Hardware für kleinen Homeserver

  • Hey,


    ich bin auf der Suche nach passender Hardware für einen kleinen Home Server. Dieser soll primär als Backupspeicher dienen aber auch mehrere kleine Docker Container und eventuell kurzfristig auch mal ne VM hosten können. Als Betriebssystem wird unraid eingesetzt.


    Testweise habe ich unraid auf einem Miniforums gk41 installiert. Dies ist für den Anfang auch soweit in Ordnung wird aber definitiv schnell an seine Grenzen kommen.


    Als Gehäuse habe ich an das Chieftec CI-01B-OP gedacht. Dies unterstützt µATX Boards und bietet ausreichend Platz für Hardware.


    Jetzt ist halt die Frage welche Hardware (CPU, RAM, Mainboard, Lüfter, Festplatten etc.) ist am besten geeignet?


    CPU & Mainboard bin ich komplett überfragt was man da nehmen sollte. Wichtig wäre einerseits ein geringer Stromverbrauch in idle Mode aber anderseits soll halt auch genug Rechenleistung verfügbar sein um mal kurzfristig ne VM drauf laufen lassen zu können. Zudem sollte AES-NI unterstützt werden.


    Arbeitsspeicher wurde ich am liebsten direkt 2x16GB nehmen wollen. DDR4 o. DDR5 mit ECC oder ohne?


    Festplatten: HDD hab ich die WD Red (Pro) Serie ins Auge gefasst. Jetzt hab ich gestern noch was von den Toshiba N300 NAS HDDs gelesen, taugen die was? Als Cache würde ich zusätzlich noch 1-2 Crucial MX500 SSDs nehmen.


    Ohne die Festplatten hab ich so um die 300€ veranschlagt. Wenn es für 50€ mehr bedeutend besser Hardware gibt ist das kein Problem. Sollten allerdings schon 200€ für mein Vorhaben wäre das natürlich auch super!



    Was sagt ihr, passt das grobe Setup und welches Board, CPU & RAM sollte ich nehmen?

  • für

    primär als Backupspeicher dienen aber auch mehrere kleine Docker Container

    finde ich dein setup überdimensioniert.


    als kleine home server verwende ich gerne die Lenovo ThinkCentre in Ultra Small Form Factor als refurbished. spottbillig.

    hat platz für zwei speicherriegel, eine m.2 und eine sata SSD.

    läuft bei mir mit einem proxmox und die ganze hausautomatisierung drauf.

    nimmt sich im idle um die 5 W.


    ordentliche backups habe ich nie lokal, ich bedien mich da beim großen roten H mit einer St0rage B0x die ich mit BorgBackuo befülle.

  • Von der Performance würde das absolut ausreichen. Wie gesagt der GK41 macht seine Sache gut aber was mich stört ist, dass ich keine Möglichkeit habe 2-3 Festplatten per SATA anzuhängen oder den Arbeitsspeicher aufzurüsten.


    Daher meine Überlegung das ganze auf ATX aufzubauen um das ganze Modular zu halten.


    ordentliche backups habe ich nie lokal, ich bedien mich da beim großen roten H mit einer St0rage B0x die ich mit BorgBackuo befülle.

    Mach ich genauso dennoch würde ich das ganze auch Zuhause haben wollen. :saint:

  • Ein ATX-Board hat einen deutlich größeren Stromverbrauch. Wenn 8GB RAM nicht ausreichen, gibt es durchaus SBC, die 16GB oder (danach muss man derzeit noch suchen) 32GB RAM mitbringen. Die Frage ist, wie klein die "kleinen Docker-Container" sind und wie häufig auf den Backup-Speicher zugegriffen werden muss.


    Nur als Idee: Grundsätzlich könnte man auch einfach einen zweiten kleinen Rechner danebenstellen (bietet Redundanz/Lastverteilung, ggf. Aufgabenverteilung) und/oder Festplatten via USB-Dockingstation anbinden – das macht alles langsamer und ggf. muss man hier über die Möglichkeiten, Festplatten in den Schlaf schicken zu können, nachdenken, aber dadurch ist man auch flexibel, was den Austausch von ebendiesen Festplatten anbelangt. Wenn man einen Rechner als Backup-Server verwendet, benötigt der nicht unbedingt viel RAM und kann via Wake-on-LAN gestartet/via SSH wieder heruntergefahren werden.

