Erste Schritte mit eigenem vServer?

  • Hallo Community,


    ich habe neuerdings einen vServer bei netcup und auch eine Domain. Da ich bislang bzgl. der Materie nur gefährliches Halbwissen habe, habe ich jetzt gefühlt eine Million Fragen.


    Z.B.: Wie verknüpfe ich die Domain mit dem vServer? Ich stelle es mir so vor, dass ich auf dem Server-Rechner z.B. ein Verzeichnis "html" habe und da ist z.B. eine index.html drin - und die Domain zeigt jetzt genau auf dieses Verzeichnis. Aber wo kann ich sowas einstellen (SCP? CCP?)? Oder brauche ich für sowas eine Host Software wie Plesk?


    Schönen Abend und danke,

    chroscher

  • Hallo chroscher,


    also wenn dann brauchst du zumindest nen Webserver auf dem Server (Apache / nginx o.ä.) und dann müsste deine Domains per DNS auf deinen Server zeigen. Die DNS Einstellungen findest du im CCP unter Domain.


    Mehr dazu: https://www.netcup-wiki.de/wiki/Domains_CCP#DNS


    Zu der Sache mit dem Webserver kannst du dich hier mal belesen: https://linuxize.com/post/how-…tall-apache-on-debian-10/


    KeyHelp oder Plesk würde dir Arbeit abnehmen was die Installation und Verwaltung angeht aber die Wartung und Sicherung bleibt dennoch.


    Wenn es dir aber nur darum geht ne Website anzuzeigen wäre nen Webhosting (denk ich) die bessere Lösung. Denn mit so nem Server der im Netz steht kann auch schindluder getrieben werden nicht unbedingt von dir aber zumindest duch dritte.


    Grüße Panda // Marcel

    Reseller Level A, 2x RS 4000, 2x RS 1000 und 2x VPS 200, Cloud vLAN ≈ 28 Domains

  • Moin,


    auf deinem vServer müsste ein Webserver laufen (z.B. NGINX, Apache, etc.). In den DNS-Einstellungen deiner Domain verweist du lediglich auf die IP-Adresse des vServers mit Hilfe eines A-Records, dies kannst du im Customer Control Panel tun (falls du nicht die Nameserver eines externen Providers nutzt).


    Nun kannst du auf deinem vServer Virtual Hosts in Form von config-files erstellen, die (unter anderem) angeben aus welchem Verzeichnis der Webserver bei einem Request die Inhalte zurück liefern soll.


    Dazu kommt dann noch, dass du dir SSL-Zertifikate ausstellen lassen solltest (siehe Let's Encrypt) um Traffic über HTTPS zu ermöglichen.


    EDIT: Ach so, by the way :D, das oben natürlich nur als kleiner Leitfaden. Man sollte seinen Server natürlich (egal was man darauf laufen lässt) ausreichend absichern.

  • Hallo und moin nochmal,


    danke für die Antworten!


    Tja, das mit der Sicherheit ist natürlich so ein Sache. Hm. Einen vServer brauche ich aber auf jeden Fall für mein "Projekt": Ich möchte mittels Cronjobs automatisiert täglich Rohdaten von einer Seite herunterladen, diese einlesen (evtl. mit Python) und daraus dann Grafiken erstellen und diese dann wiederum verfügbar machen für die Außenwelt, also online stellen.


    Bis dahin ist es noch ein Weg ...


    Ich hatte inzwischen ein bisschen mit den Images rumgespielt, die netcup anbietet. Hier auf meinem Heimrechner nutze ich Ubuntu 20 - mit GNOME Oberfläche. Würde sowas wohl auch auf dem vServer laufen, also mit Maus Support? Oder kann diese VNC Console nur Ascii und keine Grafiken übertragen? Dann würde ich mich jedenfalls ein bisschen mehr wie "zu Hause" fühlen.


    Schönen Abend!

  • chroscher Wenn Du von der Serveradministration bisher keine Ahnung hast, könntest Du den vServer ja dafür verwenden, die benötigten Berechnungen auszuführen und das Ergebnis z.B. über (S)FTP(S) auf einen Webspace eines Webhostings zu laden. Dann brauchst Du Dich um den Server vergleichsweise nur wenig kümmern, wenn er außer SSH keine externen Dienste anbietet. Je nachdem was Du da machst würde eventuell schon ein VPS 200 reichen.


    Was willst Du später überhaupt veröffentlichen? Nur statische HTML-Dateien und fertig generierte Grafiken? Oder voll dynamische Inhalte?


    Du solltest auf gar keinen Fall eine grafische Benutzeroberfläche wie GNOME installieren! Wenn Du in der Linuxwelt mit SSH zum Administrieren nicht klar kommst, lass es bitte bleiben, bis Du das notwendige Wissen hast. Das ist nicht böse gemeint, das ist nur ein gut gemeinter Rat.

  • Guten Morgen Community,


    danke für die Hinweise.


    Ich werde es jetzt so machen: Ich hol mir das Webhosting 2000 und mache darüber das Webhosting - ist wahrscheinlich sicherer :)


    Mein vServer macht nur die automatisierte Datensammlung und Generierung von Grafiken. Und ich werde das über das Programm "Octave" machen und nicht mit Python (kann ich nämlich nicht wirklich), deswegen brauche ich tatsächlich einen vServer, wo ich auch Programme installieren darf. Ich schaue mal, ob ich das mit dem Ubuntu 20 Image minimal - ohne KDE - hinbekomme.


    Grüße und danke!

  • Ja, das könnte ich machen. Aber mir gefällt der Gedanke, dass es automatisiert von einem anderen Rechner aus passiert.

    das kann ich schon nachvollziehen :-) aber du hast natürlich das Risiko, das der vServer korrekt eingerichtet sein muss, wenn du eine kleine Maschine bei dir zu Haus stehen hast, ist das Risiko geringer, da idR hinter NAT

    Gruss

  • Du meinst vielleicht 'nen Raspberry Pi in der Schublade?

    Als Alternative zum Raspberry Pi möchte ich an dieser Stelle – insbesondere, wenn es um rechenintensivere Vorhaben geht – explizit den ODROID N2+ nennen (maximal 4GB RAM anstatt 8GB RAM beim Raspberry, aber 4x2.4+2x2.0GHz-CPU-Kerne bei problemloser Übertaktung). Ein Exemplar davon steht mit dem oben abgebildeten Zusatzlüfter hier neben einem NUC und ist selbst bei aktivem Lüfter (der selten anläuft, obwohl das Gerät als reine Build-Maschine für die ARM64-Architektur verwendet wird und regelmäßig beschäftigt ist) schon bei weniger als 1m Abstand lautlos. IMHO ein fantastisches Preis-/Leistungsverhältnis.

  • Aber mir gefällt der Gedanke, dass es automatisiert von einem anderen Rechner aus passiert.

    Falls dann aber unschöne andere Dinge automatisch auf deinem Server passieren (ggf. unbemerkt), weil dein Server nicht 100% abgesichert ist, ist der Spaß schnell vorbei. Du hast in deinem ersten Post ehrlich geschrieben, dass du nur "gefährliches Halbwissen" zu dem Thema hast. Meine ehrliche Antwort ist: lass das mit dem vServer und fang erstmal "klein" zu Hause mit einem Pi an, mach dich mit dem Thema vertraut, bleib am Ball, lese alle Sicherheitsrelevanten Info zu Linux, Kernel, SSH, Netzwerk und deiner Software.