Mining auf vServer erlaubt?

  • Also ich kann mir (in der Theorie, ob es in der Praxis wirklich sinnvoll ist, sei mal dahin gestellt) keine preiswertere Quelle für Mining vorstellen. Im Endeffekt dödelt man aber für ein paar Peanuts monatelang herum, was die ganze Diskussion quasi ad absurdum führt. Wenn du wirklich ordentlich minen willst dann stell dir eine ordentliche Hardware nach Hause und lass das Ding 24/7 unter Voll-Last durch rattern. Aber da wäre ja wieder der Preis, nech? ;)

    Es geht auch nicht darum, um "wirklich ordentlich zu minen", sondern vermutlich eher darum, die ohnehin fixen Serverkosten "zu reduzieren" bzw. einen Teil davon wieder reinzuholen, wenn die Leistung des gemieteten Backupservers nicht beansprucht wird.


    Für jemanden, der sich extra zum Minen einen Server mieten möchte, würde es sich in der Tat nicht lohnen (ausgehend von der Schätzung von Xairo würde man mit dem RS 4000 G7 SE einen monatlichen Verlust von mindestens 7,99€ machen, wenn 0,70€/Tag mit den 8 Kernen eines E5-2680 gemeint waren, ohne die 8 zusätzlichen Threads eines E5-2680 zu berücksichtigen).


    Wenn ich aber z.B. einen RS 2000 G7 SE sowieso als "Backupserver" angemietet habe, dann zahle ich (im "Worst-Case"-Szenario: Vertragslaufzeit von 1 Monat) die 16,99€ sowieso. Wenn ich diese kosten durch das Nutzen von aktuell nicht beanspruchter Hardware nun senken kann (seien es auch nur 2€/Monat), lohnt sich das Minen für den Kunden durchaus. ;)

  • Es geht auch nicht darum, um "wirklich ordentlich zu minen", sondern vermutlich eher darum, die ohnehin fixen Serverkosten "zu reduzieren" bzw. einen Teil davon wieder reinzuholen, wenn die Leistung des gemieteten Backupservers nicht beansprucht wird.

    [...]

    Wenn ich aber z.B. einen RS 2000 G7 SE sowieso als "Backupserver" angemietet habe, dann zahle ich (im "Worst-Case"-Szenario: Vertragslaufzeit von 1 Monat) die 16,99€ sowieso. Wenn ich diese kosten durch das Nutzen von aktuell nicht beanspruchter Hardware nun senken kann (seien es auch nur 2€/Monat), lohnt sich das Minen für den Kunden durchaus. ;)

    Genau das meine ich. Im BWL-Fachjargon heißt das meines Wissens nach Deckungsbeitrag. Aber [netcup] Felix P. hat schon Recht, dass man damit Ressourcen verballert die nicht in Relation stehen. Dennoch bin ich versucht bei dem Hoster der jetzt so "fair" sein will den ganz großen V-Server, den ich bereits gekündigt habe, ein paar Monero (XMR) Hashes berechen zu lassen. der kommt auch auf nette 200 H/s. Ich werde noch wiederstehen müssen.


    Interessant finde ich momentan Coin-Hive, die XMR im Browser via JavaScript berechnen lässt. Klar da kommt bei einem User nicht viel bei rum, aber in der Masse könnte wäre das für stark frequentierte Seiten schon eine Idee sich zu einem kleinen Teil querfinanzieren zu lassen. Ich hab es mal testweise auf meinem Blog eingebaut. Coin Hive wurde auch von Pirate Bay genutzt im Hintergrund. Die Betreiber haben sich jetzt aber auch zu einer Auto-Start freien Version "AuthedMine" entschieden, mit der heimliches Minen im Hintergrund nicht mehr möglich ist.


    Krypto-Währung finde ich was das Schürfen angeht einen Obolus dazuzuverdienen keine schlechte Idee. Mich würde mal nur interessieren, was es an Strom mehr kostet. Klar verbraucht der Prozessor mehr Energie, aber ist das relevant? Oder sollten die Nutzer diese Cent-Beträge lieber via PayPal Spenden Button den Webseitenbetreibern zu Gute kommen lassen? :/

  • Interessant finde ich momentan Coin-Hive, die XMR im Browser via JavaScript berechnen lässt.