    VServer IOPS Comparison Sheet: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1w38zM0Bwbd4VdDCQoi1buo2I-zpwg8e0wVzFGSPh3iE/edit?usp=sharing

  • Ich bin ein Fan von den Mainboards mit integrierter CPU. Sehr sparsam im Verbrauch, Performance für sehr viele Sachen ausreichend und in der Regel günstig.


    Eine etwas größere und neuere Variante wäre z.B. das Board hier:

    https://geizhals.de/asrock-n100m-90-mxbk80-a0uayz-a2953079.html


    Trotz SoC könntest du hier bis auf 32GB RAM gehen, hättest 2 SATA Anschlüsse und bei Bedarf verfügt es über 2 PCIe Steckplätze, wo du beispielsweise simple und günstige SATA Karten nachrüsten könntest oder sogar einen ganzen RAID Controller. Das Board hat sogar einen M.2 Anschluss auf dem Unraid laufen könnte.


    Für deine potentielle VM hat der kleine trotzdem 4 Kerne und auch die Single Thread Leistung ist echt gut. Ich habe noch ein älteres Asrock J3455 Board und benutze es als pfSense, läuft super :)


    Lüfter ist fast egal, solange sich die Luft bewegt. Hinten einer, vorne einer, fertig.


    Western Digital mag ich eigentlich auch, aber da solltest du drauf achten die Red Plus zu nehmen, da du sonst SMR Platten bekommst und das könnte je nach deinem Anwendungszweck zu Problemen führen.

  • Bei den Idle Werten sollten sich viele x64 Systeme nicht viel nehmen, ganz gleich wie viel sie an TDP haben.


    Ich finde den Ansatz sinnvoll, auf ATX aufzubauen, dann ist man in alle Richtungen flexibel und stößt nicht sofort an Grenzen eines Minisystems. Ein Unraidsystem als Basis für Daten, Docker, VMs finde ich auch passend. Im Vergleich ist Unraid wirklich ein guter Docker Host, wie ich finde.


    Bei den Festplatten würde ich mir Seagate Exos X Platten ansehen, die sind meist deutlich günstiger als WD Reds. Allerdings sind die Exos nicht gerade auf geringe Lautstärke (dafür Performance) optimiert. Wenn die Kiste irgendwo steht, wo Lautstärke relevant ist, sollte man evtl andere Platten nehmen. Ich plädiere aber eher dafür, die Kiste lieber irgendwo zu platzieren, wo man eh nie hin muss.


    Unraid ist darauf hin optimiert, dass die Platten möglichst immer schlafen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie aufwachen müssen, wird reduziert, je größer der Cache ist. Daher würde ich deutlich mehr SSD Cache empfehlen (2-4 TB, mindestens 1TB) und diesen unbedingt im Raid1 betreiben, da darauf die Container und VMs laufen.

    RS Ostern L OST22 (~RS "3000" G9.5) (8C,24GB,960GB) | RS Cyber Quack (1C,2GB,40GB)

  • So ich hab die letzte Tage noch mal bisschen umgeschaut und bin zu dem Entschluss gekommen das ganze auf einen N100 ATX Mainboard aufzubauen.


    Aktuell bevorzuge ich dieses Board. N100, DDR5, 2x nvme pcie3.0, 4x2,5g LAN.


    Zudem könnte ich per PCIe noch eine Erweiterungskarte nutzen (dann würde allerdings die zweite nvme line wegfallen, was aber vollkommen okay ist).


    Was mich bislang nur daran stört ist das es nur einen SO-Dimm Slot gibt (dafür aber bis 32gb kompatibel*). Zudem verstehe ich nicht was damit gemeint ist, dass nur der erste Sata3.0 Port native ist? Wie sind die anderen angebunden bzw. ergeben sich dadurch Nachteile?


    *Laut n100 Spezifikationen wird nur 1x Slot mit max 16GB unterstützt.


    Ist AliExpress vertrauenswürdig oder gibt es bessere Alternative für ein n100 Board mit identischen Specs?


    Was haltet ihr davon? Klar absolut Overkill aber dafür langfristig nutzbar/upgradeable und trotzdem überschaubarer Energieverbrauch.

