Wie funktioniert technisch eine direkte Mailweiterleitung?

  • Moin,


    mich würde interessieren, wie eine direkte Mailweiterleitung, ohne Postfach, funktioniert.

    Meine Vorstellung

    Mail geht an netcup Mailserver -> wird direkt an den Ziel-Mailserver weitergeleitet.
    Mailinhalt und Daten werden nicht bei netcup gespeichert, weil es Mails direkt weitergeleitet werden.


    Stimmt das so? ?

  • Moin, nein das stimmt so nicht ganz.


    Der netcup Mailserver nimmt die Mail an, setzt die Mail in die Queue und versucht anschließend eine Zustellung an den Zielmailserver. Dieser kann jedoch eventuell temporär nicht erreichbar sein (z.B. durch Greylisting). Dann probiert der netcup Mailserver in gewissen Abständen eine erneute Zustellung. Sollte nach x Versuchen eine Zustellung nicht erfolgreich sein, wird eine Info an den Versender der Mail geschickt.


    E-Mail ist kein Echtzeitmedium.

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    Dieses Gebäude hat mir die Vorfahrt genommen! *hup*

  • Im Normalfall werden Mails nach erfolgreicher Zustellung (oder eben nach endgültigem Fehlschlagen der Zustellung) gelöscht. Aber in die Mailserver von netcup kann ich natürlich nicht reingucken, ob die sich auch so verhalten.


    Übrigens wäre auch mit einem Postfach das Verhalten so. Dass die Mail im Gesendet-Ordner auftaucht ist dem Mailclient und IMAP geschuldet. SMTP speichert keine Mails dauerhaft auf dem sendenden Server.

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  • Im Normalfall werden Mails nach erfolgreicher Zustellung (oder eben nach endgültigem Fehlschlagen der Zustellung) gelöscht. Aber in die Mailserver von netcup kann ich natürlich nicht reingucken, ob die sich auch so verhalten.

    Netcup wird sich schon aus Speicher- und Performancegründen keine Kopien der E-Mails auf Lager legen ;) Eine Kopie wäre vorstellbar, wenn eine Überwachungsmaßnahme nach TKÜV angeordnet wird. Provider sind ja verpflichtet, Überwachungsschnittstellen bereitzustellen, wenn eine richterliche Anordnung vorliegt.

  • wobei hier strenggenommen von relaying die Rede ist,

    ein Forwarding funktioniert anders;

    ob hier SRS zum Einsatz kommt kann Dir nur ein netcup'er sagen ...


    forwarding wird gerne mit weiterleiten übersetzt =O

    Grüße / Greetings

    Walter H.


    RS, VPS, Webhosting - was man halt so braucht;)

  • Netcup wird sich schon aus Speicher- und Performancegründen keine Kopien der E-Mails auf Lager legen Eine Kopie wäre vorstellbar, wenn eine Überwachungsmaßnahme nach TKÜV angeordnet wird. Provider sind ja verpflichtet, Überwachungsschnittstellen bereitzustellen, wenn eine richterliche Anordnung vorliegt.

    Nur leider funktionieren viele Anwendungen nicht, wenn du nicht eine Kopie im Arbeitsspeicher oder in der Queue anlegst.


    Im Übrigen wären von solchen Überwachungsmaßnahmen auch andere Kunden auf dem gleichen Server betroffen. G 10 sagt da nein.

    Eine solche Live-Überwachungsmaßnahme wäre unzulässig und würde auch nicht genehmigt werden.

  • Im Übrigen wären von solchen Überwachungsmaßnahmen auch andere Kunden auf dem gleichen Server betroffen. G 10 sagt da nein.

    Eine solche Live-Überwachungsmaßnahme wäre unzulässig und würde auch nicht genehmigt werden.

    G10 sagt nein? TKÜV sagt ja ;) Auf einem geteilten Mailserver (IMAP;POP3,SMTP) erfolgt die Ausleitung nur für das Nutzerkonto, welches überwacht werden soll. Da sind die anderen Nutzer nicht betroffen.

    Vgl. https://www.bundesnetzagentur.…Umsetzung110TKG-node.html

  • Auf einem geteilten Mailserver (IMAP;POP3,SMTP) erfolgt die Ausleitung nur für das Nutzerkonto, welches überwacht werden soll. Da sind die anderen Nutzer nicht betroffen.

    wie kannst Du Dir Deine Mails krallen ohne irgendwas von den nicht f. Dich bestimmten Mails zu sehen?


    der Link liefert bei mir sowas

    pasted-from-clipboard.png

    Grüße / Greetings

    Walter H.


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  • wie kannst Du Dir Deine Mails krallen ohne irgendwas von den nicht f. Dich bestimmten Mails zu sehen?

    Warum sollte ich mir meine E-Mails krallen? Die Ausgangsfrage war ja, ob Kopie einer versendeten E-Mail irgendwo noch verbleiben können.

    Ich habe hier lediglich auf die Möglichkeit der Ausleitung aufgrund von Überwachungsmaßnahmen gemäß TKÜV hingewiesen.

    Das habe viele nicht mehr Auf dem Schirm, das Provider, die E-Mailpostfächer zur Verfügung stellen, eine solche Schnittstelle vorhalten oder bereitstellen müssen (je nach Anzahl der Postfächer).


    Bei mir funktioniert der Link zur Bundesnetzagentur. Für E-Mailüberwachung gibt es noch eine eigene Sektion:

    https://www.bundesnetzagentur.…sInfoBetrServer_node.html

    Als Anhang ein Ausschnitt.


    2019 wurde die Sache vom EuGH etwas durcheinandergewirbelt, weil Google mit Gmail als reiner E-Maildienst keine Abhörschnittstellen nach TKÜV vorhalten muss. Vgl. z.B. https://www.computerbase.de/20…-klage-bundesnetzagentur/

    Ein Reaktion auf das EuGH-Urteil kann in Deutschland bei Politik und Bundesnetzagentur nicht erkennen. Die Bundesnetzagentur hat die Anhörung zu TR TKÜV 7.2 gestartet, wo auch Messengerdienste geregelt werden.


    Auf technischer Ebene (also wie kommen die E-Mails vom Mailagent oder IMAP/POP3-Server zum Überacher) gibt es mehrere Lösungen (Plugins je Software oder Proxy). Unter dem Begriff "Lawful interception (LI)" werden solche Lösungen angeboten.

  • Die Technische Richtlinie schließt implizit eine Mailweiterleitung aus, weil die Postfach und Authentifikationsmerkmale nicht gegeben sind.

    Ergänzung: Weiterleitung ohne Postfach war die genaue Ausgangslage. Darauf zielt der Hinweis ab. Das könnte ein interessante Lücke sein.


    Der Hype auf Anbieterseite (Software / Dienstleistungen) rund um TKÜV war vor 15 Jahren. Der Aufwand für wenige Anfragen pro Jahr ist enorm.

    Vgl. z.B. https://www.sponts.de/sponts/SPONTS-Praesentation.pdf