    Ohne das Wissen des Users so etwas zu nutzen ist einfach nur Assi. Ich habe neuerdings in der FIrma jeden Tag mehrmals, dass die Antimalwareappliance rummeckert und 3-5 Java Script Dateien aus dem Cache löscht.


    Lasst den scheiß sein. Gerade wenn $USER einen PC hat der nicht so stark auf der Brust ist wirkt sich das wirklich negativ aus.


    Opt-In ist okay. Das einfach ohne Wissen des Users zu machen ist einfach nur egoistisch und Assi.

  • Hay,


    "querfinanzieren" hin oder her, es gibt Arten, wie man das tun sollte und wie nicht, größtenteils reduziert sich das auf eine Geschmacks- oder Ethikfrage.


    Ist jedem selbst überlassen, der eine macht es durch Werbung von expliten Erotikangeboten, der andere durch Phishing, der dritte durch Zweckentfremdung anderer Personen Eigentums.


    Nehmen wir mal die Stock-Im-A***-Betrachtungsweise der Juristen:


    Still und heimlich auf User-PCs Mining zu betreiben entspricht dem unverlangtem Faxversand... und das ist, wie mittlerweile jeder wissen sollte, abmahnwürdig. Der Grund: Der Versender nutzt das Faxpapier des Empfängers zum Ausdruck seiner Werbung. Bzw. belegt die Ressource Telefonleistung und verhindert die zeitgleiche Nutzung durch einen wirklichen Interessenten, z.B. einen Kunden. Beides trifft rechtlich gesehen auch auf "Hintergrund-Mining" zu, sofern nicht, wie von perryflynn geschrieben, ein Opt-In eingefordert wurde.


    Ich ergänze: HALTBARES Opt-In, weil was haben sich die Marketing-Leute nicht schon alles an Formulierungen ausgedacht, um zu verbergen, wofür man gerade sein Opt-In erteilt hat... nicht zuletzt diesem Dreck haben wir alle z.B. die Cookie-Hinweise oder die Regularien rund um den verpflichtenden "Jetzt kaufen" Button oder anderen Mist zu verdanken.

    CU, Peter

  • Hallo zusammen,

    da das Crypo-Währungsthema durch den Bitcoin-Kurs wieder aktuell über all in der Presse ist, bin ich auf diesen Beitrag gestoßen. Da jetzt schon ein bisschen Zeit vergangen ist, würde mich interessieren ob mittlerweile jemand das Mining auf einen V bzw. Root-Server ausprobiert hat? Falls ja, wie sind denn die bisherigen Erfahrungen und die theoretische Erwirtschaftung dadurch?

  • Man kann eigentlich alle Coins, die aktuell eine relevante Marktkapitalisierung aufweisen, gar nicht oder bestenfalls sehr, sehr unwahrscheinlich per CPU minen.

    Von daher stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit in der Regel gar nicht...


    Bei Bitcoin und Etherium weiß ich, dass CPU-Mining in der Praxis unmöglich ist.


    Du kannst natürlich anfangen "Sparten"-Coins per CPU zu minen und hoffen, dass die mal was Wert werden; aber da ist dann die Rentabilität nicht messbar.

  • per AGB ist Mining bei uns nicht verboten. Aktuell haben wir auf jedem Node ausreichend CPU-Kerne frei. Der Sinn ist allerdings in Frage gestellt. Zudem leidet am Ende unsere Umwelt darunter, denn Strom für Klima und Betrieb der Server wird dabei auf jeden Fall verbraten.