  • Mein Adblocker will den Aliexpress Link nicht aufmachen und ich habe keine Lust, dafür eine Ausnahme hinzuzufügen. Ich würde aus Prinzip nichts dort kaufen. Es gibt sie auch in DE: Mainboards Mainboards mit CPU mit CPU-Serie Intel: N Preisvergleich Geizhals Deutschland


    Mit etwas unter 6000CPU Benchmarkpunkten ist die Leistung so meh, dafür ist der Energieverbrauch mit 6W TDP natürlich sehr gut. Auf der anderen Seite ist die TDP nicht wirklich relevant, denn sie gibt ja nur den maximalen Energieverbrauch an. Ein Server idled aber die meiste Zeit vor sich hin und ist daber beim minimalen Verbrauch unterwegs. Und da sind auch leistungsfähige CPUs nicht viel anders als der N100. Allerdings können sie halt auch deutlich mehr als dieser.


    Ich finde auch dass die Connectivity stark zu wünschen übrig lässt. Ein NAS lässt sich damit kaum aufbauen. Wenn man sich ASRock N100M ab € 120,98 (2024) | Preisvergleich Geizhals Deutschland ansieht, hat es 1x PCIe 3.0 x16 (x2, d.h. einen Slot voller Länge aber nur mit 2 Lanes Anbindung), 1x PCIe 3.0 x1. Ergo kann man einen HBA nur unter herben Geschwindigkeitsverlusten (wenn überhaupt) damit betreiben, der einem bei den 2x SATA Ports weiterhelfen könnte. Ein 8x SATA HBA braucht mindestens 4 eher 8 Lanes.


    Ich würde ein ganz normales, günstiges ATX Mainboard mit einem 65W Prozessor nehmen. Das bringt genug Erweiterbarkeit für alle künftigen Pläne mit (inklusive mehr RAM - wichtig bei VMs und Docker Containern) und verbraucht nicht so viel mehr.

    RS Ostern L OST22 (~RS "3000" G9.5) (8C,24GB,960GB) | RS Cyber Quack (1C,2GB,40GB)

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  • Danke erstmal für deinen ausführlichen Beitrag & Aufklärung!


    Wahrscheinlich hab ich mich die letzten Tage einfach zu sehr auf die TDP und SoC Eigenschaften konzentriert. Gerade wenn man bedenkt daß das von mir oben verlinkte Board ~230€ kostet und dann schlussendlich doch recht unflexibel ist...



    Ich würde ein ganz normales, günstiges ATX Mainboard mit einem 65W Prozessor nehmen. Das bringt genug Erweiterbarkeit für alle künftigen Pläne mit (inklusive mehr RAM - wichtig bei VMs und Docker Containern) und verbraucht nicht so viel mehr.

    Kannst du hierzu eine Empfehlung geben welches Board+ CPU am meisten Sinn ergeben würde?

  • Schon der günstigste AMD auf der aktuellen 7000er Plattform mit 65W ist mehr als 5x schneller als der N100: https://www.cpubenchmark.net/c…AMD+Ryzen+5+7500F&id=5648 und kostet 170€. Dazu noch ein nettes Board, DDR5 RAM, Netzteil und Gehäuse und Du hast einen um Längen performanteren Server, mit dem Du auch hinsichtlich Connectivity alles machen kannst.


    Der wird im Idle etwas mehr Strom benötigen als der N100, aber hat halt sooo viel mehr Potential und kann so viel mehr VMs oder Container ab.


    Hängt halt davon ab wo Du hin willst, wie viel Budget vorhanden ist etc. Wenn Du jetzt eine aktuelle Plattform nimmst, die flexibel ausbaufähig ist, hast Du locker 5-7 Jahre was davon.

    RS Ostern L OST22 (~RS "3000" G9.5) (8C,24GB,960GB) | RS Cyber Quack (1C,2GB,40GB)

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  • Ich habe in diesem Beitrag meinen aktuellen Homeserver vorgestellt;

    https://forum.netcup.de/sonsti…2-gb-ram-200-tb-speicher/


    den i3 halte ich nach wie vor für vollkommen ausreichend.
    Mit 200TB Speicher zieht die Kiste 120W nach Optimierungen. Wobei die Chia Platten nicht in den Standby gehen.

    DDR5 Ram würde ich an deiner Stelle nicht nehmen, zu teuer für zu wenig Performance zuwachs.

    Das von dir verlinkte N100 Board ist auch sehr interessant, wir nutzen an unserem MultimediaDisplay so einen Chip in einem 200EUR mini PC von Amazon.
    Erstaunliche Leistung für den Preis!