Zustellzeiten E-Mail

  • Hallo zusammen,

    ich habe aktuell ein Problem mit den Zustellzeiten von E-Mails.

    Ich habe bei mir eine "Haupt-"E-Mail-Adresse eingerichtet, welche auf weitere interne Postfächer weiterleitet. Diese Postfächern sind z.T. auf externe E-Mail-Adressen verknüpft.

    Mein Problem ist jetzt, dass einzelne E-Mails sehr lange brauchen bis sie beim Empfänger ankommen. Zuletzt hat eine E-Mail mit Anhang 14h benötigt. Da die Empfänger darauf gewartet haben, war es schon sehr ärgerlich. Leider ist dies kein Einzelfall. Ich hatte bereits den Support kontaktiert, welcher auch schnell geantwortet hat, aber keinen Fehler feststellen konnte. Natürlich ist E-Mail kein Realtime-Medium, aber bei anderen Providern habe ich keine solchen Verzögerungen feststellen können. In dem Header der E-Mail (der Haup-Adresse) konnte man sehen, dass die E-Mail erst nach 14h bei Netcup ankam.

    Habt ihr noch einen Rat?

  • Du nutzt ein Webhosting der aktuellen Generation? Das Stichwort könnte hier "Greylisting" sein. Der Mailserver lehnt Nachrichten von unbekannten Empfängern erst ab und wartet auf einen zweiten Zustellversuch. Ich weiß allerdings nicht, ob dieses Feature bei netcup aktiviert ist. Das kannst du aber selbst testen, entweder indem du per telnet eine SMTP-Session durchläuft, oder einen Service wie diesen hier verwendest: https://mailcheck.janbrodda.de/

  • Wenn ich es richtig weiß, dann verwendet netcup das Feature nicht, aber bei einer Weiterleitung kann es das empfangende Postfach nutzen. Und dann kannste an der Zustellzeit nichts machen, wobei mit 14h schon sehr lange vorkommt. Da ist die Frage wann netcup neu versendet.

  • Aber selbst Greylisting sollte keine 14h an Verzögerung verursachen. Ich kann mich erinnern, das es die Diskussion um die Zustellzeiten hier im Forum schon einmal gab. Ich meine auch mich zu erinnern, das seitens Netcup dort die Meinung vertreten wurde, das eMail halt kein Echtzeit-Medium ist. Das teile ich prinzipiell auch, aber es sollten meiner Meinung nach eigentlich keine Latenzen von mehr als 30 Minuten entstehen. Auf meinem Server habe ich Greylisting aktiviert, und dort habe ich bisher Latenzen von max. 10 Minuten feststellen können, da ich der Regel die sendenden Mailserver schon recht schnell einen neuen Sendeversuch starten.



    Habe gerade nochmal geforscht : https://forum.netcup.de/netcup…ht-zugestellt/#post102247

    9 von 10 Stimmen in meinem Kopf sagen ich bin nicht verrückt, die letzte summt ständig die Melodie von Tetris.

  • Du nutzt ein Webhosting der aktuellen Generation? Das Stichwort könnte hier "Greylisting" sein. Der Mailserver lehnt Nachrichten von unbekannten Empfängern erst ab und wartet auf einen zweiten Zustellversuch. Ich weiß allerdings nicht, ob dieses Feature bei netcup aktiviert ist. Das kannst du aber selbst testen, entweder indem du per telnet eine SMTP-Session durchläuft, oder einen Service wie diesen hier verwendest: https://mailcheck.janbrodda.de/

    Beim normalen Hosting dürfte das Feature nicht aktiv sein.


    Ich hatte es seinerzeit auf einem VPS, dort war die Zustellung zwar verzögert, aber ganz sicher keine 14 Stunden.


    Ich würde mir mal die Rohdaten der Mail ansehen und schauen, ob sich dort Hinweise auf die Verzögerung finden.

  • Hay,


    bei Lieferung ZU externen E-Mail-Adressen hängt es in der Regel am externen Mailserver. Auffällig ist da vor allem (aus meiner Sicht) t-online... es kann schnell gehen oder auch sehr lange dauern, ich hatte bei E-Mails zu t-online auch schon bis zu einem Tag Auslieferungszeit.


