer machen und haftet nur begrenzt für den eher unwahrscheinlichen Schaden. Seine vielen Wissenslücken darf er gerne duch gezielte und intelligent gestellte Fragen von der Community schließen lassen, denn kein Meister ist je vom Himmel gefallen.
Mietet jedoch jemand einen vServer, ohne das Wort "Linux" jemals auf einen Kernel zurückzuführen gekonnt zu haben und ohne zu wissen, was überhaupt eine Shell ist, handelt dieser höchst fahrlässig, wird in dem deutlich wahrscheinlicherem Fall, dass da etwas passiert, voll haften und sollte von einer verantwortungsvollen Community ausschließlich den Hinweis erhalten, den vServer abzubestellen und statt dessen zu managed Lösungen zu greifen.
Einverstanden? 