Beim Stichwort "Telekom" oder neuerdings auch "Vodafone" kommt mir unweigerlich der Gedanke an die Peering-Praxis dieser Anbieter. Da netcup - berechtigterweise - offenbar der Telekom aus Telekom-Sicht zu wenig für das Peering zu zahlen bereit ist, Stichwort Netzneutralität, leitet die Telekom die Daten eben nur per Rauchzeichen oder über eine eingleisige Nebenstrecke an ihre Kunden weiter. Wohlgemerkt an Kunden, die dafür bezahlen, dass die Telekom sie ordentlich versorgt! Die Telekom hätte nun aber gern Geld von beiden Seiten, also von netcup (und den meisten anderen "Inhalteanbietern", die Daten von ihrem Netz zum Telekom-Kunden schicken) und eben trotzdem weiterhin auch von ihren Kunden. Double paid peering, Und Tschuess Netzneutralität. Dein kleiner Anbieter mag sein Netz von der Telekom oder Vodafone beziehen.
Das Thema geht seit Monaten durch alle Medien, auch die Bundesnetzagentur ist damit befasst. Davon erwarte ich mir aber nicht viel, die Lobby der Telekom ist durchaus ziemlich einflussreich in Berlin.
Aus Kundensicht stellt sich mir halt die Frage: Was soll ich mit einer 1GBit Glasfaser-Anbindung der Telekom, wenn ich von einem großen Teil des Internets Daten nur so langsam erhalte, dass ich mir vorkomme wie zu Zeiten des seligen 64K Modems? Beschwert man sich bei der Telekom, dann lassen sie einen die Bandbreite vom eigenen Anschluss zu einem Telekom-Server messen und sagn dann: Alles in Ordnung, für die Gegenseite sind wir nicht zuständig.
Aber, wie eine der Drückerinnen der Telekom mir mal mitgeteilt hat, als ich ihr sagte, dass ich kein Interesse habe und mit meiner Anbindung sehr zufrieden bin: "Aber das ist doch die Umstellung!". Und auf meine Feststellung, dass die mir angebotenen Preise für etwas weniger Bandbreite als ich eh schon habe nur im ersten Jahr auf gleicher Höhe mit meinen derzeitigen sind und danach deutlich höher: "Dann kündigen sie den Telekom-Vertrag doch einfach nach dem ersten Jahr".
Eigentlich sollte man sowas einfach vom Markt nehmen. Aber: too big to fail. Und die Lobby arbeitet auch weiterhin fleissig daran, dass sich die Telekom mit ihren Monopolisten-Vorstellungen durchsetzt.