    Eingehend konnte ich bislang noch keine Verzögerung feststellen - ich habe meine E-Mails allerdings auf einem root-Server und nach viel nervigem "Kunde hat E-Mail geschickt" - "Ist noch nicht da" habe ich Greylisting wieder deaktiviert. Hier kommt es nämlich darauf an, wann der sendene Mailserver seinen zweiten Zustellversuch startet - manche nach 10 Minuten, manche erst nach 2 Stunden...


    CU, Peter

  • Vielen Dank schon mal für die Infos. Greylisting habe ich bei meinem Webhosting nicht gefunden.

    Ich habe mal die Header-Analyse für einige E-Mails gemacht. Was auffällt ist, dass es wohl schon beim Ankommen das Problem gibt, vor allem bei E-Mails mit Anhängen. Die Anhänge müssen nicht sehr groß sein z.B. 455KB. Dafür hat das System von t-online zu netcup wieder einmal 5h benötigt.

    Sicher schwer zu sagen ob es jetzt an t-online oder netcup liegt?

    Hier mal ein Beispiel:

    Code
    1. Received: from mailout12.t-online.de (mailout12.t-online.de [194.25.134.22])
    2. by mxf99e.netcup.net (Postfix) with ESMTPS id 6FBA2120895
    3. for <*********>; Thu, 6 Dec 2018 01:48:59 +0100 (CET)
    4. Received-SPF: none (mxf99e: no valid SPF record)
    5. Received: from fwd21.aul.t-online.de (fwd21.aul.t-online.de [172.20.27.66])
    6. by mailout12.t-online.de (Postfix) with SMTP id 6454641FBC46
    7. for <*********>; Wed, 5 Dec 2018 21:03:16 +0100 (CET)
  • Der abgeschnittene Header reicht für so eine Aussage bzw. Hilfe nicht. Wenn muss alles her, da aus dem obigen Header kein Problem, bis auf nicht vorhandenem SPF, erkennbar ist. Daher kann man nicht Pauschal sagen wer hier Schuld ist, oder hast Du eine andere Erkenntnis?


    Greylisting hat nur eine Auswirkung beim empfangenen Postfach, d.h. hier Telekom. Also, vorausgesetzt das Webhosting hätte die Einstellung, kannste mit der Einstellung hier nichts ausrichten. Der Empfang hat auch nichts mit der Größe des Anhangs zu tun, sondern liegt irgendwo dazwischen (wobei es auch normal sein kann).

  • Das empfangende Postfach ist netcup. Bei einer weiteren Analyse habe ich festgestellt, dass es auch E-Mails ohne Anhänge gibt, welche Verzögerungen haben.

    Hier nochmal der vollständige Header:

  • die dazupassenden DNS-Einträge sehen doch so ähnlich aus wie diese hier

    https://forum.netcup.de/sonsti…A4ngste-thema/#post105469

    sprich Du hast einen MX mit Prio 10 und DNS-Namen mail.<Deine-Domain>

    und einen mit Prio 50 und DNS-Namen vom eigentlichen Hostnamen des Mail-servers - ein Host der netcup.net Domain


    die Frage die ich mir stelle, wenn jetzt tatsächlich der einliefernde Server (hier der von t-online) das Zertifikat des Zielservers (hier ein Mailhost von Netcup) prüft dann kracht es im Falle von MX mit Prio 10, der Mailserver hat kein Zertifikat passend zu mail.<Deine-Domain>


    und wenn man dem da https://de.wikipedia.org/wiki/MX_Resource_Record glauben schenken darf, dann kracht es öfter als einem lieb ist,

    weil der MX-Eintrag mit der kleineren Prio die höhere Priorität hat ...

    Grüße / Greetings

    Walter H.


    RS 1000 SAS G8 xRAM; RS 500 SSD G8; S 1000 G7; VPS 200 G8 Akt.; Webhost. 1000 m. 75%

  • Würden die Probleme vielleicht minimiert werden, wenn ich in den DNS Einstellung meiner Domain den MX Record von der Netcup Domain von 50 auf 5 ändere? Meine Domain hat dort 10 stehen.

  • Würden die Probleme vielleicht minimiert werden, wenn ich in den DNS Einstellung meiner Domain den MX Record von der Netcup Domain von 50 auf 5 ändere? Meine Domain hat dort 10 stehen.

