Mailserver auf "VPS 200 G8" installieren - welchen könnt ihr empfehlen?

  • Hallo zusammen,


    ich habe zwei "VPS 200 G8".


    Auf dem ersten Server (A) habe ich eine Sophos UTM mit dem Modul Email Protection installiert. Dieser Server dienst als SMTP-Proxy und nimmt alle Mails von meinen Domänen an, bei denen ich den MX auf diesen Server zielen lasse. Das funktioniert super und die UTM verarbeitet dann alle Mails nach meinen Wünschen wie SPAM Scanning etc.


    Auf dem zweiten Server (B) möchte ich nun einen Mailserver installieren, der Open Source und kostenlos ist und eine Admin-Weboberfläche hat, um Postfächer etc. anlegen zu können. Auch soll über gängige Mailclients das Abrufen und senden von Mails und das Anlegen von Alias-Adressen möglich sein. Das OS ist Ubuntu 20.04.


    Der Server A (SMTP-Proxy) kann mittels Routing die Mails dann an den eigentlichen Mailserver B weiterleiten. Das funktioniert auch schon soweit.

    Nun soll aber der Mailserver B die zu sendene Mails nicht direkt senden, sondern auch an den SMTP-Proxy A übergeben. Und erst dieser sendet dann die Mails raus.


    Nun zur eigentlichen Frage:

    Welchen Mailserver würdet ihr für meine Vorhaben empfehlen und welcher erfüllt meiner genannten Anforderungen?


    Habe da von mailcow oder Citadel gelesen. Beider schlank und für einen "VPS 200 G8" ok. Aber wäre das was passendes wegen den Anforderungen? Oder was schlagt iht vor?


    Danke.

  • Ich würde in diesem Fall zu einem klassischen Setup raten:

    * dovecot
    * postfix
    * postfixadmin


    Damit lässt sich das alles relativ problemlos einrichten. Letztendlich bauen die fertigen Lösungen auch nur auf diesen bzw. ähnlichen Komponenten auf, sind aber nicht direkt auf das oben genannte Setup ausgelegt, weswegen ein manuelles Setup sicher nicht so viel aufwändiger wäre.


    Ein VPS 200 hat jetzt nicht unbedingt so viel Speicherplatz zur Verfügung. Da wäre die Frage, ob dir das auf Dauer reicht. Oder planst du sowieso noch externen Storage einzubinden? Evtl. über NFS, S3 oder ähnliches?

  • Fürs Protokoll: Neben den vorgenannten Dovecot und Postfix würde ich noch Rspamd empfehlen, welches seinerzeit mehrere zusätzliche Hilfsprogramme ersetzte.

    Letztendlich bauen die fertigen Lösungen auch nur auf diesen bzw. ähnlichen Komponenten auf, sind aber nicht direkt auf das oben genannte Setup ausgelegt, weswegen ein manuelles Setup sicher nicht so viel aufwändiger wäre.

    Hier würde ich anraten, zumindest einmal einen Blick auf ein "Rundum-Sorglos-Paket" wie mailcow zu werfen, um eine Idee dafür zu bekommen, was möglich/konfigurierbar ist (auch wenn ich besagtes Paket nicht selbst nutze).

    Je nach den eigenen Wünschen ist ein Fokus auf das unbedingt Benötigte mittel-/langfristig immer besser, allerdings dauert es seine Zeit, bis man sich in alles eingelesen hat (und wenn man allzu spezialisierte Konfigurationen verwendet, wird die Luft schnell dünner, wenn man bei Problemen Dritte kontaktieren will – Daumenregel: je größer die Nutzerbasis, desto höher die Chance, dass sich schon einmal jemand dem Problem gegenübersah). Ich habe über die Jahrzehnte sicherlich viele PT an der Konfiguration herumgeschraubt, um sie zu perfektionieren; auch wenn die Programme inzwischen auch "Kinderkrankheiten" loswurden und zusätzliche Funktionen lernten, ist das Aufsetzen eines Mailservers (inklusive Backup-Funktionalität!) nicht zu unterschätzen.

    Ganz wichtig sind natürlich externe Funktions- und Sicherheitstests (ein Beispiel: MECSA).

  • Hallo Paul,


    wenn ich das richtig verstehe beinhaltet das klassischen Setup kein Weninterface für die Administration.

    Alles über die Konsole zu machen finde ich jetzt nicht so prickelnd.