    Ist die Aussage immernoch gültig? In den aktuellen AGBs habe ich folgende gegensätzliche Passage gefunden:


    Quote

    Der Kunde verpflichtet sich, bei der Nutzung der von netcup zur Verfügung gestellten Dienste die maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften einzuhalten und Maßnahmen zu unterlassen, die zu einer Störung des Betriebs der Server von netcup führen könnten. Untersagt sind insbesondere folgende Handlungen:

    • massenhafter Versand von Emails
    • Hinterlegen und Zugänglichmachen von Daten und Material mit pornographischem, kommerziellem erotischem Charakter und von urheberrechtlich geschütztem Material, zu deren Verbreitung der Nutzer nicht berechtigt ist (z.B. sog. "Warez"-Seiten, illegale MP3-Downloads)
    • Betrieb von sog. "Mining-Diensten" für Kryptowährungen wie z.B. "Bitcoin", "Ethereum", "OneCoin" oder "Monero".
    • Hinterlegen und Zugänglichmachen von Daten und Material mit links- oder rechtsradikalem Inhalt oder beleidigendem Charakter, Aufruf zu Terrorismus und Gewalttaten
    • Betreiben von Serverdiensten , die eine besonders starke Rechnerlast verursachen; dies gilt nicht bei dedizierten und virtuellen Servern


    Gilt dies ebenfalls für Root-Server (so wie ich es verstehe schon)? Hier sollte doch eigentlich eine volle Auslastung der dedizierten Kerne gewährleistet werden können ohne eine Störung des Betriebs / anderer Kunden zu verursachen (siehe letzter Punkt).


    Server mit wenig rechenintensiven Diensten während ihrer Idle-Zeit zum Monero-Mining zu verwenden wäre unter Berücksichtigung des aktuellen Kurses für Kunden ja rein finanziell sinnvoll (zunächst einmal ganz abgesehen von Energie-/Umweltaspekten).

    Bspw. RS 2000 (12.99/mon): Die vier Xeon-Kerne sollten in etwa 200 H/s erreichen (wenn nicht sogar mehr, ~200 H/s habe ich testweise mit einem älteren i5-Quad erreicht).

    Bei einer aktuellen Netzwerk-Hashrate von ca. 600 MH/s und einer Ausschüttung von etwa 5.6 XMR / 2 min (pro Block) sollten sich in einem Monat / ~30 Tagen etwa 0.04 XMR minen lassen, Deren Gegenwert schwankt z.Zt. um ca. 13 EUR (340 EUR/XMR). Wenn der Server also den ganzen Monat XMR schürft (und sonst nicht viel CPU-lastiges tut), hätte er sich selbst finanziert.

    Bzgl. des Energieaspektes wäre es dann interessant (wenn man das Minen von Kryptowährungen nicht allgemein als Energieverschwendung ansieht) die Energieeffizienz / die berechneten Hashes/Zeit/Leistung H/(s*W), im vgl. zu anderen Mining-Möglichkeiten zu betrachten (was verbrauchen 4 Xeon-Kerne+Kühlung unter Vollast?).

    Ich möchte den Sinn dieses (vermutlich ineffizienten?) Minings unter Rücksichtnahme auf unsere Umwelt allerdings in Frage stellen.

  • Fragt sich nur, wie netcup das im Extremfall (legal) kontrollieren möchte?


    Versteht mich bitte nicht falsch, ich halte das Cryptomining auf Servern auch nicht für sinnvoll und in solchen Fällen gefährdet es schnell eine Mischkalkulation. Aber Verbote in die AGB aufzunehmen, die man afaik nicht sinnvoll überprüfen kann, sind irgendwie zum Schmunzeln. Eine permanente CPU-Auslastung von 100% könnte auch andere Gründe haben… :-)

  • Guten Morgen,



    die neue Version unserer AGB gilt seit Dezember 2017 für Neukunden oder neue Bestellungen.


    Wie Sie wissen, versteht sich netcup als umweltbewusstes Webhostingunternehmen. So setzen wir z.B. ausschließlich auf Ökostrom beim Betrieb unserer Server. Dieser Umweltgedanke lässt sich unserer Meinung nach nicht mit Mining auf Servern vereinbaren, weshalb wir uns dazu entschlossen haben, wie viele unserer Mitbewerber auch, Mining in der Zukunft nicht mehr zu erlauben. Cryptowährungen dienen mittlerweile zum größten Teil einzig Spekulanten als Spekulationsmittel und dem Handel im Darknet. Die eigentliche Idee, eine stabile, nicht von Staaten kontrollierte, Währung zu schaffen, ist bei den derzeitigen Kursschwankungen nicht mehr gegeben. Trotzdem erfordert Mining eine hohe Energiemenge und wir wollen unsere Infrastruktur dafür nicht länger hergeben.


