Mal formal gefragt: Warum eigentlich dedizierte CPU-Kerne?

  • Guten Abend miteinander,

    ich möchte einmal einen Gedanken/Frage in den Raum werfen.

    Welchen Vorteil haben dedizierte CPU-Kerne eigentlich wirklich?

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Nachfrage nach virtuellen Root-Server mit dedizierten CPU-Kernen unter anderem dadurch kommt, dass man bei manchen Anbietern schlechte Erfahrungen mit virtuellen Servern machen konnte, wo einfach zu viele virtuelle Server auf zu schwacher Hardware gehostet wurden/werden.

    Im Grunde ist das doch das eigentliche Problem. Zu viele virtuelle Server auf einem physischen Host => schwache Performance.

    Das mit dedizierten CPU-Kernen zu lösen, gibt zwar die Gewissheit, dass man nicht auf einem völlig überbuchten Host landet. Aber nach meinem Verständnis, wird damit doch eigentlich auch Leistung verschenkt. Denn in Zeiten, in denen der Host wenig belastet ist, habe ich nicht die Möglichkeit, mehr als meine gebuchten dedizierten Kerne zu nutzen, obwohl wahrscheinlich 90% der Kerne ohne was zu tun in der Gegend rumhängen.

    Umgekehrt: Wenn ich auf einem nicht überbuchten Host bin, dann habe ich doch ausreichend Performance, selbst wenn alle anderen virtuellen Hosts maximal aktiv sind.

    In Zahlen ein Beispiel:


    1.) 16 physische Kerne, 2 dedizierte Kerne für meinen Host


    Es können maximal (16 - 1) / 2 = 7 virtuelle Server auf dem System gehostet werden (ich ziehe einen Kern ab für das Hostsystem).

    Meine Maximalperformance ist identisch mit meiner garantierten Performance: 2 * Prozessortakt = (16 - 1) / 7 * Prozessortakt.


    2.) Ebenfalls 16 physische Kerne, aber 4 virtuelle Kerne, maximal (16 - 1) / 2 = 7 virtuelle Server auf dem Host.


    Meine garantierte Performance (wenn alle virtuellen Hosts gleichberechtigt sind) ist dann immer noch (16 - 1) / 7 * Prozessortakt = 2 * Prozessortakt.

    Meine Maximalperformance (es stehen gerade 4 virtuelle Kerne voll zur Verfügung): 4 * Prozessortakt.


    Macht dieser Gedankengang Sinn?

    Letzten Endes denke ich, dass es mehr auf IO-Leistung und das Gesamtpaket ankommt. Aber warum Prozessorleistung ungenutzt brachliegen lassen? Ok, Stromsparen oder konstante Leistung wären Argumente...

    Fröhliche administrative Grüße

  • Auch Nodes mit dedizierten Kernen sind bei Netcup überbucht. Netcup garantiert jedoch das die Leistung zur Verfügung steht, wenn sie benötigt wird.


  • Ich denke mal die Details sind Geschäftsgeheimnis.


    Es macht aber durchaus Sinn die CPU Kerne zu überbuchen. In das RAM der Hostsysteme dürften mehr VMs gehen, als CPU Kerne dediziert zur Verfügung stehen, vor allem wenn auch viele kleinere Rootserver verkauft werden.

  • Nimm mal zum Beispiel den DELL R630 1000. Der kostet 449,82 Euro/pro Monat bei Netcup-Pro. Dieser hat zwei CPUs mit je 28 Kerne (Threads). Macht 56 Kerne.


    Nun teilen wir die auf den RS 8000 auf. Macht 56 / 12 = 4.6.


    Jeder Server bringt 45 Euro = 210 Euro.


    Merkst Du was ?


    Ohne Überbuchung lohnt es sich nicht. Und wenn Netcup genug Reserven auf dem Node hat macht es auch nichts aus. Es werden vielleicht pro Server 25% der CPU genutzt. Also kann man ruhig 12 RS 8000 (144 Kerne) auf dem Node packen und es ist noch genug CPU da.


    Und hier wird das Geheimnis liegen, wie stark man überbucht, ohne das es die Kunden merken.


    Und hier liegt der Unterschied von Netcup zu anderen Anbietern. Die CPU steht mir immer zur Verfügung. Knapp wird höchstens die IO.

  • Vielleicht sind ja auch auf den Hosts sowohl VPS wie RS Systeme und wenn die RS ihre Leistung ziehen, haben die VPS entsprechend weniger. Dort sind ja auch keine Ressourcen in diesem Sinne garantiert.

    Ich meine Felix hat mal gesagt, VServer und RS Systeme liegen auf unterschiedlichen Nodes.