    Ich habe aber im Grunde schon gefunden, was mir so vorschwebt. In diesem Artkel wird gut erklärt, das mailcow schon genau richtig ist für meine Anforderungen:

    https://matthias.guru/2017/10/…ses-als-relay-in-mailcow/

    Statt Amazon SES nutze ich hier meine Sophos UTM.


    Das mit dem Speicher ist eher nebensächlich für mich. Es geht hier um einen gaaanz kleinen Mailserver, der lediglich eine Hand voll Benutzer hat. Und die Mails werden in der Regel auch noch per POP3 abgerufen. Damit sind sie wieder von der Platte des Mailservers geputzt.

    Sollte das ausufern, kann ich immer noch ein Storage einbinden.


    Für mich wäre hier noch interessant, wer welche Empfehlungen noch zu weiteren Mailservern hat?

    Speziell mailcow soll ja wirklich durch docker in Rekordzeit und sehr sicher installiert sein.

    So gesehen werden ich mailcow mal testen und wenn es stimmt was viele Anwender schreiben, wird dieses die richtige Anwendung sein.

    iRedMail habe ich die Tage auch schon mal installiert und geprüft. In der kostenfreien Veriante sind die Einschränkungen aber doch zu groß und es kommt mehr Frust als Laune auf. Das habe ich sehr schnell wieder deinstalliert.

  • wenn ich das richtig verstehe beinhaltet das klassischen Setup kein Weninterface für die Administration.

    Alles über die Konsole zu machen finde ich jetzt nicht so prickelnd.

    Deswegen die Empfehlung von Postfixadmin ;-)


    Mit diesem leichtgewichtigen PHP-Tool verwaltet man Domains, User, Aliase, usw. - die Konfigurationen landen direkt in einer DB, wo sie von Postfix und Dovecot leicht ausgelesen werden können.

  • wenn ich das richtig verstehe beinhaltet das klassischen Setup kein Weninterface für die Administration.

    Alles über die Konsole zu machen finde ich jetzt nicht so prickelnd.

    Doch, das genannte Postfixadmin ist ja die gewünschte Webadministration: https://github.com/postfixadmin/postfixadmin


    Die fertigen Pakete wie Mailcow haben absolut ihre Vorteile, wenn es darum geht, möglichst schnell was auf die Beine zu stellen. Die Frage ist immer nur, was machst du, wenn es mal Probleme gibt. Wenn man nicht wirklich weiß, was da eigentlich so genau läuft und wie es konfiguriert wurde, dann verliert man in der Problemanalyse schnell mal wertvolle Zeit, die man eigentlich zu diesem Zeitpunkt nicht hat. Wenn man sich aber mit den Komponenten sowieso gut auskennt, spricht da absolut nichts dagegen. Aber gerade zu Beginn kann ich aber nur wärmstens empfehlen, sich auch mit den Grundlagen zu beschäftigen. Früher oder später muss man das sowieso.

  • ... also als Serveradmin solltest du die Konsole aber schon prickelnd finden!

    Ich denke auch bei Klickibunti-Docker, 123 fertig wirst du nicht ganz um die Konsole rum kommen, und das ist auch gut so.

    Auch als Serveradmin kann man (und sollte man) sich das Leben so einfach wie möglich machen.

    Es ist halt immer eine Abwägung, welche Form von Eingabe die "bessere" ist. Es hängt immer von der Situation und dem Werkzeug ab.

    Und das ist nicht immer die Konsole!

    Prickelnd hin oder her ...

  • Doch, das genannte Postfixadmin ist ja die gewünschte Webadministration: https://github.com/postfixadmin/postfixadmin


    Die fertigen Pakete wie Mailcow haben absolut ihre Vorteile, wenn es darum geht, möglichst schnell was auf die Beine zu stellen. Die Frage ist immer nur, was machst du, wenn es mal Probleme gibt. Wenn man nicht wirklich weiß, was da eigentlich so genau läuft und wie es konfiguriert wurde, dann verliert man in der Problemanalyse schnell mal wertvolle Zeit, die man eigentlich zu diesem Zeitpunkt nicht hat. Wenn man sich aber mit den Komponenten sowieso gut auskennt, spricht da absolut nichts dagegen. Aber gerade zu Beginn kann ich aber nur wärmstens empfehlen, sich auch mit den Grundlagen zu beschäftigen. Früher oder später muss man das sowieso.