    Quote

    Fragt sich nur, wie netcup das im Extremfall (legal) kontrollieren möchte?


    Bislang setzen wir hier auf die Selbstkontrolle unserer Kundinnen und Kunden. Wir verbieten auch Pornographie auf unserer Infrastruktur, ohne das wirklich zu kontrollieren. Einige Mitbewerber sperren erforderliche Netzwerkverbindungen zu Vermittlungsserver der jeweiligen P2P-Netzwerke. Vermutlich wäre dieses eine Notlösung um Mining zu verhindern.


    Für bestehende Server passiert erst einmal nichts, solange Kundinnen und Kunden den neuen AGB nicht zustimmen. Für Neubestellungen gilt die neue Version der AGB. Diese erlaubt übrigens wieder den Betrieb von TOR. In Zeiten in denen Staaten immer mehr kontrollieren, möchten wir uns nicht länger dem TOR-Netzwerk verschließen.



    Mit freundlichen Grüßen


    Felix Preuß

  • Dieser Umweltgedanke lässt sich unserer Meinung nach nicht mit Mining auf Servern vereinbaren, weshalb wir uns dazu entschlossen haben, wie viele unserer Mitbewerber auch, Mining in der Zukunft nicht mehr zu erlauben.

    Wie sieht es mit Dingen wie dem World Community Grid (wurde hier https://forum.netcup.de/admini…3%BCr-vserver-verwendung/ kurz besprochen) aus? Hier wird halt ein anderer Zweck als das Generieren von Cryptowährung verfolgt, wobei die Auslastung ja auch permanent hoch ist.


    Simon

  • Guten Tag,



    ich persönlich kenne das World Community Grid nicht.


    Wir wollen eigentlich nicht vorschreiben was Sie als Kunde bei uns auf einem Server tun. Es gibt hier nur wenige Ausnahmen. Dieses war in der Vergangenheit der Einsatz von TOR, da wir hier große Komplikationen mit Ermittlungsbehörden hatten und Themen die wir als Unternehmen mit unseren Werten nicht vertreten können, wie der nicht rentable Energiebedarf bei Mining oder die Verbreitung von Pornographie.


    Hinsichtlich TOR und den Ermittlungsbehörden gibt es deutliche Verbesserungen in unserer Rechtsprechung und auch die Behörden sind hier wesentlich geschulter als es im Jahr 2010 der Fall war. Daher der Entschluss das wir dieses jetzt wieder erlauben.



    Mit freundlichen Grüßen


    Felix Preuß

  • Hallo,


    mir wurden alle Server wegen Mining gesperrt (auch die alten). Sobald jemand einen neuen Server mietet, gelten die neuen AGB auch für Server, die vor 12/2017 gemietet wurden!


    Eben die Auskunft vom Support erhalten.


    Also keine stromfressenden Anwendungen mehr laufen lassen. Webserver mit Auslastung von > 80% sind wohl in Zukunft tabu.:(

  • Reicht das für deine Beurteilung?

    Welche Richtung? Es liefen Miner, ja!


    Mir geht diese ganze Ökoscheiße auf den Docht. Dann sollen sie sagen, dass im Hintergrund nen Leistungsmonitoring (Stromverbrauch) der Server stattfindet.


    Diese Anti-Krypto-Geschwafel ist auch Quatsch. Das zeigt: sie haben keine Ahnung.


    Die rückwirkende Wirkung der neuen AGBs auf Bestandsserver, wenn man einen neuen mietet, gab man mir per Telefon. Es sind also alle Server eines Kundenkontos betroffen.


    PS: Nebenbei gesagt, passierte dies alles ohne Vorwarnung! Einfach so! Haste nen Geschäftsserver laufen, Pech gehabt!:(


    Gruß

  • Ich kann Deinen Frust verstehen, aber ich wollte nur diese Aussage relativieren:

    Webserver mit Auslastung von > 80% sind wohl in Zukunft tabu.

    Es liefen Miner, ja!

    Darüber kann man jetzt natürlich denken, wie man möchte, aber nach derzeitigem Stand ist die erste Aussage wahrscheinlich reine Panikmache.



    MfG Christian