    Wenn es nur einen MX gibt, dann ist die Priorität ohnehin egal. Die numerisch geringere Priorität (näher bei 0) bedeutet nur, dass dem Server mit dem darin bezeichneten Hostnamen, dem diese geringere Zahl zugewiesen ist, die Mails letztlich zukommen sollen.


    Früher, als Mailserver noch relativ kurze Vorhaltezeiten für Mails in der Queue hatten, war das wichtig, denn da hat ein Server versucht, wenn der Empfängerhost nicht erreichbar war, die Mail stattdessen beim nächsthöheren MX abzuliefern, und der nächsthöhere MX konnte die Nachrichten dann entweder statisch (statische Mailqueue mit Triggermechanismus - Zeitablauf, Login, HELO/EHLO, Ping, ...) beim Primär-MX abliefern. Heute ist es eher üblich nur noch einen MX zu verwenden (auch wegen des Wartungs- und Einrichtungsaufwand der mit DKIM und Co einhergeht.). Dann ist die Prio egal, weil es ja nur einen Server gibt.

    Die Priority hat also nichts mit der Zustellhäufigkeit zu tun. Nein, das bringt rein gar nichts.

  • Hay,

    Die Priority hat also nichts mit der Zustellhäufigkeit zu tun. Nein, das bringt rein gar nichts.

    das hätte ich zuerst auch so kommentiert, aber er HAT ja zwei MX stehen (Netcup und Domain) und seine Frage bezog sich darauf, dass er durch die geänderte Prio die beiden MX umsortiert... ich bin noch nicht tief genug im Webhosting drin um zu sagen, ob es vielleicht die gleichen Server sind (und es somit nichts bringt), oder ob es da tatsächlich einen Backup gibt... also würde ich die Frage nicht grundsätzlich verneinen...


    CU, Peter

  • Wenn es nur einen MX gibt, dann ist die Priorität ohnehin egal.

    in diesem Fall sieht man meist den Wert 10;


    wobei baut das Setup von Netcup nicht darauf auf, daß hier eben einmal ein MX mit Domainname vorkommt?

    bzw. wie entscheidet der Netcup-Mailserver ob er sich f. eine bestimmte Domain zuständig fühlen darf/kann?

    Grüße / Greetings

    Walter H.


    RS 1000 SAS G8 xRAM; RS 500 SSD G8; S 1000 G7; VPS 200 G8 Akt.; Webhost. 1000 m. 75%

  • Burschen, ein Beispiel:


    Nur ein MX: doma.in IN MX 10 mail.doma.in


    Zwei MX bei Netcup:

    doma.in MX 50 mx2f5c.netcup.net

    doma.in MX 10 mail.doma.in

    mail.doma.in IN A 188.68.47.92 (=mx2f5c.netcup.net)


    Die beiden MX zeigen im Endeffekt auf denselben Server. Es macht keinen Unterschied.

    Das kann ästhetische Gründe haben oder soll etwaige Umstellungen vereinfachen (wegen Negativ-Caching und möglicherweise im Zusammenhang mit Grounding-Aliases).

  • Die beiden MX zeigen im Endeffekt auf denselben Server. Es macht keinen Unterschied.

    Nicht wenn das Setup von Netcup darauf baut ..., siehe Frage in Post #15, und diese Kenntnis hat nur jemand von Netcup

    Grüße / Greetings

    Walter H.


    RS 1000 SAS G8 xRAM; RS 500 SSD G8; S 1000 G7; VPS 200 G8 Akt.; Webhost. 1000 m. 75%

  • Nicht wenn das Setup von Netcup darauf baut ..., siehe Frage in Post #15, und diese Kenntnis hat nur jemand von Netcup

    Es kann sein, dass sie den MX einfach nur dafür verwenden, auf entsprechenden Mailrelays die Domain-MX verwenden, um die Domain für den Versand über Relays als zulässig erklären. Es kann auch für die Vereinfachung der SPF-Syntax herhalten. Richtig - wir wissen es nicht. Aber dass bei einzelnen Hostingservern das Mailsrelay ein extra Loadbalancer wäre, denke ich dann doch nicht. Und der MX zeigt dennoch auf stets dieselbe IP. Es kann das also keinen Einfluss auf die Zustellgeschwindigkeit haben.