    Ok - das schaue ich mir gerne mal an. Danke.

  • Auch als Serveradmin kann man (und sollte man) sich das Leben so einfach wie möglich machen.

    Was kennst du für Mailserveradmins?

    Egal ob Postfix, Exim oder Exchange, da kommt man ohne Konsole nicht weiter.


    Wer als Serveradmin wirklich keine Konsole haben will, geht eben zu GApps for Business.

    In Postfix und Dovecot sind Postfächer und Aliase nichts weiter als Datenbankeinträge, sofern konfiguriert.

    Wenn man da einfache Verwaltung möchte, nimmt man sich entsprechende Datenbankzugänge für MySQL oder LDAP, z.B. PHPMyAdmin - für Postfix direkt gibt es postfixadmin - ich habe mir für meine Mailverwaltung über LDAP auch ein Webinterface geschrieben.


    Ohne Installation und initiale Konfiguration über die Konsole wirst du da nicht 'drum herum kommen.

  • ???

    Ähm ... warum wir hier das Schlagwort "Konsole" so sehr fokussiert?

    Ich habe nie behauptet, die Konsole nicht nutzen zu wollen. Ich setzte diese ein, wenn dieses mir Vorteile bringt oder keine andere Möglichkeit gegeben ist. Genau wie ich ein Webinterface oder eine GUI nutze, wenn mir dieses Vorteile bringt.

    Aber grundsätzlich "entweder oder" zu sagen, klingt für mich sehr unvorteilhaft.

    Aber nichts für ungut - das muss ja jeder selber wissen.

  • Super - gibt es von Mail-in-a-Box auch eine Demo des Control Panel? Ich würde mir das gerne vorher einmal ansehen.

    Danke.

  • Hallo zusammen, danke noch einmal für die Denkanstöße.

    Ich habe mich nun für mailcow entschieden und bin wirklich sehr sehr zufrieden damit.

    Die einfache Handhabung, die Installation und das Webinterface (Admin und Webmail) ist wirklich sehr gut und optisch ansprechend modern gemacht.

    Es bleiben keine!! Wünsche offen und die Kombination Sophos UTM (Modul Email Protection) <==> mailcow funktioniert bestens. Beides läuft jeweils auf einem dedizierten "VPS 200 G8". Die Sophos UTM fungiert hier als SMTP-Proxy. Alle Tests auf mxtoolbox.com und mail-tester.com zu 100% bestanden. Auf ssllabs.com gibt es ein glattes A+. Somit ist für kleines Geld pro Monat (rund 5 €) eine professionelle Mailserverlösung entstanden.

    Ich kann mailcow hier mit gutem Gewissen weiterempfehlen und meine Begeisterung kennt keinen Grenzen!

    Es ist kaum zu glauben, das dieser Mailserver komplett free ist.

    Ich werde in diesem Falle dem Entwickler eine Spende zukommen lassen ... das ist mehr als verdient.


    In diesem Sinne - gut mailing ...

  • Ja, mailcow ist schon gut.:thumbup:

    Ich war auch ganz begeistert als ich das zum erstem Mal installiert hatte.:)


    (...bis ich dann eMails an Konten von Microsoft oder t-online verschicken wollte... :( )

    Was genau ist passiert?

    Und wie lautete die Fehleranalyse?


    Waren alle wichtige Dinge richtig eingestellt wie:

    - DKIM Signatur ist gültig

    - DMARC Test bestanden

    - in keiner Blacklist geführt

    - SPF-Eintrag korrekt

    - weiteres DNS setup vollständig und unter Domain in mailcow admin alle Punkte auf grün (bestanden)

    - MTU Wert in docker-compose.yml angepasst

  • Ich hatte (abseits von Mailcow) auch bereits solche Probleme mit Telekom und Microsoft. Die Telekom konnte mir per Kontakt nicht sagen, warum meine Mails nicht angenommen wurden. Nach einer Freischaltung hat alles wieder funktioniert.


    Microsoft ist da eine ganz eigene Geschichte, suche dazu am besten mal hier im Forum. Der Support meinte nach ~10 Rückfragen zu mir, dass sie nicht garantieren können, dass Mails von kleineren Mailservern zugestellt würden. Ich wurde wieder auf die technischen Anforderungen der Microsoft-Mailservices verwiesen, welche ich natürlich einhalte. (Das sind mitunter deine Punkte aus dem Post.)